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RotZSchwul-Aktivist

Gottfried Ensslin gestorben


Gottfried Ensslin (1946-2013)

Der linke Schwulenaktivist Gottfried Ensslin ist am Freitag in seiner Wohnung in Berlin-Schöneberg verstorben, berichtet die Tageszeitung "Junge Welt".

Er war der Bruder der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, die sich im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim 1977 mit Mitstreitern das Leben genommen hatte. 1971 war er ein prominenter Aktivist der "Roten Zelle Schwul" (RotZSchwul), die sich dafür einsetzte, Homosexualität in der Gesellschaft sichtbarer zu machen.

Die Gruppe engagierte sich nicht nur für Homo-Rechte, sondern wollte die Gesellschaft nach linken Idealen umkrempeln. Dazu beteiligten sich Gruppen-Mitglieder etwa an Häuserbesetzungen oder anderen kontroversen Aktionen. "Der Spiegel" schrieb 1973, dass "RotZSchwul" durch "linkes Gerede und elitäres Gehabe" die Szene spaltete.

Der 1946 geborene Aktivist kritisierte bis zuletzt die "Verbürgerlichung" der LGBT-Bewegung. Er wollte erreichen, dass nicht nur Schwule und Lesben gleich behandelt werden, sondern dass die gesamte Gesellschaft fairer wird.

So erklärte er vergangenes Jahr in einem Interview: "Dass wir unsere öffentliche Sichtbarkeit bunt und schrill feiern, war immer Ausdruck der Schwulenbewegung, aber dabei muss auch unsere soziale Realität zum Thema werden, dass nämlich Schwule meist schlecht bezahlte Angestellte im Dienstleistungsbereich, prekär Beschäftigte oder verarmte Rentner sind". Dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) warf er vor, nur "das Bild des schwulen Aufsteigers" zu propagieren. "Dort gilt der schwule Mann vor allem als reicher Konsument bzw. als funktionierender Leistungsträger. Dieses Bild entfernt uns immer weiter von den Bevölkerungsteilen, die überhaupt noch an einer grundsätzlichen Veränderung der Gesellschaft interessiert sind", so Ensslin.

Er setzte sich in den letzten Jahren auch dafür ein, das Ermittlungsverfahren zum Tod seiner älteren Schwester wieder aufzunehmen. Gottfried Ensslin spekulierte darüber, dass Gudrun sich nicht selbst das Leben genommen hatte, sondern umgebracht worden sei. (dk)

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#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.12.2013, 23:11h
  • Wußte nicht, daß Frau Ensslin einen Bruder hatte!
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#2 stromboli
  • 10.12.2013, 11:05hberlin
  • Gottfried Ensslin

    3.3.1946 6.12.2013

    Wir trauern um unseren Bruder, Onkel und Freund

    Christiane Ensslin und Klaus Jünschke, Ruth Frey und Judith Maschke

    Stefan Scherrer, Roland Hornung, Markus Bernhardt, Bernd Tischler, Klaus Maag, Hellmut Roth, Ortwin Passon
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#3 spinntihrAnonym
  • 10.12.2013, 19:22h

  • RAF-Terroristen und Sympathisanten trauer ich bestimmt nicht hinterher.
    Wie linksradikal wird diese Seite mittlerweile? Pfui, Queer!
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