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"Heuchelei"
DOSB: Medien übertreiben Homophobie in Russland
- 22. Januar 2014 2 Min.

In Moskau werden Aktivisten geschlagen und verhaftet, weil sie es wagten, für LGBT-Rechte auf die Straße zu gehen (2013)
Auf der Website der Dachorganisation wird die kritische Berichterstattung über Homo-Hass und andere Menschenrechtsverletzungen in Russland als "Heuchelei" bezeichnet und homophobe Aussagen einer russischen Sportlerin verteidigt.
In einem am Dienstag in der "DOSB Presse" veröffentlichten Artikel wird vor einer "suggestiven Berichterstattung" der deutschen Presse im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Russland gewarnt. Der vom Sportfunktionär Prof. Helmut Digel verfasste Text weist Kritik der Medien an Homo-Diskriminierung, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung "als Heuchelei, teilweise aber auch als Dummheit" zurück.
"Der Sachverhalt der Menschenrechtsverletzung gilt [laut den Medien] als erwiesen, und deshalb muss aus Anlass der Olympischen Winterspiele Russland mit seinem Staatspräsidenten an der Spitze in Frage gestellt werden", schreibt Digel, der an der Universität Tübingen lehrt. Der ehemalige Handballer bezieht sich dabei direkt auf das im vergangenen Juni verabschiedete Gesetz gegen Homo-"Propaganda". Für Professor Digel ist das Gesetz allerdings lediglich "auf Kinder und Jugendliche" ausgerichtet.
Homo-Hasserin verteidigt

Jelena Issinbajewa ist für Professor Digel keine Homo-Hasserin, sondern hat lediglich eine "Vorliebe für heterosexuelle Beziehungen"
Als Beispiel kritisiert er die Medienschelte an der russischen Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa, die während der Leichtathletik-EM im vergangenen Jahr davor gewarnt hatte, Homosexuelle wie "Normalbürger" zu behandeln (queer.de berichtete). Für Professor Digel hat Issinbajewa, deren Namen er nicht ausdrücklich erwähnt, aber lediglich ihre "Vorliebe für heterosexuelle Beziehungen" kundgetan.
In dem Artikel wird auch die Frage gestellt, ob die Olympiade vor 32 Jahren in München nicht ebenso hätte verurteilt werden müssen, weil es damals in der Bundesrepublik noch ein höheres Schutzalter für gleichgeschlechtlichen Sex gab als für heterosexuellen. "Betrachtet man diese historischen Fakten, so könnte aus heutiger Perspektive die Frage gestellt werden, ob 1972 die Olympischen Spiele in einem Land stattgefunden haben, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Vorausgesetzt man sieht das Recht auf Homosexualität als Menschenrecht an", so der Artikel.
Später schreibt Digel, ein "offenes Bekenntnis zur Vielfalt der Sexualität und zur sexuellen Selbstbestimmung" sei zweifellos nötig und die Vergabe der Spiele aufgrund vieler Aspekte "kein Ruhmesblatt für das Internationale Olympische Komitee". Aber noch eher als der Sport müssten Politiker, die nun den Sport kritisierten, die Themen ansprechen.
Der Deutsche Olympische Sportbund hat bereits im letzten Jahr versucht, die Homophobie in Russland kleinzureden. So verglich der DOSB-Sprecher das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" mit dem Alkoholverbot bei Autofahrern (queer.de berichtete). (dk)















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