Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?20873
  • 22. Januar 2014 25 2 Min.

In Moskau werden Aktivisten geschlagen und verhaftet, weil sie es wagten, für LGBT-Rechte auf die Straße zu gehen (2013)

Auf der Website der Dachorganisation wird die kritische Berichterstattung über Homo-Hass und andere Menschenrechtsverletzungen in Russland als "Heuchelei" bezeichnet und homophobe Aussagen einer russischen Sportlerin verteidigt.

In einem am Dienstag in der "DOSB Presse" veröffentlichten Artikel wird vor einer "suggestiven Berichterstattung" der deutschen Presse im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Russland gewarnt. Der vom Sportfunktionär Prof. Helmut Digel verfasste Text weist Kritik der Medien an Homo-Diskriminierung, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung "als Heuchelei, teilweise aber auch als Dummheit" zurück.

"Der Sachverhalt der Menschenrechtsverletzung gilt [laut den Medien] als erwiesen, und deshalb muss aus Anlass der Olympischen Winterspiele Russland mit seinem Staatspräsidenten an der Spitze in Frage gestellt werden", schreibt Digel, der an der Universität Tübingen lehrt. Der ehemalige Handballer bezieht sich dabei direkt auf das im vergangenen Juni verabschiedete Gesetz gegen Homo-"Propaganda". Für Professor Digel ist das Gesetz allerdings lediglich "auf Kinder und Jugendliche" ausgerichtet.

Homo-Hasserin verteidigt


Jelena Issinbajewa ist für Professor Digel keine Homo-Hasserin, sondern hat lediglich eine "Vorliebe für heterosexuelle Beziehungen"

Als Beispiel kritisiert er die Medienschelte an der russischen Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa, die während der Leichtathletik-EM im vergangenen Jahr davor gewarnt hatte, Homo­sexuelle wie "Normalbürger" zu behandeln (queer.de berichtete). Für Professor Digel hat Issinbajewa, deren Namen er nicht ausdrücklich erwähnt, aber lediglich ihre "Vorliebe für heterosexuelle Beziehungen" kundgetan.

In dem Artikel wird auch die Frage gestellt, ob die Olympiade vor 32 Jahren in München nicht ebenso hätte verurteilt werden müssen, weil es damals in der Bundesrepublik noch ein höheres Schutzalter für gleich­geschlechtlichen Sex gab als für heterosexuellen. "Betrachtet man diese historischen Fakten, so könnte aus heutiger Perspektive die Frage gestellt werden, ob 1972 die Olympischen Spiele in einem Land stattgefunden haben, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Vorausgesetzt man sieht das Recht auf Homosexualität als Menschenrecht an", so der Artikel.

Später schreibt Digel, ein "offenes Bekenntnis zur Vielfalt der Sexualität und zur sexuellen Selbst­bestimmung" sei zweifellos nötig und die Vergabe der Spiele aufgrund vieler Aspekte "kein Ruhmesblatt für das Internationale Olympische Komitee". Aber noch eher als der Sport müssten Politiker, die nun den Sport kritisierten, die Themen ansprechen.

Der Deutsche Olympische Sportbund hat bereits im letzten Jahr versucht, die Homophobie in Russland kleinzureden. So verglich der DOSB-Sprecher das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" mit dem Alkoholverbot bei Autofahrern (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 FaschistensprechAnonym
  • 22.01.2014, 16:21h
  • "Betrachtet man diese historischen Fakten, so könnte aus heutiger Perspektive die Frage gestellt werden, ob 1972 die Olympischen Spiele in einem Land stattgefunden haben, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Vorausgesetzt man sieht das Recht auf Homosexualität als Menschenrecht an."

    In diesem Land (Deutschland)!

    Mit dieser Geschichte!

    Sagt alles!
  • Direktlink »
#2 business todayAnonym
  • 22.01.2014, 16:25h
  • "In einem am Dienstag in der "DOSB Presse" veröffentlichten Artikel wird vor einer "suggestiven Berichterstattung" der deutschen Presse im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Russland gewarnt."

    die botschaft ist eindeutig.

    wehe, ihr stört unsere fetten geschäfte!
  • Direktlink »
#3 TheDad
  • 22.01.2014, 16:43hHannover
  • """Betrachtet man diese historischen Fakten, so könnte aus heutiger Perspektive die Frage gestellt werden, ob 1972 die Olympischen Spiele in einem Land stattgefunden haben, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Vorausgesetzt man sieht das Recht auf Homosexualität als Menschenrecht an""..

    Und diese Frage muß ganz eindeutig mit "JA" beantwortet werden, was übrigens für viele andere Länder und viele andere Spiele ebenso gilt..

    Warum fällt es dem Herrn Digel so schwer sich und uns die Frage zu beantworten, und warum sitzen an den entscheidenden Stellen im DOSB überhaupt Menschen die sich solche Fragen stellen, sie aber nicht beantworten können ?

    So lange solche Leute die Parameter setzen, wird sich nichts ändern, wird die Vergabe an Länder die unablässig gegen die Menschenrechte im eigenem Land verstoßen, unverändert weiter gehen..

    Weder der DOSB noch das NOK, noch das IOC sind sich ihrer Aufgabe wirklich bewußt, die Spiele und andere Internationale Sportereignisse nur an Austragungsorte zu vergeben, die sich an die Menschenrechte halten..

    Daraus ergibt sich sogar eine Form von "normativer Kraft des Faktischen", die dazu beitragen kann das sich Staaten in ihrer demokratischen Ausrichtung verändern..

    Wer zu den Ausrichtern dazu gehören will muß sich eben nicht nur der olympischen Charta verpflichtet fühlen, sondern vor allem der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte..

    Wenn das dazu führt das bis auf weiteres Olympische Spiele nur noch in den Ländern stattfinden in denen LGBT-Rechte gewahrt werden und die Ehe-Öffnung bereits erfolgt ist, dann werden wir uns auch mit
    "alle 4 Jahre London im Sommer", und
    "alle 4 Jahre Frankreich im Winter"
    abfinden..
  • Direktlink »