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Brian Boitano
US-Eiskunstläufer outet sich vor Sotschi-Besuch
- 19. Dezember 2013 3 Min.

Brian Boitano arbeitete in den letzten Jahren als Fernsehkoch
Brian Boitano ist Teil der amerikanischen Delegation. Derweil wurde bekannt, dass der deutsche Innenminister Thomas de Maizière zu den Olympischen Winterspielen reisen wird.
Während der amerikanische Präsident Barack Obama nicht die Olympischen Winterspiele in Sotschi besuchen wird, sind drei offen schwule oder lesbische Sportler Teil der offiziellen Delegation. Am Dienstag hatte das Weiße Haus erklärt, dass Tennislegende Billie Jean King und die Eishockeyspielerin Eishockeyspielerin Caitlin Cahow Teil der zehnköpfigen Delegation sind, die vom stellvertretenden US-Außenminister William Burns angeführt wird.
LGBT-Aktivisten hatten das als diplomatischen, aber deutlichen Schritt gewertet (queer.de berichtete). Am Donnerstag outete sich nun mit dem Eiskunstläufer Brian Boitano ein weiteres Delegationsmitglied als homosexuell. Der 50-Jährige, der sein Land drei Mal bei den Olympischen Winterspielen vertreten hatte und 1988 als Einzelsportler für sein Land Gold holte, schrieb in einem Statement, es sei eine Ehre, Teil der Delegation zu sein.
Es sei seine Erfahrung, "dass Athleten in Freundschaft, Frieden und gegenseitigem Respekt zusammenkommen können, egal, welche Politik ihr jeweiliges Land vertritt", so Boitano. Er habe immer sein privates Leben auf seine Familie und Freunde beschränkt gehalten und wolle dies auch weiter tun. Aber: "Ich bin viele Dinge: Ein Sohn, ein Bruder, ein Onkel, ein Freund, ein Athlet, ein Koch, ein Autor, und schwul zu sein ist nur ein Teil von dem, was ich bin. Zuallererst bin ich ein amerikanischer Athlet und ich bin stolz, in einem Land zu Leben, dass Vielfalt, Offenheit und Toleranz zu seinen Wertenn zählt."
Vor Boitano hatte bereits die 20-jährige australische Snowboarderin Belle Brockhoff die Olympischen Winterspiele für ein Coming-out genutzt (queer.de berichtete). Sie wird in Sotschi antreten. Ein anderer offen homosexueller Sportler, der neuseeländische Shorttracker Blake Skjellerup, hatte hingegen seine Qualifikation verpasst.
Auch Angela Merkel wohl nicht in Sotschi
Neben Obama hatten auch die deutschen und französischen Präsidenten Joachim Gauck und François Hollande sowie der belgische Regierungschef Elio Di Rupo und EU-Kommissarin Viviane Reding erklärt, nicht nach Russland zu fahren. Allerdings ist schwer, dabei von einem Boykott zu sprechen: Gründe gaben die Politiker bis auf Reding zumindest offiziell keine an, auch waren sie oder ihre Vorgänger auch nicht zu anderen Olympischen Winterspielen gereist.
In einem ARD-Interview hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag gesagt, dass sie sehr wahrscheinlich auch nicht nach Sotschi fahren würde – da sei ohnehin bislang nicht geplant gewesen. Zur Frage der Menschenrechte in Russland war sie dabei nicht befragt worden.
Am Donnerstag wurde bekannt, dass der auch für den Sport zuständige Innenminister Thomas de Maizière zu den Spielen reisen wird. "Es ist Usus, dass der Sportminister die deutschen Sportler vor Ort unterstützt", sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur SID. Es sei aber noch unklar, wann genau der Minister nach Sotschi reisen werde und ob er sich etwa mit Menschenrechtlern treffen würde.
Putin drischt erneut auf Schwule und Lesben ein
Die Olympischen Winterspiele finden vom 7. bis 23. Februar in Sotschi statt und sind wegen der russischen Innen- und Außenpolitik umstritten. Am Donnerstag versuchte der russische Präsident Wladimir Putin, durch Freilassungen und Begnadigungen von Oppositionellen wie etwa den Pussy-Riot-Mitgliedern die Wogen zu glätten.
In der gleichen Pressekonferenz sprach er aber erneut davon, "traditionelle Werte" zu bewahren und gegen das "recht aggressive Verhalten einiger sozialer Gruppen" vorzugehen (queer.de berichtete). So gilt seit dem Sommer das landesweite Gesetz gegen "Homo-Propaganda". (nb)













