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  • 21. Januar 2014 29 2 Min.

Die homophobe Petition gegen den Bildungsplan kommt inzwischen auf fast 155.000 Unterzeichner aus ganz Deutschland

Die CDU hat für Mittwoch eine aktuelle Debatte beantragt. Zum SWR-"Nachtcafé" ist auch der Generalsekretär der evangelikalen Deutschen Evangelischen Allianz eingeladen.

Eine Online-Petition gegen Pläne der baden-württembergischen Landesregierung, im Rahmen einer Überarbeitung des Bildungsplans Schüler ausführlich über sexuelle Vielfalt aufzuklären und Vorurteile über Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender abzubauen, sorgt weiter für Streit.

So hat die CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag für den Mittwoch eine aktuelle Debatte zu dem Thema beantragt – unter dem Titel "Spaltet ein ideologisierter Bildungsplan unser Land?" Für diesen ersten Tagespunkt um 9 Uhr sind 40 Minuten angesetzt. Die Debatte lässt sich über die Homepage des Landtags live verfolgen – queer.de wird danach eine Zusammenfassung bieten.

Unter dem Titel "Schwul, lesbisch, hetero – wirklich selbstverständlich?" befasst sich am Freitag zudem die SWR-Talkshow "Nachtcafé" mit dem Thema. Zu der Show mit Wieland Backes eingeladen ist Gabriel Stängle, der die Petition erstellt hat. "Ich habe nichts gegen Homo­sexuelle, ich finde nur, dass eine kleine Gruppe nicht unsere demokratische Grundordnung torpedieren sollte", wird er auf der Homepage der Sendung zitiert.

Für die Gegenseite lässt die Sendung Kultusminister Andreas Stoch (SPD) zu Wort kommen, ebenso wie Stephan Schmidpeter, dessen 17-jähriger Sohn Michael sich nach homophoben Mobbing das Leben genommen hatte. Die Kirchengemeinderätin Traudl Fuchs erzählt von ihrem Einsatz für ihren schwulen Sohn, Bent Vansbotter von seinem Leben mit Mann und Pflegekind. Auch die lesbische "taz"-Chefin Ines Pohl hält die Petition für "populistische Stimmungsmache".

Neben Stängle als einziger Befürworter wurde noch Hartmut Steeb eingeladen, der Generalsekretär der evangelikalen Deutschen Evangelischen Allianz, der Homosexualität früheren Aussagen zufolge für veränderbar hält. In "The European" bezeichnete er den Bildungsplan als "Diktion einer sexuellen Minderheiten-Interessengruppe", die gegen das Naturrecht verstieße: "Die Nachhaltigkeit sexueller Entfaltung durch Kinder, die ein Recht auf Vater und Mutter haben (…) wird geopfert auf dem Altar sexueller Lust und Beliebigkeit. Homosexualität, Transgender, Polyamoröses Leben – folgerichtig dann ja auch Polygamie – soll als gleichwertig anerkannt und gefördert und beschult werden." (nb)

-w-

#1 Torsten_Ilg
  • 21.01.2014, 23:25h

  • Ich finde es sehr schade, dass die Grün-Rote Landesregierung von Baden-Württemberg es offenbar nicht für notwendig erachtet hat, im Vorfeld der Ausarbeitung des Bildungsplans, eine möglichst breite Elternbeteiligung anzustreben. Das Ausmaß der Proteste von Eltern ist jedenfalls bemerkenswert. Nichts festigt Trotz gehört Homosexualität selbstverständlich in den schulischen Aufklärungsunterricht. Aber eine intellektuelle Überfrachtung bereits im Vorschulalter, scheint mit sicher nicht zielführend. Vielleicht sollte die Landesregierung von Baden-Württemberg nochmals in sich gehen und das Vorhaben auf eine breitere, gesellschaftliche Basis stellen.
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#2 puschelchen
  • 21.01.2014, 23:54h irgendwo in nrw

  • Stängle und Steeb in einer Sendung? Das toppt den Ekelfaktor aller bisherigen Dschungelprüfungen sämtlicher Staffeln...
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#3 TheDad
  • 22.01.2014, 01:15hHannover
  • Antwort auf #1 von Torsten_Ilg
  • ""Ich finde es sehr schade, dass die Grün-Rote Landesregierung von Baden-Württemberg es offenbar nicht für notwendig erachtet hat, im Vorfeld der Ausarbeitung des Bildungsplans, eine möglichst breite Elternbeteiligung anzustreben.""..

    Da kannst Du sicher auch mal erklären wieso Mann das machen sollte, wenn doch Bildungspläne ganz offensichtlich gegen die Widerstände von Eltern und Kirchen durchgesetzt werden müssen ?

    ""Das Ausmaß der Proteste von Eltern ist jedenfalls bemerkenswert.""..

    ""Bemerkenswert"" finde ich das eine Elterngeneration die in meinem Alter oder teils deutlich jünger ist einen Widerstand gegen Lehrinhalte organisiert, in dem es darum geht Homosexualität, Lesbisch sein, Transidentität, Bisexualität und Intersexualität als FAKT in unserer Gesellschaft darzustellen, um den Schülern die Möglichkeit zu geben vorurteilsfreie Informationen darüber zu erhalten, denn die Behauptung hier werde bereits in der Vorschule "intellektuell überfrachtet", ist nach wie vor ein Pseudo-Argument und völlig aus der Luft gegriffen..

    Mann kann Schüler egal welcher Alterstufe natürlich auch für "intellektuell" minderbegabt halten, was allerdings kein wirklich gutes Licht auf die Eltern wirft..

    Der implizierte Vorwurf der mangelnden Beteiligung der Eltern, und die damit verbundene Behauptung den Eltern werde hier ein Recht "beschnitten", ist besonders schön, denn dieses Recht der Eltern gibt es so gar nicht..

    Eltern obliegt ein Erziehungsrecht das die Pflicht beinhaltet ihren Kindern ungehinderten Zugang zu Bildung zu gewähren, und diese Bildung muß NICHT-selektiver Art sein, frei von religiöser, und frei von indokrtinativer Beeinflußung in eine bestimmte Richtung..

    Dieses Recht der Eltern das eine Pflicht ist, endet damit automatisch am Recht der Kinder auf umfassende Bildung und Aufklärung !

    Und dieses Recht der Kinder gilt es auch gegen den Widerstand der Eltern und den der Kirchen durchzusetzen..

    Was Hrn.Stängle betrifft, so durfte ich neulich vernehmen das er Homosexualität für eine "Weltanschauung" hält, und aus dieser Fehleinschätzung heraus sein persönliches Recht auf Religionsfreiheit bedroht sieht, was ihn dazu veranlasste die Petition zu starten..

    Entschuldigung, aber wer als Lehrer für Real-und Berufschüler selbst so wenig über Homosexualität weiß sollte sich selbst erst einmal umfassend bilden, bevor er didaktisch und pädagigisch auf Kinder und Jugendliche trifft..

    Da dieser Mensch sein Geschwafel auch noch ausschließlich mit der Bibel begründet, sich evangelikal betätigt, und offensichtlich so ungebildet daherkommt, sehe ich mich veranlasst zu fragen, was eigentlich aus dem so verhasstem Radikalem-Erlass geworden ist, der in den Siebzigern unliebsame Personen aus dem Öffentlichem Dienst fernhalten sollte ?

    Wenn ich das richtig erinnere gilt der in Bayern und BW noch immer, da er nie wirklich abgeschafft worden ist..
    Warum findet er dann nicht auch Anwendung bei solchen Leuten ?
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