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Schlag gegen Anführer der Selbstjustizgruppen
Russischer Neonazi in Kuba verhaftet
- 18. Januar 2014 2 Min.

Maxim Martsinkewitsch (r.) und seine Mitstreiter und Nachahmer quälten vor allem schwule Männer
Maxim Martsinkewitsch, Gründer der russischen "Occupy Pedophilia"-Bewegung, könnte nun in Russland der Prozess gemacht werden.
Der russische Neonazi Maxim Martsinkewitsch, der seit Wochen auf der Flucht vor russischen Behörden war, ist am Freitag von der kubanischen Polizei in einem Hotel in Havanna festgenommen worden. Der 29-Jährige war per internationalem Haftbefehl gesucht worden.
Die russischen Behörden bestätigten die Festnahme, über der sie per Interpol informiert worden seien, am Samstag gegenüber russischen Medien. Im Dezember hatte ein Gericht Untersuchungshaft für Martsinkewitsch angeordnet (queer.de berichtete); nach seiner Auslieferung an Russland wird gegen ihn wegen mehrerer gewalttätiger Videos und der Anstiftung zum Rassenhass der Prozess gemacht, ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Razinsky (l.) und Martsinkewitsch führten die Bewegung an
Der frühere Leiter der rechtsextremen Kampfgruppe Format 18, der 2007 bereits wegen der Anstiftung zu Hass für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis musste, hatte sich in den letzten Jahren als Jäger auf vermeintliche Pädophile einen Namen gemacht. Nach dem Vorbild der von ihm gegründeten Gruppe "Occupy Pedophilia" hatten sich in ganz Russland und zuletzt in weiteren Ex-Ostblockstaaten weitere Gruppen gebildet, die vor allem einfach schwule Männer zu einem Date lockten, um diese dann per Videoaufnahme öffentlich bloßzustellen (queer.de berichtete).
Einige regionale Gruppen gingen dabei besonders gewalttätig vor und sorgten durch internationale Medienberichte über die Folterungen weltweit für Empörung, andere Gruppen wie vor allem "Occupy Gerontophilia" unter dem erst 16-jährigen Radikalen Philip Razinsky suchten sich vor allem minderjährige Tortur-Opfer. Ende Dezember hatte die Moskauer Polizei eine Razzia in der Wohnung von Razinsky durchgeführt und ihn verhört, auch er soll angeklagt werden (queer.de berichtete). (nb)














