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Einzelkommentar zu:
Russland: "Propaganda"-Gesetz vor Überarbeitung


#2 m123Anonym
  • 25.01.2014, 10:14h
  • Als ob jetzt auch heterosexuelle Pärchen bestraft würden, wenn sie sich in Russland auf der Straße einen Kuss vor Minderjährigen geben...

    Putin scheint echt psychisch sehr, sehr krank zu sein.

    Nach Olympia werden die Daumenschrauben für Homosexuelle in Russland noch sehr viel enger gezogen. Da braucht man kein Wahrsager zu sein um das zu erkennen. Putin will seine Macht sichern und der Opposition Wind aus den Segeln nehmen, indem er die Gesetze gegen Homosexuelle nach Olympia deutlich verschärft und Russlands Bevölkerung gegen die homosexuelle Minderheit als Sündenbockgruppe aufhetzt. Das verleiht ein "Wir-Gefühl". "Wir gegen die Homosexuellen". Und da die Homosexuellen in der Minderheit sind, in Russland der Bildungsgrad in großen Teilen der Bevölkerung niedrig ist, die russisch-orthodoxe Kirche viel Einfluss hat sowie mit Putin gemeinsame Sache macht und der Großteil der Bevölkerung auch nach Olympia extrem homosexuellenfeindlich sein wird, hat Putin damit leichtes Spiel. Auch das Ausland wird sich nicht einmischen, wenn Putin gegen Homosexuelle noch viel härter vorgehen wird. Denn schließlich will das Ausland ja vermeiden, dass Putin den Gashahn zudreht. Gefragt wäre dann eigentlich ein Handelsstopp mit Russland. Aber das wird das Ausland leider nicht tun, denn wir leben in einer Welt, in der Geld wichtiger ist als Menschenrechte.

    Ich war ja auch erst ein Befürworter der Position, dass man zu den Olympischen Spielen hingegehn und dort protestieren sollte. Mittlerweile bin ich aber überzeugt, dass diejenigen Recht haben, die von Anfang an gesagt haben, dass nur ein Boykott wirkungsvoll ist. Wenn die gesamte westliche Welt den olympischen Spielen geschlossen fernbleiben würde, das würde Putin hart treffen.

    Mit Sicherheit wird es nun bei den Spielen ein paar Protestaktionen geben. Aber ich rechne nicht damit, dass es soviel Protest sein wird, dass es die Spiele mehr prägt als der Sport. Wenn im Vorhinein schon darüber diskutiert wird, ob das Tragen einer winzigen Regenbogenanstecknadel zu riskant sei, dann sollte man seine Erwartungen an das Ausmaß der Proteste stark zurückfahren.

    Bei der Leichtathletik-WM in Moskau im Sommer 2013 gab es auch kleinere Aktionen. Aber niemand erinnert sich mehr daran. Auch hat sich nach den Olympischen Spielen 2008 in China niemand mehr an die Menschenrechtslage in China erinnert. Auch deswegen bin ich mittlerweile sehr stark der Meinung, dass ein Totalboykott der Olympischen Spiele in Russland der richtige Weg gewesen wäre.

    Ich kann die Athleten schon ein wenig verstehen, wenn sie jahrelang trainiert haben um an den Olympischen Spielen teilzunehmen, und deswegen nicht darauf verzichten wollen. Aber voll und ganz kann ich es nicht verstehen. Denn schließlich gibt es ja auch Weltmeisterschaften und Meisterschaften der jeweiligen Kontinente, zum Beispiel Europameisterschaft, und noch viele andere Turniere, bei denen die Athleten sich Wettkämpfe um Ruhm und Ehre liefern können. Olympia ist doch eigentlich nur deswegen besonders, weil dahinter die olympischen Werte stehen, die im Wesentlichen besagen, dass es um Menschlichkeit gehen soll. Wenn nun aber die Olympischen Spiele in einem unmenschlichen Land stattfinden, dann konterkariert das den olympischen Grundgedanken geradezu. Und wenn man sich das mal als Athlet überlegt, dann sollte es eigentlich leichter fallen auf eine Teilnahme bei den olympischen Spielen zu verzichten. Wie gesagt, es ist ja nicht so, dass die olympischen Spiele das einzige Turnier ist.

    Wenn ich Athlet wäre, dann würde ich auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen verzichten.
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