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Homo-Subkultur in Berlin
Chatten auf der Sexparty und andere Todsünden
- 19. Januar 2014 2 Min.

"Banal-Sex", Sirko Salkas erstes Buch, ist im Berliner Querverlag erschienen
In seinem Buch "Banal-Sex" beschreibt Sirko Salka die Skurrilitäten des schwulen Großstadtlebens.
Von Bodo Niendel
Sirko Salka, der ehemalige Chefredakteur des queeren Berliner Stadtmagazins "Siegessäule", hat ein heiteres Buch über schwule Befindlichkeiten geschrieben. Anhand der sieben Todsünden erklärt er in "Banal-Sex", was Schwulsein in der Metropole so ausmacht.
Da wäre zum Beispiel der tägliche Gang ins Fitnessstudio, mit dem der gewöhnliche Homosexuelle das Unvermeidliche zu bekämpfen versucht – die Vergänglichkeit der Jugend. Dann das Chatten, zumeist mit dem neuesten IPhone, an den unmöglichsten Orten. Der Großstadt-Schwule geht diesem Verhalten selbst dort nach, wo eigentlich genau das passiert, wonach er im Chat sucht – auf Sexpartys.
Sirko Salka beschreibt die Skurrilitäten des schwulen Großstadtlebens und schweigt nicht vor den Abgründen wie etwa Rassismus. Beim Thema "Homophobie" ist der Schwule schnell mit einer Antwort parat, diese sei halt bei "den Türken" zu verorten. Wer meint, dass Diskriminierungserfahrungen einen Schwulen zu einem anständigeren Menschen machten, der sieht sich oft getäuscht. Eine Erfahrung, die auch schon so manche Flüchtlingsunterstützergruppe machen durfte…
Sirko Salka in der Midlife-Crisis

Sirko Salka, Jahrgang 1976, war von 2008 bis 2013 Chefredakteur des queeren Berliner Stadtmagazins "Siegessäule" (Bild: Tanja Schnitzler/Querverlag)
Der Autor ist Teil der schwulen Subkultur Berlins, schwimmt mit dem Strom, wenngleich er seinen Bauch pflegt und Rassismus anprangert. Eine gewisse Midlife-Crisis kann Salka nicht verbergen, doch gerade die hilft ihm, so locker über die Szene zu schreiben, die trotz allem Anspruch erst in Ansätzen zu einer queeren Kultur wächst.
"Banal-Sex" ist das schwule Pendant zu Carolin Emckes Bestseller "Wie wir begehren". Es ist natürlich weniger theoretisch und es geht mehr um Sex. Aber gerade dies scheint es ja zu sein, was Lesbischsein und Schwulsein oft scheidet.
Zu Beginn seines Buchs schreibt Sirko Salka: "Für mich sind mein Schwulsein und unsere Community etwas komplett Irrationales und Emotionales und von daher nicht so super-leicht Erklärbares." Zum Ende kann man sagen: Eigentlich gelingt ihm dies ganz gut.
Unser Autor Bodo Niendel ist Referent für Queer- und Gleichstellungspolitik der Linksfraktion im Deutschen Bundestag und wissenschaftlicher Mitarbeiter des schwulen Abgeordneten Harald Petzold.
Sirko Salka: Banal-Sex. Wieso schwules Leben harte Arbeit ist. Broschiert. 160 Seiten. Querverlag. Berlin 2013. 14,90 €. ISBN: 978-3-89656-216-6
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