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Kommentare zu:
Berliner Treibhaus-Sauna ist Geschichte


#11 suspektAnonym
#12 paul bAnonym
#13 LangsamLangsamEhemaliges Profil
#14 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 04.01.2014, 10:50h
  • Antwort auf #4 von Sarah
  • ...den leicht bitteren Worten von Sarah kann ich mich nur anschließen. Der Stadtteil war - das ist leider schon eine Weile her - ein Zentrum der Begegnung von Ost und West, von hetero und queeren Menschen, von Alteingesessenen und Zugezogenen. Dieses Gleichgewicht ist mittlerweile völlig zerstört. Einheitsbrei ist wohl der Begriff, der den Stadtteil für mich am deutlichsten beschreibt; Rückzug in die eigene Sippe und Kontakt nur zu anderen Sippen, die den gleichen Lebenstil pflegen - alle Anderen werden unter dem Label 'Stadtentwicklung' zum Wegzug genötigt. Homosexuelle werden vielleicht als liebenswert exzentrische Dienstleistende im Gastro- und Sozialbereich akzeptiert solange sie abends wieder brav mit der S-Bahn nach hause fahren, denn eine Gay-Szene wollen viele nicht vor ihrer Tür. Zurück in die 50-iger Jahre - auf dem Prenzlauer Berg ist das besonders 'geglückt'. Da freut sich das Kleinbürgertum aus allen Regionen der Republik und blättert ein Vermögen hin um ein Teil davon zu sein.
    Für mich sind Saunen keine Option aber auch sie haben die Funktion eines Treffpunktes an denen eben nicht nur gevögelt wird (das weiß ich von Leuten, die gerne in die Saune gehen...). Meines Wissens wurde doch keiner gezwungen dort hin zu gehen, oder?
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#15 m123Anonym
  • 04.01.2014, 11:09h
  • Ein Problem weniger. Die schwule Szene mit ihrer absoluten Sexorientiertheit und dem Vorspielen einer Parallelwelt, die einfach nur aus Sex besteht, ist einfach nur schädlich, vor allem für junge Schwule, die in die schwule Szene abdriften. Es ist ja so verlockend. Sex jeden Tag und immer mit wem anders. Und dann auch noch im anonymen Ambiente einer Sauna. Schwule Saunen sind jedoch keine echten Saunen, sondern Sextempel, quasi kostenlose Puffs, wo potenziell jeder mit jedem rummachen kann.

    Ohne die gesellschaftliche Diskriminierung von Schwulen hätte sich nie eine solch oberflächliche, sexorientierte schwule Szene entwickelt. In meinen Augen ist die schwule Szene ein künstliches Konstrukt, welches sich einige Schwule geschaffen haben, um eine Welt für sich zu haben, in der sie nicht diskriminiert werden und "endlich" frei und hemmungslos ihrem Sextrieb folgen können. Eine Art Schutzraum. Schutz vor blöden Blicken, Schutz vor Diskriminierung. Dass sich die Schwulen dabei vom Rest der Gesellschaft selbstghettoisiert haben, merken viele leider nicht. Die vermeintlich freie, schöne, schillernde, schwule Szenewelt lockt vor allem viele junge Schwule und verspricht ihnen "endlich" eine Umgebung, in der sie sich wohlfühlen und keine Angst mehr haben müssen. Wie eine große Familie. In der schwulen Szene kann man sich so fühlen als wären andere, einem eigentlich völlig fremde Schwule, gar nicht fremd. Man kennt sich eigentlich nicht, aber fühlt sich trotzdem sofort verbunden. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Superlative. Toll. Ja, das verschafft kurzfristig Erleichterung in diese Parallelwelt voll einzutauchen. Aber nicht sehr lange. Denn man wird älter. Und wenn man älter wird, dann merkt man in was für eine Welt man sich dort begeben hat. Es ist eine Parallelwelt voller Oberflächlichkeit, in der es quasi unter dem Strich nur um Sex und Aussehen geht. Der junge Schwule mit Adoniskörper ist in der schwulen Szeneparallelwelt ein Gott. Er wird angehimmelt und begehrt. Wird man jedoch älter und der Körper altert mit, dann realisiert man die negativen Seiten der schwulen Szene.

    Menschen brauchen Bindung. Bindung an andere Menschen. Jeder sehnt sich doch nach jemandem, der am nächsten Morgen nicht schon wieder weg ist. Aber One-Night-Stands und Sexdates sind wie eine Art Droge. Kurzfristig machen sie high, geben einem ein gutes Gefühl. Doch mit der Zeit realisiert man, dass es so nicht immer weitergehen kann und dass man mit den One-Night-Stands einfach nur verdrängt hat, dass man sich nach nem festen Partner sehnt. Jemand, der einen liebt, und mit dem man nicht nur einfach Sex hat. Jemand, für den man Gefühle empfindet. Nicht umsonst ist Liebe die stärkste Emotion, die Menschen zu empfinden in der Lage sind. Und danach sehnt sich letztlich jeder.

