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Einzelkommentar zu:
Bund fördert Ausstellung über Homosexualität(en)


#7 stephan
  • 11.12.2013, 23:43h
  • Antwort auf #2 von m123
  • "Kultur ist nämlich per definitionem das, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur."

    Und Du glaubst nicht, dass die Art und Weise wie homosexuelle Menschen (von sich aus oder als Reaktion auf die vielfältigen Repressionen der Mehrheitsgesellschaft) ihr Leben gestaltet haben, sehr wohl ein kultureller Akt ist, der u.a. dazu diente, eine natürliche Anlage unter - religiösem und heteronormativen - Druck, lebbar zu gestalten?

    Liebe und Tod sind auch zwei ebenso große, natürliche Zwangsläufigkeiten der menschlichen Existenz und dennoch drehen sich 99% des künstlerischen Schaffens genau um diese beiden Pole!

    Und dabei habe ich noch gänzlich davon abgesehen, das wäre nämlich ein weiterer Aspekt, dass viele homosexuelle Menschen signifikant andere Aspekte und Bezüge in das kulturelle Schaffen einbringen. Viele große Künstler wären ohne ihre Homosexualität nicht denkbar, wären ganz andere Personen!

    Vieles von dem Erwähnten (und manches andere) wurzelt tief in der natürlichen, homosexuellen Anlage der Persönlichkeit, schafft aber andere Perspektiven und Bezüge. Das verstehe ich unter homosexueller Kultur!

    Ich würde sogar so weit gehen, dass die Homosexualität der Schaffenden auch in abstraktesten Bezügen der Wissenschaft Eingang findet:

    Arthur Köstler schreibt in seinem Buch 'Die Nachtwandler - Das Bild des Universums im Wandel der Zeit': "[Rhetikus war] ein Enfant terrible und ein genialer Narr, ein Condottiere der Wissenschaft, ein Schüler voll leidenschaftlicher Verehrung und glücklicherweise homo- oder bisexuell []. Ich sage 'glücklicherweise', denn die mit solcher Neigung Behafteten erwiesen sich von Sokrates bis in unsere Tage, stets als hingebungsvollste Lehrer und Schüler, und die Geschichte schuldet ihnen viel."

    Alles keine homosexuelle Kultur?
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