https://queer.de/?20653
Viraler Erfolg für Rechtsextreme
Über 50.000 Facebook-Nutzer "liken" Hängung im Iran
- 16. Dezember 2013 3 Min.

Ein "Bild"-Bericht entfaltet Wirkung.
Eine vermutlich rechtsextreme Gruppe aus Deutschland erzielt mit einem alten "Bild"-Bericht einen viralen Erfolg. Abgebildet sind zwei Teenager, die 2005 möglicherweise nur wegen ihres Schwulseins gehängt wurden.
Das Bild ging um die Welt und es schockierte Schwule im Jahr 2005 so stark wie Jahre zuvor das Foto von dem Gartenzaun, an dem Matthew Shepard zu Tode gefoltert wurde: Der Iran hatte im Juli 2005 zwei männliche Jugendliche gehängt, und das möglicherweise nur, weil sie schwul waren.
Das war zumindest die Meldung, die zunächst um die Welt ging (queer.de berichtete). Dann kam aus dem Iran die "Rechtfertigung", dass die Jugendlichen – zum Zeitpunkt der Hängung 16 und 18 Jahre alt, zur angeblichen Tatzeit fast zwei Jahre jünger – einen 13-Jährigen sexuell missbraucht hätten. Obwohl es erhebliche Zweifel an dieser Version gab, brachte die "Bild"-Zeitung die Geschichte wenige Tage später als Fotomeldung auf ihrer Titelseite – ohne Zweifel an der offiziellen iranischen Version und mit der beinahe triumphierenden Schlagzeile "Hier werden zwei Kinderschänder gehängt" (queer.de berichtete).
50.600 Likes, 4.733 Shares
Nun macht dieser Ausschnitt der "Bild"-Titelseite eine neue Karriere bei Facebook: Bereits über 50.000 Personen haben das von der Facebook-Seite "Todesstrafe für Kinderschänder" hochgeladene Bild seit letztem Freitag geliked, rund 5.000 Personen haben es verbreitet.
Hinter den Anti-Kinderschänder-Seiten bei Facebook stecken in der Regel Rechtsextreme, mal mehr, mal weniger offen. Geschickt nutzen sie Aufreger, um nebenbei ihre weiteren Positionen unterzubringen, das gesellschaftliche Klima zu verändern. Es ist möglich, dass die Likes teilweise gekauft wurden, um die Diskussion zum Laufen zu bringen. Aber viele Nutzer und die Diskussion zu dem Bild wirken authentisch.
Gezielte Hysterie-Schürung
Wohin eine so aufgeheizte Atmosphäre führen kann, hat in den letzten Monaten Russland gezeigt: Neonazis lockten dort vermeintlich Pädophile, schnell aber hauptsächlich einfach Schwule und oft Jugendliche in eine Falle und führten sie, teils unter Gewaltanwendung, öffentlich vor, Videos davon verbreiteten sich wie wild und unter großer Zustimmung in sozialen Netzwerken (queer.de berichtete). Auch aus anderen Ostblockländern werden inzwischen solche Aktionen von "Occupy Pedophilia" und anderen Bewegungen gemeldet.
Damit nicht genug: Erst am Samstag berichtete queer.de von Teenagern in Spanien, die ebenfalls eine Jagd auf vermeintliche Pädophile begonnen haben und sich dafür das gleiche Symbol geben wie die Neonazis aus Russland (die Seite hat inzwischen einige Löschungen durch Facebook und einige Wiederauferstehungen hinter sich).
Das rechte Blog "Politically Incorrect" nutzte den Bericht seinerseits, um dem queer.de-Autor grundlos eine "Inschutznahme" von "Pädo-Kriminellen" und letztlich auch Pädophilie zu unterstellen. Bereits im Sommer hatte das Blog wie viele rechte Seiten und auch Teile der Union eine Kampagne gegen die Grünen gefahren, die teilweise gezielt und mit Lust auch auf Homophobie und der Verknüpfung von Homo- und Pädosexualität basierten. Braut sich da eine gefährliche Strömung zusammen?
Presserats-Missbilligung für "Bild"
Derweil ist bis heute ungeklärt, was damals wirklich in Mashala passiert ist. Die Organisation Human Rights Watch geht heute davon aus, dass es tatsächlich zu einem Missbrauch eines 13-Jährigen gekommen ist. Andere Organisationen, darunter LGBT-Aktivisten aus dem Iran, bezweifeln das weiterhin, und verweisen darauf, dass oft der Vorwand einer Vergewaltigung genutzt werde, um gegen Homosexuelle vorzugehen. Unbestritten ist, das im Iran auch in den letzten Jahren mehrere Männer wegen ihrer Homosexualität zum Tode verurteilt wurden. Alle Menschenrechtsorganisationen sind sich zudem einig in der Ablehnung der Todesstrafe an sich, vor allem an Jugendlichen.
Der "Bild"-Zeitung wurde vom Presserat wegen der Fotomeldung später eine vergleichsweise gütige Missbilligung ausgesprochen; der Abdruck des Bildes habe gegen den Leitsatz verstoßen, dass die Presse "auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität verzichtet" (queer.de berichtete). An dem Text hatte das Gremium allerdings nichts auszusetzen, da sich die Redaktion auf eine Agenturmeldung habe verlassen können.















Das Bild ist Gewaltverherlichend und darf nach facebook-eigenen Regeln gar nicht verwendet werden..
Außerdem zeigen diese Deppen mal wieder ihr wahres Gesicht :
Wie könnten ein 16 und ein 18-jähriger Kinderschänder sein, wo doch die Heiratsfähigkeit kleiner Mädchen im Iran bei 12 Jahren liegt ?
Ich kann mich gut erinner das damals auch behauptet wurde, die beiden seien zum Tode veruteilt worden weil sie als Porstituierte Beischlafdiebstahl begangen hätten..
Welche der behaupteten Geschichten nun wirklich war ist, werden wir wohl niemlas erfahren..
Fakt ist, der Staat Iran hat hier 2 Menschen hingerichtet die NICHTS verbrochen haben, außer zu leben..
Ich fordere alle die ein Facebook-Profil besitzen dazu auf sich für die Sperrung der Seite einzusetzen..
Danke für euren Einsatz..