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  • 10. Dezember 2013 32 2 Min.

Die luxemburgische Politikerin Viviane Reding ist seit 2010 Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft sowie Kommissionsvizepräsidentin (Bild: EVP / flickr / by-nd 2.0)

Nach Bundespräsident Joachim Gauck lehnt auch die Justizkommissarin einen Besuch bei den Olympischen Winterspielen ab – sie nennt die Menschenrechtslage als Grund.

Viviane Reding, die EU-Justizkommissarin und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, hat via Twitter einen Visite bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi abgelehnt. Auf Englisch schrieb die konservative luxemburgische Politikerin am Montagabend: "Ich werde mit Sicherheit nicht nach Sotschi gehen, solange Minderheiten weiterhin auf diese Weise unter der gegenwärtigen Gesetzgebung behandelt werden".

Allerdings erklärte Reding nicht, ob sie je eine Teilnahme an den Spielen geplant hatte oder dazu eingeladen wurde. Nach Angaben von AFP erklärte ihr Sprecher am Dienstag, dass es nicht die Absicht der Kommissarin gewesen sei, eine "politische Botschaft" zu senden. Viele ihrer Vorgänger im Amt haben ebenfalls nicht an Winterspielen teilgenommen.

Auch Gauck lehnt Teilnahme ab


Am Montagabend twitterte Kommissarin Reding ihre Kritik an Russland

Bereits am Wochenende hatte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck für Aufregung gesorgt, als seine Pressestelle bestätigte, dass er im Februar 2014 nicht zu den Olympischen Winterspielen reisen werde (queer.de berichtete). "Der Spiegel" hatte als Grund ebenfalls die Menschenrechtssituation und ausdrücklich das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" genannt, was allerdings vom Bundespräsidialamt nicht bestätigt wurde.

Regimetreue Duma-Abgeordnete haben Gauck für seine Absage scharf kritisiert. So erklärte Robert Schlegel von der Putin-Partei "Einiges Russland", dass der Bundespräsident die Olympiade instrumentalisieren wolle und die Aktion zwar "politisch dumm", aber "persönlich nachvollziehbar" sei. Hintergrund: Gaucks Vater hatte wegen "antisowjetischer Hetze" in den 50er Jahren in einem sibirisches Straflager gesessen, aus dem er nach Jahren stark geschwächt zurückkehrte. Schlegel drohte, dass die Haltung des Bundespräsidenten schlecht für das Verhältnis der beiden Länder sei: "Gauck will persönlichen politischen Nutzen, handelt aber gegen Deutschlands Interessen, weil er die Beziehungen zu Russland beschädigt". (dk)

-w-

#1 timpa354Ehemaliges Profil
  • 10.12.2013, 10:56h
  • Stell dir vor es ist Olympia und keiner geht hin!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.12.2013, 11:08h
  • Eigenartig, daß die Absage ausgerechnet am Tag der Menschenrechte und der Nobelpreisvergabe erfolgt! Bisher hat sich die EU doch gar nicht um die Menschenrechtslage in Osteuropa, sondern lieber um die Finanzmärkte gekümmert!

    Wer weiß, ob die Trulla ihre Meinung nicht doch noch im letzten Moment ändert!
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#3 SebiAnonym
  • 10.12.2013, 11:12h
  • Sehr gut!

    Und im Gegensatz zu Gauck sagt sie auch ganz offen, dass sie sich nicht für Propaganda eines Landes einspannen lassen kann, wo Menschenrechte so mit Füßen getreten werden...

    Hoffentlich schließen sich viele weitere Politiker an. Denn nur so kann man Putins Strategie durchkreuzen, die Menschenrechtsverletzungen hinter einer bunten Fassade zu verstecken und die Olympischen Spiele für seine Propaganda zu missbrauchen!
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