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Christian Jessen
TV-Arzt: "Heilt mich, ich bin schwul"
- 23. Januar 2014 2 Min.

Lecker: Werbefoto für Christian Jessens Show „Supersize vs Superskinny” (Bild: Channel 4)
In Großbritannien lässt sich ein beliebter Fernsehmoderator für eine Dokumentationsreihe mit Homo-"Heilern" ein.
Der englische Moderator Christian Jessen will in einer neuen Fernsehreihe "Cure Me, I'm Gay" (Heilt mich, ich bin schwul) die Konversionstherapie testen. Der offen schwule ausgebildete Arzt, der seit Jahren in einer festen Beziehung lebt, will sich darin mehreren Behandlungsmethoden unterwerfen, um seine Homosexualität zu "heilen", berichtete das schwule Magazin "Attitude". Am Ende will er sich einem Test unterziehen, mit dem seine sexuelle Orientierung geprüft wird – indem ihm verschiedene erotische Bilder oder Filme gezeigt und seine Reaktionen im Genitalbereich gemessen werden. Die Dokumentationsreihe soll im Sender Channel 4 ("Queer as Folk", "Skins") ausgestrahlt werden.
Im britischen Fernsehen ist Jessen ein populärer Moderator. Er wurde insbesondere durch seine Diätshow "Supersize vs Superskinny" bekannt, die derzeit in der siebten Staffel auf Channel 4 zu sehen ist. Außerdem moderierte er die Reihe "Embarrassing Bodies", in der Patienten sich über als peinlich empfundene Leiden beraten lassen, über die sie nicht mit ihrem Hausarzt reden möchten.
Homophobie unter Ärzten
Jessen hat im Gespräch mit der Anti-Mobbing-Gruppe "Ditch the Label" erklärt, dass er als Schwuler in seinem Beruf oft Homophobie ausgesetzt war: "Es gab viele spontane homophobe Kommentare von anderen Ärzten, insbesondere wenn es um sexuelle Gesundheit geht". Er habe seine Homosexualität nie versteckt, aber auch nie anderen aufgedrängt. "Ich bin ein Doktor, kein schwuler Doktor", so Jessen. In der Mediengesellschaft werde seine sexuelle Orientierung aber sehr thematisiert: "Die Medien reden viel über meine Sexualität, weil sie als Enthüllung verkauft wird, von denen viele nichts wissen".
Ärzte- und Psychologenorganisationen warnen bereits seit Jahren vor Konversionstherapien, da eine "Heilung" von Homosexualität nicht möglich sei und Schwule und Lesben in die Depression oder den Selbstmord treibe. Der Weltärztebund hat erst vor wenigen Monaten eine Stellungnahme verabschiedet, in der Homo-"Heilung" scharf kritisiert wird (queer.de berichtete).In Deutschland dürfen Homo-Heiler dennoch praktizieren. Im Bundestag scheiterte vor rund einem Jahr ein Antrag der Grünen, Konversionstherapien für minderjährige Homosexuelle zu verbieten. Die Regierungsfraktionen von Union und FDP lehnten damals den Gesetzentwurf ab (queer.de berichtete). (dk)
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Wenn es hilft, die Unwirksamkeit und noch dazu Gefährlichkeit solcher Gehirnwäsche zu enthüllen und die Gesellschaft über deren Methoden aufklären, ist das sehr sinnvoll.
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