    Ich halte nicht viel von der schwulen Szene, aber jeder, der gerne dort voll eintauchen will, soll es tun. Wenn jemand denkt dort glücklich werden zu können... dann bitteschön, soll er in der schwulen Szene sein Lebensglück finden.

    Ich hoffe, dass langfristig die sexorientierte schwule Szene nach und nach verschwindet, und die Szeneschwulen sich wieder mehr der Gesamtgesellschaft zuwenden, und die Ghettoisierung zurückgeht.
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#16 ZeitfensterAnonym
#17 So WhatAnonym
  • 04.01.2014, 12:44h
  • Antwort auf #15 von m123

  • Gell, es ist gemütlich im Schrank...

    Zur Sexorientiertheit fällt mir ein schönes Zitat aus der Ralf König Ecke ein: "Gäbe es in Bielefeld einen Park, in dem man nachts mit Frauen kostenlos Sex haben könnte, die Stadt müsste drei neue Autobahnabfahrten bauen."

    Gleiches Argument wie oben: Du kommst mit der Szene nicht klar und deswegen darf es sie nicht geben. Wie verbittert muss man sein.

    Ich für meinen Teil mag schwule Ghettos, die Freiheit die dort möglich ist, hat schon zu vielen tollen Erlebnissen / Bekanntschaften / Diskussionen / Freundschaften geführt.

    Wenn das nix für Dich ist, bleib weg, es bleibt Dir unbenommen. Ich möchte nicht abstreiten, dass man jenseits der Szene glücklich ist, aber es möge doch bitte jeder nach seiner Fasson selig werden. Ein bisschen mehr Toleranz innerhalb der schwulen Community täte uns allen gut.
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#18 seb1983
  • 04.01.2014, 13:47h
  • Antwort auf #15 von m123
  • Puffs für Heteros gibts an jeder Ecke, wenn Schwule das quasi für weniger Geld bekommen (Angebot und Nachfrage eben) warum dann nicht.
    Leben und leben lassen.

    Hier liegt der Fall zwar im Mietvertrag und es war ne Sauna, aber was doch deutlich wird: Bietet die Szene nur die Möglichkeit Leute zum vögeln zu finden, garniert mit schlechtem Ambiente und überteuerten Getränken, dann hat sie in Zeiten des Internets ihre Daseinsberechtigung verloren. Das geht dort besser und billiger.

    Aber auch sonst tun sich viele alteingesessene Etablissements schwer. Eine Binsenweisheit im Gewerbe: Der Gast ist enorm anspruchsvoller geworden. Heteroclubs und Kneipen legen da permanent nach oder gehen unter.
    Der Großteil der Szeneläden dagegen liegt im 60er Jahre Marianne Rosenberg Schlaf. Einzig die Preise steigen nach dem Motto "Die Schwuppen kommen schon, wo sollen die sonst auch hin..."
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#19 sperlingAnonym
  • 04.01.2014, 13:50h
  • Antwort auf #15 von m123
  • es sind immer noch sehr oft genau diese schutzräume, die du als "ghettos" beschimpfst, die es gerade jungen schwulen überhaupt erst ermöglichen, sich von anderen menschen mit ihrem schwulsein angenommen zu fühlen und so langsam ein gesundes selbstbewusstsein aufzubauen. neben schwulen räumen im internet (wie diesem hier, den du seltsamerweise selber eifrig nutzt) gehören nach wie vor schwule kneipen, schwule vereine, csds und ja, auch schwule saunen dazu. als schwuler muss man immer noch erst lernen, sich eine welt überhaupt vorstellen zu können, in der man einfach mal man selber sein und sich damit sicher fühlen kann. ich behaupte: ohne explizit schwule räume ist das für fast niemanden möglich.

    deine behauptung, solche räume seien ganz generell "einfach nur schädlich" ist angesichts der tatsache, dass es in vielen anderen räumen immer noch riskant ist, sich offen schwul zu zeigen oder gar schwulen sex zu haben, echt zynisch.

    >"Ich hoffe, dass langfristig die sexorientierte schwule Szene nach und nach verschwindet, und die Szeneschwulen sich wieder mehr der Gesamtgesellschaft zuwenden"

    und wieder baust du diesen albernen scheingegensatz auf. ich nutze die schwule sex-subkultur UND lebe mitten in der gesellschaft. wie zum teufel sollte mich denn das eine am anderen hindern?

    davon abgesehen: ja, vielleicht ist es ja sogar theoretisch möglich, in einer welt ohne jegliche schwule infrastruktur auf partnersuche zu gehen, ohne jemals für ein falsch plaziertes blinzeln eins in die fresse zu bekommen. erstrebenswert ist eine solche welt aber für die meisten von uns sicherlich trotzdem nicht. warum sollten wir auf etwas verzichten, das so eindeutige vorzüge hat?
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#20 RobbyEhemaliges Profil

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