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  • 11. Dezember 2013 11 2 Min.

Der Neubau der Bundeskulturstiftung wurde im Oktober 2012 in Halle (Saale) eröffnet (Bild: Wiki Commons / Jens Passoth / CC-BY-SA-3.0)

Fast eine Million Euro lassen sich die Kulturstiftungen von Bund und Ländern eine Ausstellung über Homosexualität in Berlin kosten.

Die Bundeskulturstiftung und die Kulturstiftung der Länder haben vergangene Woche vereinbart, eine Ausstellung zur Geschichte und Kultur männlicher wie weiblicher Homosexualität gemeinsam zu fördern. Sie soll 2015 fünf Monate lang in Berlin parallel im Schwulen Museum und im Deutschen Historischen Museum gezeigt werden. Der Bund investiert dafür 850.000 Euro, die Länder stellen 110.000 Euro zur Verfügung.

Die Ausstellung zur "Geschichte der Homosexualität(en)" soll 150 Jahre Emanzipation Homosexueller anhand dokumentarischen Materials und künstlerischer Positionen aus Kunst, Film, Literatur, Tanz und Theater zeigen. Insgesamt stehen dafür 1.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung, wobei beide Standorte jeweils eigene thematische Schwerpunkte setzen werden.

Das Ausstellungsprojekt wird vom wissenschaftlichen Team des Deutschen Historischen Museums begleitet. Die Kuratoren sind Dr. Birgit Bosold, Mitglied des Vorstands des Schwulen Museums Berlin, die Kunsthistorikerin und erfahrene Ausstellungsmacherin Dr. Eva Meyer-Hermann sowie der Szenograf, Architekt und Kurator Detlef Weitz.

Ausstellung soll "Vorurteile abbauen"

Ihren Einsatz begründet die Bundeskulturstiftung damit, dass trotz verbesserter Rechte von Schwulen und Lesben Homosexualität noch immer "vielfach Anlass für gesellschaftliche Konflikte und individuelle Diskriminierung" sei. "Homosexuelle Lebensformen werden auch mitten in Europa, wie Beispiele aus Russland, Ungarn oder auch die Bürgerproteste in Frankreich gegen ein Adoptionsrecht zeigen, nicht oder nur sehr begrenzt akzeptiert", so die Stiftung in einer Pressemitteilung.

Das Ausstellungsprojekt solle dazu beitragen, "Vorurteile abzubauen, Tabus zu überwinden sowie Fragen über Normalität und Abweichung zur Diskussion zu stellen, und damit sowohl ein Fachpublikum als auch die Szene und ein breites Publikum ansprechen". Dabei soll Homosexualität nicht als "Minderheitenproblem oder Nischendasein" behandelt werden, sondern "die integrale Funktion von Minderheiten in aufgeklärten Gesellschaften" hervorgehoben werden.

Insgesamt hat die 2002 gegründete Bundesstiftung die Förderung neuer Projekte in Höhe von insgesamt 13 Millionen Euro beschlossen – darunter etwa 2,5 Millionen Euro für die Biennale oder rund 800.000 Euro für das Berliner Naturkundemuseum, um die "Interaktionen zwischen künstlerischen Positionen und der Ausstellungspraxis an Naturkundemuseen" zu erproben.

Derzeit zeigt das Schwule Museum in der Lützowstraße unter anderem eine Ausstellung über die privaten Fotoarbeiten des "Nosferatu"-Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 humanistAnonym
  • 11.12.2013, 16:05h
  • Ich will jetzt nicht wieder das Haar in der Suppe bemängeln, aber die Geschichte homosexueller Lebensweisen umfasst doch wesentlich mehr als "Kunst, Film, Literatur, Tanz und Theater". Im Ausstellungskonzept zur Geschichte und Kultur männlicher wie weiblicher Homosexualität vermisse ich politisch-historische und gesellschaftshistorische Zugänge. Soll hier ein cleanes Bild der ach-so-kulturinteressierten Homosexuellen gezeichnet werden, die die Mehrheitsgesellschaft möglichst politikfrei unterhalten? Das kommt davon, wenn eine staatliche Bundeskulturstiftung und die Kulturstiftung der Länder das Thema in die Hand nehmen.
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#2 m123Anonym
  • 11.12.2013, 16:11h
  • Ich hab ein großes Problem mit dem In-Verbindung-Bringen von "Homosexualität" und "Kultur" bzw. mit dem Begriff "homosexuelle Kultur". Kultur ist nämlich per definitionem das, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Und ich kann mich nicht erinnern, dass ich meine sexuelle Identität selbst gestaltet habe, sondern ich bin von der Natur als schwuler Mann erschaffen worden.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.12.2013, 16:22h
  • Ihren Einsatz begründet die Bundeskulturstiftung damit, dass trotz verbesserter Rechte von Schwulen und Lesben Homosexualität noch immer "vielfach Anlass für gesellschaftliche Konflikte und individuelle Diskriminierung" sei.

    Das sieht man besonders in den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR (außer Est- und Lettland) sowie jetzt in Indien!
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