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- 06. Dezember 2004 1 Min.
Düsseldorf Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat sich gegen die von Rot-Grün beschlossene Gleichstellung von homosexuellen Paaren mit Eheleuten im Erbrecht ausgesprochen. "Ich halte es bei aller Toleranz für falsch, das Erbrecht bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften so auszugestalten wie das bei Ehepaaren", sagte Merkel am Montag beim CDU-Parteitag in Düsseldorf. Zwar respektiere die Union die Lebensentscheidungen jedes Einzelnen: "Wir anerkennen die verschiedenen Lebensformen, wir wissen um das Scheitern von Beziehungen", so Merkel. Die Prioritäten dürften aber "dennoch nicht vollständig verschoben werden". Auch im 21. Jahrhundert habe die Gründung einer Familie in den Lebensentwürfen der meisten Menschen einen herausragenden Platz. "Hier werden Treue, Verlässlichkeit, Bindung, Geborgenheit und Halt, soziale Verantwortung weitergegeben", sagte Merkel in Abgrenzung zu anderen Lebensentwürfen. Sie kündigte an, die "Familienpolitik - Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel - im umfassenden Sinne zu einem der großen Schwerpunkte des kommenden Jahres" zu machen. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) warnte daraufhin davor, gleichgeschlechtliche Partnerschaften gegen ein traditionelles Familienbild auszuspielen. "Für lesbische und schwule Paare haben Treue, Verlässlichkeit, Bindung, Geborgenheit und Halt keinen geringeren Stellenwert als für heterosexuelle", so LSVD-Sprecher Manfred Bruns. "Frau Merkel sollte sich hüten, solche Lebensmodelle mit billiger Polemik herabzusetzen." (nb)
Links zum Thema:
» siehe auch Standpunkt: CDU-Chefin für Kinder, Küche, Kirche












