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  • 15. Januar 2014 16 2 Min.

Gleich­geschlechtliche Paare schätzen die "Qualität ihrer Beziehung" höher ein als Heterosexuelle (Bild: Fernnando Dutra / flickr / by-sa 2.0)

Einer englischen Studie zufolge sind Menschen in gleichgeschlechtlichen Zweierbeziehungen grundsätzlich zufriedener mit ihrer Liaison als heterosexuelle Paare.

In Studien wurde bereits wiederholt nachgewiesen, dass Paare glücklicher als Singles sind. Jetzt kommt eine Untersuchung der größten europäischen Universität zu dem Ergebnis, dass Schwule und Lesben in Großbritannien in ihrer Beziehung signifikant mehr Zufriedenheit empfinden als vergleichbare heterosexuelle Paare. Forscher der Open University in Milton Keynes hatten dafür in einer quantitativen Studie 5.000 Menschen befragt. 50 von ihnen wurden zudem ausführlich interviewt.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass "lesbische, schwule, bisexuelle und queere" Teilnehmer die "Qualität ihrer Beziehung" höher bewerteten als verschiedengeschlechtliche Paare. "Heterosexuelle Eltern sind am wenigsten füreinander da", heißt es in der Studie weiter.

Homo-Paare: Probleme im öffentlichen Leben

Allerdings erfahren Homo-Paare im öffentlichen Raum weiterhin mehr Einschränkungen als Heterosexuelle. Viele dieser Paare, insbesondere jüngere, "sagen, dass sie in der Öffentlichkeit nicht Händchen halten würden aus Angst vor Repressionen".

Die Studie kommt ferner zu dem Ergebnis, dass kinderlose Paare in der Regel glücklicher sind als Eltern. Am wenigsten zufrieden mit ihrer Partnerschaft zeigen sich Mütter. Hier gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während für zwei Drittel der Frauen ihre fünf- bis neunjährigen Kinder die wichtigste Person im Leben ist, ist es für eine Mehrheit der Väter immer noch die Partnerin. Männer beklagen sich insbesondere, wenn sexuelle Aktivitäten aufgrund des Nachwuchses vernachlässigt werden würden.

Ferner zeigen sich die Befragten von Aufmerksamkeiten viel beeindruckter als von großen Liebesbekundungen: "Große romantische Gesten werden zwar geschätzt, aber sie helfen der Beziehung weniger, als dem Partner eine Tasse Tee ans Bett zu bringen oder zusammen fernzusehen", erklärte Co-Autorin Jacqui Gibb.

Um Beziehungen zu festigen, empfehlen die Wissenschaftler vor allem alltägliche Gesten: So sei die Nutzung von Worten wie "danke" wichtig für die Beziehung, ebenso wie Arbeitsteilung bei der Hausarbeit und lange Gespräche. Diese Tipps sind für hetero- und homosexuelle Paaren gleich. (dk)

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 romantikAnonym
  • 15.01.2014, 17:01h
  • Das Vorhaben der Wissenschaftler der Princeton University, angeführt vom Ökonomen Angus Deaton, der der dortigen Wirtschaftswissenschaftsfakultät vorsteht, war ehrgeizig: Man wollte wissen, wer glücklicher ist, Eltern oder kinderlose Erwachsene......

    ......Allerdings gilt dies, wie die Untersuchung in anderen englischsprachigen Ländern zeigte, nur für ein bestimmtes Wohlstandsniveau, wo Kinder ohne Not geboren sind und aufwachsen und Eltern einem gewissen Hedonismus nachgehen können.

    www.heise.de/tp/blogs/10/155673
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#3 m123Anonym
  • 15.01.2014, 17:11h
  • Ich glaube eher nicht, dass gleichgeschlechtliche Paare wegen ihrer Gleichgeschlechtlichkeit im Durchschnitt glücklicher sind als verschiedengeschlechtliche Paare. Warum auch? Es gibt soviele Faktoren, die eine Rolle dabei spielen warum die Stichprobe der gleichgeschlechtlichen Paare in der Umfrage sich "glücklicher" gegeben hat als die Stichprobe der verschiedengeschlechtlichen Paare. Und ich glaube nicht, dass die Gleichgeschlechtlichkeit ansich der Grund ist.

    Mit Statistik kann man unglaublich viele Zusammenhänge verzerren, wenn man nicht vollständig alle kausalen Faktoren erfasst. Das beste Beispiel dafür, was ich immer nenne, ist die Behauptung, dass homosexuelle Männer wegen ihrer Homosexualität häufiger HIV-positiv sind als heterosexuelle Männer. Genauso wie behauptet wird der Faktor Gleichgeschlechtlichkeit führe zu mehr Glücklichsein wird ja auch behauptet der Faktor Schwulsein führe zu einem höheren HIV-Infektionsrisiko (und traurigerweise werden homosexuelle Männer deswegen immer noch pauschal von der Blutspende ausgeschlossen). Dabei ist bei letzterem eben gerade nicht das Schwulsein der kausale Faktor, der das höhere HIV-Infektionsrisiko begründen kann und auch nicht die Tatsache ob man als homosexueller Mann sexuell aktiv ist oder nicht, sondern der kausale Faktor ist das individuelle Risikoverhalten beim Sexualverkehr, d. h. ob man Safer Sex macht oder nicht. Man könnte ja ansonsten auch sagen, dass Mannsein ein höheres HIV-Infektionsrisiko darstellt als Frausein, denn den Zahlen nach sind wesentlich mehr Männer HIV-positiv als Frauen. Aber jeder weiß, dass das Geschlecht eines Menschen ganz bestimmt nicht der kausale Faktor für das HIV-Infektionsrisiko ist. Und ich verwette meinen Arsch darauf, dass es ähnlich auch bei der Studie zum Glücklichsein die falsche Schlussfolgerung ist zu behaupten, dass die Gleichgeschlechtlichkeit glücklicher macht. Wenn es überhaupt so ist, dass gleichgeschlechtliche Paare glücklicher sind als verschiedengeschlechtliche Paare, dann muss es dafür einen anderen kausalen Faktor geben als die Gleichgeschlechtlichkeit. Davon bin ich überzeugt.
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