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Kritik an Russland
Litauens Präsidentin reist nicht nach Sotschi
- 20. Dezember 2013 1 Min.

Präsidentin Dalia Grybauskaite verband die Ablehnung der Teilnahme an der Olympiade mit Kritik am großen Nachbarn (Bild: Baltic Development Forum / flickr / by 2.0)
Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite hat am Donnerstag die Menschenrechtslage in Russland sowie den Umgang des Putin-Reiches mit seinen Nachbarn scharf kritisiert und eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Sotschi abgelehnt.
Grybauskaite sagte, sie sehe "keine politische Möglichkeit, die Spiele in Sotschi zu besuchen". Damit folgt die Präsidentin Absagen ihrer Amtskollegen Joachim Gauck aus Deutschland und François Hollande aus Frankreich sowie des belgischen Premierministers Elio Di Rupo. Die drei Politiker nannten allerdings im Gegensatz zu Grybauskaite für ihre Absagen keine Gründe.
Bislang hatte als einzige Spitzenpolitikerin EU-Kommissionsvizepräsidentin und Justizkommissarin Viviane Reding angekündigt, wegen der Menschenrechtslange nicht nach Sotschi reisen zu wollen (queer.de berichtete).
Die Medien spekulierten, dass das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" in vielen Fällen zur Ablehnung beigetragen habe. Allerdings dürften bei Litauen andere Faktoren zur Kritik beitragen, da die Beziehung beider Länder derzeit schlecht ist: So befürchtet die ehemalige Sowjet-Provinz, dass Russland Litauen als seinen direkten Einflussbereich ansieht. Zuletzt ließ Moskau etwa bei Wirtschaftssanktionen gegen litauische Molkereiprodukte die Muskeln spielen.
Litauen gehört auch zu den eher homofeindlichen Ländern der EU. So gibt es dort etwa ein Verbot der Eheschließung in der Landesverfassung.
Im Gegensatz zur litauischen Staatschefin will der lettische Staatspräsident Andris Berzins an der Eröffnungsfeier der Spiele teilnehmen. (dk)














