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Neue Staffel "Ich bin ein Star, holt mich hier raus"
Das Dschungelfieber kehrt zurück
- 17. Januar 2014 4 Min.

Welcher dieser Kandidaten wird in den kommenden zwei Wochen das Volk erregen? (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Geschätzte 30 Millionen Euro investiert RTL, um uns zum achten Mal zu Dschungel-Voyeuren zu machen. Für schwule Themen sorgen Moderator Jochen Bendel und die Berliner Szenegröße Julian Stoeckel.
Von Dennis Klein
In den nächsten 16 Tagen wird halb Deutschland wieder über Unterschichtenfernsehen lästern, während die andere Hälfte vergnügt (und möglicherweise heimlich) Abend für Abend Sonja Zietlow an den Lippen hängen wird. Wenn es wieder kommt wie in den letzten Jahren, wird RTL mit "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" quotenmäßig die Konkurrenz erneut weit hinter sich lassen – und gleichzeitig die Boulevardmedien mit bunten Geschichten überziehen.
Während im letzten Jahr Dragqueen Olivia Jones die Szene vertrat, sorgen in diesem Jahr Jochen Bendel und Julian Stoeckel für Schwulitäten. Bendel, der in den Neunziger Jahren als Moderator der Spielshow "Ruck Zuck" ein Meister des Fließbandfernsehens war, hatte sich eigens für die Dschungelshow als schwul geoutet: Anfang des Jahres erzählte er einem Boulevardmagazin von seinem feschen neuen Freund, mit dem er schon seit ganzen sieben Wochen(!) liiert gewesen sei (queer.de berichtete). Wenige Tage später sickerte durch, dass Bendel in den Dschungel geht (queer.de berichtete).
Nach einem Bericht des Magazins "InTouch" soll Bendel für seinen Dschungelaufenthalt mit 30.000 Euro entlohnt werden. Das ist zwar viel weniger als der Topverdiener der Runde, der prollige Schlagersänger Michael Wendler, erhält. Hier wird von 125.000 Euro gesprochen.
Allerdings gibt es auch zwei Kandidaten, die sich mit 15.000 Euro begnügen müssen – neben Ex-"Topmodel" Larissa Marolt ist das Modedesigner Julian Stoeckel. Die Berliner Szenegröße will sich offenbar im Dschungel bundesweit zur Marke machen. RTL wird hoffen, dass das "Partygesamtkunstwerk" als "extrovertierte Jet Setter" (Eigenbeschreibung auf seiner Website) für schwule Stimmung sorgen wird. Allerdings ist dem Sender selbst der bereits verheizte DSDS-Kandidat Marco Angelini (2011 belegte er den 4. Platz der Castingshow) doppelt so viel Gage Wert wie Stoeckel.
Nach sieben Staffeln sind die "Star"-Kandidaten jedoch schon sehr selbstsicher und stellen große Pläne auf: "Ich könnte mir eine Romanze mit allen vorstellen, mit schönen Frauen und mit schönen Männern", erklärte etwa Stoeckel vor seiner Abreise nach Australien – der 26-Jährige stellt aber Bedingungen: "Hauptsache sie sind unter dreißig Jahren, muskulös und schön, haben gemachte Brüste, und sehen nicht aus, als würden sie unterm Tisch hängen. Ich bin für alles offen. Ich bin schon seit ca. 300 Jahren Single und gespannt darauf, was im Camp passieren wird". Allerdings will er wohl den RTL-Zuschauern keine Hardcoreszenen zumuten, sondern verspricht unterhaltsame Stimmungsschwankungen: "Ich werde dort keinen Sex haben. Das ist das, worunter ich am meisten leiden werde".
Dschungelromanze ja, Sex nein

Wie im letzten Jahr werden Sonja Zietlow und Daniel Hartwich die Show live aus Australien moderieren
Der schwule Kandidat Jochen Bendel hat dagegen angekündigt, den Job als Camp-Mama übernehmen zu wollen: "Wenn ich mitkriege, dass jemand Klopapier verschwendet, werde ich hart dazwischen gehen", verspricht der 41-Jährige – und will offenbar hygienische Minimalstandards setzen: "Auch gegen Körpergeruch kann man etwas tun. Es gibt ja Wasser und einen Badeteich". Ein Dschungeltraining hat er bereits zu Hause in München absolviert: "Ich habe auch schon auf der Dixi-Toilette auf der Baustelle nebenan bei mir geübt", so Bendel trocken.
Zu den weiteren Teilnehmern zählen Mola Adebesi (früherer Viva-Moderator), Corinna Drews (die Ex von Jürgen Drews), Melanie Müller ("Der Bachelor"), Gabby Rinne ("Popstars"), Tanja Schumann (Komikerin aus "RTL Samstag Nacht") und "Tatort"-Schauspieler Winfried Glatzeder, der auch im Film "Gossenkind" des schwulen österreichischen Regisseurs Peter Kern mitgespielt hat.
"Spätestens nach einem Tag werden die Fetzen fliegen"

Er hat schon die Dschungelkrone gewonnen: Ross Antony, der zum Sieger der 3. Staffel gewählt wurde (Bild: RTL)
Ex-Dschungelkönig Ross Antony glaubt, dass es in dieser Staffel wieder unterhaltsam zugehen wird: "Da wird es sofort knallen, und zwar richtig. Am Anfang sagen zwar alle, es soll schön harmonisch sein, aber spätestens nach einem Tag werden die Fetzen fliegen", so der Sänger laut "Kölner Stadtanzeiger". "Ich weiß genau, dass einige Kandidaten sich nicht mögen." Dabei handelt es sich wohl insbesondere um die Casting-Mädels, bei denen ein Zickenkrieg die Erinnerung an Sarah Dingens auslöschen könnte.
Als mögliche Siegerin bringt Antony Komikerin Tanja Schumann ins Gespräch. Grund: "Sie hat in ihrem Leben wenigstens schon etwas geleistet". Als "Superstar" der Sendung sieht er aber den Klischee-Barden Wendler: "Ihn im Dschungel zu haben ist das Beste. Er ist der perfekte Charakter für die Show. Viele Leute lieben ihn, viele hassen ihn. Er muss garantiert in die ersten Prüfungen." Ob der Sänger aber nicht wie Helmut Berger im letzten Jahr schnell wieder die Fliege macht, ist gar nicht sicher. Immerhin ließ Wendler schon verkünden: "Natürlich gibt es Punkte, die dazu führen können, dass man sagt: 'Ich steige aus.' Wenn es psychisch gar nicht mehr geht, würde ich das machen". Und tschüss.
Staffelauftakt am Freitag (17.01.) um 21.15 Uhr bei RTL. Danach täglich, verschiedene Sendezeiten in der Primetime
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