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Leichtathletin verpartnert sich

Nadine Müller hat ihr Coming-out

  • 02. Januar 2014 32 2 Min.

Nadine Müller (rechts) veröffentlichte auf Facebook dieses Foto ihrer Verpartnerung vor der Hochzeitslimousine

Die beste deutsche Diskuswerferin hat sich an Silvester mit ihrer Freundin verpartnert. Jetzt sucht das Paar nach "passenden Samenspendern".

Die Weltklasse-Diskuswerferin Nadine Müller hat sich am Mittwoch als lesbisch geoutet. Die 28-Jährige gab bekannt, dass sie am Silvestertag mit ihrer 32-jährigen Freundin Sabine eine Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Die beiden gaben sich im Standesamt in Zwenkau bei Leipzig das Ja-Wort.

"Wir wollen uns nicht weiter verstecken oder ständig irgendwelchen Beziehungsfragen aus dem Weg gehen. Wir wollten keine Scheinehe mehr führen", erklärte Müller im Interview mit der "Welt". Die Polizistin fuhr fort, dass bereits Familie, Freunde und Sportlerkollegen seit längeren von ihrer Beziehung wussten. Nun wolle sie auch in die Öffentlichkeit treten: "Das bisherige Versteckspiel war vor allem von meiner Seite ein Selbstschutz. Jetzt aber sollen auch die Presse und meine Fans erfahren, wen ich liebe und mit wem ich zusammenleben möchte".

Endlich öffentlich Händchenhalten

Nach ihrem Coming-out fühle sie sich erlöst, sagte sie weiter. Nun könne sie händchenhaltend mit ihrer Lebenspartnerin durch die Stadt schlendern. In der Vergangenheit sei es "extrem belastend" gewesen, "wenn du ganz normale Dinge im Alltag nicht machst, nur weil du eine gleichgeschlechtliche Neigung besitzt und denkst, dass die Gesellschaft das nicht akzeptiert".

Müller erklärte, dass sie ihre Partnerin bereits 2009 über Freunde kennengelernt habe. "Gefunkt" habe es erst vor zwei Jahren. Inzwischen haben beide gemeinsam ein Haus gekauft. Nun beginne die Familienplanung: "Kinder wollen wir unbedingt haben. Wir sind auch schon dabei, das in Angriff zu nehmen, also auf der Suche nach passenden Samenspendern. Meine Frau wird schließlich nicht jünger", sagte die Leichtathletin.

Bereits seit Jahren gehört Müller zur Weltspitze im Diskuswerfen. Bei den Weltmeisterschaften 2011in Südkorea wurde sie Zweite, ein Jahr später gewann sie bei den Europameisterschaften in Helsinki ebenfalls Silber. Bei den Olympischen Spielen reichte es 2012 für einen fünften Platz, bei der WM 2013 in Moskau wurde sie Vierte. Seit 2009 gewann sie jedes Jahr die Deutsche Meisterschaft. Außerdem hat sich Müller zur Polizeiobermeisterin bei der Bundespolizei ausbilden lassen. (dk)

#1 herve64Ehemaliges Profil
  • 02.01.2014, 12:10h
  • Nadine Müller? Nie vorher von ihr gehört, sorry!
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#2 schwarzerkaterEhemaliges Profil
  • 02.01.2014, 12:29h
  • nadine müller, glückwunsch und respekt!
    warum trauen sich die männlichen leichtathleten nicht, sich zu outen? haben die höher dotierte werbeverträge als die frauen, oder woran liegts?
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#3 seb1983
  • 02.01.2014, 13:23h
  • Antwort auf #2 von schwarzerkater
  • Da wird es viele Gründe geben:

    Männer verdienen generell immer mehr, sowohl durch den Sport als auch durch Werbeverträge.
    Lesbisch zu sein gilt, wenn man nicht als Butch auftritt, nicht als solcher Makel wie schwul bei Männern.
    Zudem werten Männer ihre berufliche bzw. sportliche Karriere deutlich höher als das private Glück und definieren sich darüber, während Frauen sich beruflich oft zurückhalten und dem Privatleben oberste Priorität einräumen.
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