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  • 15. Januar 2014 16 2 Min.

Liam Davis spielt in der sechsten englischen Liga und ist dennoch der ranghöchste offen schwule Fußballspieler

Liam David, Mittelfeldspieler von Gainsborough Trinity, outete sich nach einem Teamwechsel.

Nicht nur in den Profiligen, sondern auch in den niedrigeren Spielklassen sind schwule Fußballspieler eine Seltenheit. Das englische Lokalblatt ""Lincolnshire Echo" hat jetzt ein lesenswertes Porträt eines Fußballers veröffentlicht.

Der 23-jährige Liam David hat sich damit nicht geoutet, wie manche Medien schreiben; er ging schon länger offen mit seiner Homosexualität um. Auch steht er nicht am Anfang einer Karriere; er spielt schon länger und ein Aufstieg in die Höchstklasse scheint unwahrscheinlich.

Gainsborough ist eine 20.100-Einwohner-Stadt in den East Midlands, die nächste größere Stadt ist Lincoln. Trinity spielt in der Conference North, das ist eine von zwei parallelen Ligen in der sechsten Ligaebene. In der elften Ebene wartet bereits mit der ersten Mannschaft des Stonewall FC ein Club mit überwiegend schwulen Fußballern.

Lob für Hitzlsperger

In dem Artikel lobte David den deutschen Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger für sein Coming-out, auch wenn es erst nach Karriereende erfolgte. Sein Vorbild sei der Rugby-Spieler Gareth Thomas, der sich noch während seiner aktiven Zeit geoutet hatte. Dabei sei dieser Sport viel mehr Macho.

In früheren Teams habe er öfters mal Witze über Schwule gehört, sagte David. Nachdem ihm ein Spieler im neuen Club aber geradezu zu einem Coming-out gedrängt habe, habe es keine Probleme gegeben – die Spieler der Kleinstadt hätten ohnehin bereits von seiner Homosexualität gewusst. Bei seiner Familie und Freunden hatte er sich zuvor geoutet.

"Ich bin glücklich damit, out zu sein, und stolz darauf", so David. Er hoffe, auch anderen Spielern mit den Aussagen Mut zu machen. Aber in höheren Ligen hätten Spieler mehr Sorgen vor der Anzahl der Fans, der Höhe des Medienechos und vor den eigenen Agenten, die schnell Einnahmeverluste befürchteten.

Vor den Mitspielern müsste man sich nicht sorgen: "Gainsborough ist ein guter Club, aber nicht anders als viele Teams in der Art, wie sie sich um Spieler kümmern. Ich denke nicht, dass in vielen Umkleiden Mitspieler zu Ausgestoßenen gemacht würden." Homosexualität sei viel akzeptierter als früher. (nb)

#1 MichaelTh
  • 15.01.2014, 21:44h
  • Sehr sympathischer Fußballer! Mögen noch viele seinem Beispiel folgen und ganz selbstverständlich schwul sein :-) Bravo!
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#2 m123Anonym
  • 15.01.2014, 22:17h
  • Liebe schwule Fußballprofis,

    steht doch einfach dazu wer ihr seid und hört auf euch zu verstecken. Euch kann niemand was, wenn ihr die vereinzelten blöden Sprüche von der homophoben Minderheit an euch abprallen lasst. Und ihr wisst, dass jeder homophobe Spruch eigentlich nur die Dümmlichkeit des Aussprechenden betont. Ich schlage vor, dass ihr Kontakte zu anderen schwulen Spielern oder Ex-Spielern sucht, wie beispielsweise zu Thomas Hitzlsperger. Oder aber Kontakt zu vertrauenswürdigen Menschen wie Tatjana Eggeling. Und dann schließt euch zusammen und macht ein kollektives Coming Out von mehreren. Zwei, drei, vier Fußballprofis, die sich gemeinsam outen. Dann Vielleicht finden sich sogar noch mehr. Gerade jetzt im Windschatten des Hitzlsperger-Coming-Outs ist es eigentlich ein besonders guter Zeitpunkt. Denkt auch daran, dass ihr dann eure Identität nicht länger verstecken müsst, das Versteckspiel ein Ende hat, ihr frei leben und lieben könnt. Und natürlich könnt ihr weiterhin Fußball spielen. Und wie gesagt, auf die dümmlichen Sprüche von manchen wenigen homophoben Menschen würde ich gar nichts geben. Sollen die doch labern, brüllen, schreien. Ihr wisst doch, dass diese Sprüche dümmlich sind. Denkt doch vielleicht auch an die jungen schwulen Fußballspieler, denen ihr damit Mut gebt. Denkt daran wie sich dadurch das homophobe Klima an Schulen abschwächt und junge homosexuelle Schüler mehr Selbstwertgefühl entwickeln können. Vielleicht bewahrt ihr dadurch auch den ein oder anderen Jugendlichen vor dem Suizid. Vielleicht wird der ein oder andere Vater seinen schwulen Sohn dann besser akzeptieren, wenn der Vater ein Fan von euch ist. Ihr würdet mit einem Coming Out vielen jungen homosexuellen Menschen Hoffnung auf ein diskriminierungsärmeres Leben geben. Und ihr würdet die Homophobie in der Gesellschaft ein ganzes Stück weit zurückdrängen. Dass ihr gute Fußballer seid habt ihr schon bewiesen, wenn ihr in der ersten oder zweiten Fußballbundesliga spielt. Ihr gehört zu den besten Fußballern Deutschlands. Jetzt wäre es doch auch mal an der Zeit den Profifußball endlich von diesem erdrückenden Versteckspiel zu befreien, denkt ihr nicht auch? Ist es nicht eine einreißwürdige Situation, dass eine homophobe Minderheit Macht über euer privates Glück hat? Überlegt doch auch mal, dass ihr euch damit in der Geschichte verewigen würdet. Als mutige Vorbilder. In zehn oder zwanzig Jahren würden die Menschen zurückblicken und sagen "Das waren die, die das Eis endgültig gebrochen haben". Das wäre dann etwas, worauf ihr euer Leben lang stolz sein könnt. Und zwar wirklich stolz. Denkt immer daran, ihr seid so wie ihr seid. Und dafür wie ein Mensch nunmal ist, braucht sich niemand zu schämen, entschuldigen oder zu verstecken. Outet euch. Es bewirkt Gutes. Für euch und für viele andere Menschen.
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#3 LarsAnonym
  • 15.01.2014, 22:34h
  • Antwort auf #2 von m123
  • ein wirklich toller Kommentar. Vielen Dank dafür. Er sollte eigentlich groß veröffentlicht werden und spiegelt meine Meinung wieder.
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