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Kampf gegen rechtliche Anerkennung von Homo-Paaren
Unterstützt Papst Franziskus homophobe Bischöfe?
- 30. Dezember 2013 3 Min.

Wie sieht die Politik von Papst Franziskus gegenüber Schwulen und Lesben aus? Die Signale sind widersprüchlich.
Der Weihbischof von Malta behauptet, der Papst habe ihn im Kampf gegen Pläne der Regierung zur Einführung einer Lebenspartnerschaft den Rücken gestärkt.
Der maltesische Weihbischof Charles Scicluna hat in einem Interview mit der "Sunday Times of Malta" angegeben, mit Papst Franziskus über seinen Kampf gegen die rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gesprochen und von ihm Rückendeckung erhalten zu haben.
Bei einem Treffen am 12. Dezember habe er dem Papst von den Plänen des Landes erzählt, eine weitgehend der Ehe gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft einzuführen, so der in Kanada geborene Scicluna. "Er hat mich ermutigt, mich dagegen auszusprechen". Der Papst sei "recht schockiert" gewesen bei der Frage der Lebenspartnerschaft und von Adoptionen durch homosexuelle Paare.
In dem Interview verteidigte Scicluna sich gegen Kritik, nicht mehr dem Zeitgeist und auch nicht mehr dem vermeintlich homofreundlicheren Kurs der Kirche unter dem neuen Papst zu entsprechen. Franziskus hatte sich bislang anders als seine Vorgänger deutlich mit Kritik an der rechtlichen Anerkennung von Lebenspartnerschaften zurückgehalten und zugleich betont, dass auch Schwule und Lesben "unsere Brüder" seien (queer.de berichtete) und man das Thema Homosexualität nicht überbewerten sollte (queer.de berichtete).
Papst: Jesus wollte Vater und Mutter

Charles Scicluna (r.) will zu den Plänen der maltesischen Regierung nicht schweigen
Allerdings ging die offizielle Homophobie der Kirche unter dem neuen Papst weiter, und er selbst sagte am Sonntag zum "Welttag der Heiligen Familie", dass "Jesus in einer menschlichen Familie geboren werden und eine Mutter und einen Vater haben wollte". Der für die Familienseelsorge zuständige Kurienerzbischof Vincenzo Paglia ergänzte gegenüber Radio Vatikan: "Die heutige Herausforderung für eine Familie besteht darin, das von der Mehrheit gelebte Modell von 'Vater-Mutter-Kind' zu verteidigen."
Im nächsten Oktober soll eine spezielle Synode zur Familie stattfinden – Papst Franziskus hatte dazu einen Fragebogen an die Gemeinden aufgesetzt, in der auch der Umgang mit homosexuellen Paaren und Kindern abgefragt wird (queer.de berichtete).
Aus Malta dürfte keine Überraschung zu erwarten sein: In seiner Weihnachtsbotschaft hatte Scicluna betont, dass Gott entschieden habe, Jesus bei einem Mann und einer Frau aufwachsen zu lassen und nicht bei gleichgeschlechtlichen Paaren. Man sollte beten, dass der Gesetzgeber die Kraft und Weisheit hat, nicht die Familie als dauerhafte Gemeinschaft von Mann und Frau zu zerstören.
Der frühere Missbrauchsbeauftragte des Vatikans macht seit Monaten Front gegen die Pläne der Regierung zur Einführung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften. Diese sollen hetero- wie homosexuellen Paaren offenstehen (queer.de berichtete).
Spanischer Bischof: Homo-Ehen führen zu gestörten Kindern
Derweil sorgt erneut ein römisch-katholischer Bischof für homophobe Schlagzeilen. In einem pastoralen Brief schrieb der Spanier Casimiro López Llorente, Lebenspartnerschaften und die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare hätten die "Zerstörung der Ehe und der Familie" zur Folge.
Die Homo-Ehe führe zudem "zur Entwicklung eines Klimas, das in Gewalt endet", und einem "signifikanten Anstieg von Kindern mit starken Störungen der Persönlichkeit", so der Bischof von Segorbe-Castellón de la Plana. (nb)















Der mit der "starken Störung der Persönlichkeit" ist Bischof Casimiro López Llorente persönlich! Wohl zuviel Weihrauch inhaliert, was?