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Angst vor homosexueller "Indoktrination"

Bildungsplan: Homo-Hasser wollen in Stuttgart demonstrieren

  • 28. Januar 2014 137 3 Min.

Die Demonstranten wollen erreichen, dass Lehrer nur die traditionelle heterosexuelle Familie anpreisen

In Baden-Württemberg wird zum "Kampf gegen die Regenbogen-Ideologie" geblasen: Aktivisten aus dem rechspopulistischen und christlich-fundamentalistischen Umfeld gehen gegen die Aufklärung über Homosexualität auf die Straße.

Auf einschlägigen Webseiten hat eine Initiative "Besorgte Eltern Baden-Württemberg" zu einer Demonstration gegen den von der grün-roten Landesregierung geplanten Bildungsplan aufgerufen, der ab 2015 fächerübergreifend Schülern einen "vorurteilsfreien Umgang mit der eigenen und anderen sexuellen Identitäten" ermöglichen soll. Die Protestaktion soll am Samstagnachmittag in der Stuttgarter Innenstadt stattfinden. In ihrer Pressemitteilung erklärten die Veranstalter: "Wir empfinden es als eine massive Zwangsindoktrination, wenn den Kindern bereits in der Grundschule 'die verschiedenen Formen des Zusammenlebens von/mit LSBTTI-Menschen' nahegelegt werden".

Die "Koalition aus Christen und anderen konservativen Kräften", so das Hetz-Blog "Politically Incorrect", fordert von der Landesregierung nicht nur, das Thema Homosexualität aus dem Unterricht zu verbannen, sondern sie will auch erreichen, "dass Aufklärung wieder Elternsache wird". Diese Forderung wurde bereits Mitte Januar bei einer Protestaktion der "Besorgten Eltern NRW" in Köln mit mehreren hundert Teilnehmern gestellt. Sie demonstrierten dabei generell dagegen, dass es auch beim Sexualkundeunterricht Schulzwang gibt. Dabei trugen die Teilnehmer, von denen viele mit kleinen Kindern erschienen sind, Transparente mit Aufschriften wie "Keine Perversion", "Erziehung ist Elternrecht" oder "Ich will keinen Pornounterricht" neben dem Bild eines weinenden Kindes.

"Politically Incorrect" wirbt für die rege Teilnahme ("Jetzt gilt es!") an dem Protest mit einem eigenen Plakat, das das Logo der homophoben Petition gegen den Bildungsplan aufgreift: Den Landeslöwen in Regenbogenfarben. Die Demo soll um 14 Uhr am Schlossplatz starten und zum Staatstheater ziehen.

192.000 Unterschriften gegen Gleichwertigkeit von Schwulen und Lesben


Diese Anzeige soll in der "Stuttgarter Zeitung" erscheinen – campact sucht dafür noch Spenden

Unterdessen ist die Zeichnungsfrist für die homophob begründete Online-Petition "Kein Bildungsplan 2015" am Montag zu Ende gegangen. Insgesamt haben 192.000 Menschen online oder in Unterschriftenlisten die Petition gezeichnet, davon rund 82.000 aus Baden-Württemberg, von denen allerdings viele nicht öffentlich sind. Die Aktion wurde offen von der rechtspopulistischen Partei AfD unterstützt (queer.de berichtete) wie von vielen rechten und evangelikalen Seiten. Gegenpetitionen bei Open Petition und Campact haben insgesamt bereits 220.000 Menschen unterzeichnet. Zum Unterschreiben beim letzteren Portal, das gerade Spenden für eine Anzeige in der "Stuttgarter Zeitung" sammelt, hat auch die Bildungsgewerkschaft GEW aufgerufen.

Nach einer aktuellen Emnid-Umfrage befürworten 60 Prozent der Baden-Württemberger den LGBT-freundlichen Bildungsplan, 35 Prozent lehnen ihn ab (queer.de berichtete). In einer Landtagsdenbatte vor einer Woche heizten die Oppositionsparteien CDU und FDP die Stimmung gegen den "ideologischen Bildungsplan" an (queer.de berichtete). FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hatte zuvor bereits erklärt, dass Homo­sexuelle als Menschen in nichttraditionellen Familien als "nicht gleichwertig" angesehen werden können (queer.de berichtete). (dk)

 Update  16.25h: Aufruf zu Gegenprotest
Zu einem ersten Gegenprotest hat Die Linke in Baden-Württemberg per Facebook unter dem Titel "Homophobie entgegentreten" aufgerufen. Treff ist um 14 Uhr am Schlossplatz.

-w-

#1 Kokolemle
  • 28.01.2014, 11:30hHerschweiler
  • Ich würde ein Demoverbot für die Homohasser erlassen und es notfalls rücksichtslos mit Waffengewalt durchsetzen. Diese ewiggestrigen Idioten müssen endlich in ihre Schranken verwiesen werden.
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#2 m123Anonym
  • 28.01.2014, 11:41h
  • Juchhu, eine Demo!

    Ich geh hin!

    Wer kommt mit?

    Hab schon tolle Plakate vorbereitet:

    "Bibel vor Grundgesetz"

    "Bibel wörtlich nehmen"

    "Kein Sex vor der Ehe"

    "Wir wollen einen Gottesstaat"

    "Gegen Aufklärung"

    "Die Erde ist eine Scheibe"
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#3 MeineFresseAnonym
  • 28.01.2014, 11:44h
  • Antwort auf #1 von Kokolemle
  • Bleib mal locker und lass dir durch den Kopf gehen was du da schreibst.

    Besonders weil vermutlich auch Kinder mit dabei sein dürften, (die man zwar nicht instrumentalisieren oder indoktrinieren darf, aber "für die gute Sache" eben doch).
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