https://queer.de/?20884
Kampf gegen Mobbing
Berlin wirbt für Homo-Toleranz an Grundschulen
- 23. Januar 2014 2 Min.

Ausschnitt aus der Broschüre für Schüler (Bild: LSVD)
In Berlin versendet der LSVD in Zusammenarbeit mit der Schulbehörde Info-Broschüren an Berliner Grundschulen, um die Diskriminierung von Homosexuellen einzudämmen.
Im Rahmen der Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" haben die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg Anti-Mobbing-Informationen für Grundschulen erstellt. Wie der LSVD am Donnerstag bekannt gab, werden die zwei vierseitigen Broschüren mit Kurzinformationen und Handlungsanregungen in den kommenden Wochen an alle Berliner Grundschulen versendet. Eine der Handreichungen richtet sich an Lehrer, die andere an Schüler. Als PDF-Dateien sind die Broschüren im LSVD-Downloadbereich erhältlich.
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) begrüßte die Initiative: "Es ist wichtig, Vielfalt und Toleranz bereits in der Grundschule zu vermitteln. Ein Klima der Offenheit und Vielfalt entzieht dem Mobbing die Grundlage und eröffnet allen Kindern in der Klasse die Möglichkeit einer freien Entwicklung."
"Denk daran, alle dürfen so sein, wie sie sind"

Diese Handreichung wird an alle Berliner Grundschulen geschickt (Bild: LSVD)
Die Broschüre für Lehrer trägt den Titel "Mobbing an Grundschulen. Geschlechtsrollenverhalten und Regenbogenfamilien". Für Schüler wurde die Überschrift "Was heißt hier schwul? Niemand darf gemobbt werden" gewählt. Beide rufen zu einem umsichtigen Umgang mit Kindern auf, die sich von ihren Mitschülern unterscheiden.
In der Schüler-Handreichung wird unter anderem ein Comic-Bild mit zwei küssenden Jungs gezeigt. Darunter wird zur Toleranz aufgerufen: "Denk daran, alle dürfen so sein, wie sie sind und niemand darf dafür beschimpft werden!" Die Vielfalt der Menschen sei positiv, wird den Schülern vermittelt: "Klar mögen wir nicht alle das Gleiche, das wäre ja auch langweilig". Außerdem weist die Handreichung darauf hin, dass Worte wie "schwul" im richtigen Zusammenhang genutzt werden sollten: "Diese Wörter sind keine Schimpfworte! Du kannst sagen: 'Mein bester Freund ist schwul'. Oder: 'Jans Mütter sind lesbisch'."
Lehrern wird empfohlen, Mobbing im Keim zu ersticken. So heißt es: "Lassen Sie keine Ausreden gelten. ('Er läuft doch immer 'rum wie ein Mädchen.') Machen Sie klar, dass Mobbing Gewalt ist". Außerdem müsse gegen alte Geschlechterklischees vorgegangen werden: "Dulden Sie nicht, dass Dinge als 'nur für Jungs' oder 'nur für Mädchen' bezeichnet werden. Überprüfen Sie, ob Sie selbst diese Kategorie anwenden oder aussprechen".
In Baden-Württemberg gibt es derzeit eine hitzige Debatte über einen Bildungsplan der grün-roten Regierungskoalition, der auch den Kampf gegen Homophobie und Mobbing an Schulen verstärken soll. CDU und FDP kritisieren die Initiative als ideologisch (queer.de berichtete). (dk)















Gute Sache
Weg mit Mobbing