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Nächstes homofeindliches Gesetz
Russland: Keine Leihmütter für Schwule
- 04. Februar 2014 2 Min.

Die russischen Abgeordneten haben keine ethischen Probleme mit Leihmutterschaften per se - sie wollen aber verhindern, dass Schwule den Dienst nutzen (Bild: Wiki Commons / Tim / CC-BY-SA-2.0)
Künftig sollen nur noch Hetero-Paare und Frauen Dienste von Leihmüttern in Anspruch nehmen dürfen, aber nicht mehr Homo-Paare und alleinstehende Männer.
Die russische Duma bereitet das nächste Gesetz gegen Homosexuelle vor: Wie die Tageszeitung "Rossijskaja Gaseta" am Dienstag meldete, soll es in einem neuen Entwurf Schwulen unmöglich gemacht werden, eine Familie mit Hilfe einer Leihmutter zu gründen. Darum soll das im Vergleich zu anderen Ländern sehr liberale Leihmutterschaftsrecht angepasst werden. Nur noch Frauen sowie heterosexuelle Paare – egal ob sie verheiratet sind oder nicht – sollen künftig die Dienste in Anspruch nehmen dürfen. Das Gesetz soll im Frühjahr beraten werden.
Alleinstehenden Männer – ebenso wie gleichgeschlechtlichen Paaren – soll der Auftrag für Leihmutterschaften danach generell untersagt sein. Die Autoren des Gesetzes begründeten die Novelle damit, dass es gesellschaftlich nicht akzeptabel sei, wenn ein fruchtbarer Mann das Kind "nicht auf dem normalen Weg" zur Welt bringen wolle.
Milonow: Schwule haben nur Homo-Propaganda im Kopf

Der putintreue Politiker Vitali Milonow hat sich den Kreuzzug gegen Homosexuelle auf seine Fahnen geschrieben
Der extrem homofeindliche St. Petersburger Stadtrat Vitali Milonow, der Autor eines der ersten Gesetze gegen Homo-"Propaganda", hat bereits seit Monaten dafür geworben, Schwulen das Recht auf Leihmutterschaft zu entziehen. So sagte er im Oktober: "Gegenwärtig gibt es eine Regelungslücke, durch denen es Mitgliedern von sexuellen Minderheiten gestattet wird, Kinder über Homosexualität zu informieren", so Milonow. "Leihmutterschaften führen dazu, dass Homosexuelle die Möglichkeit haben, Kinder über ihren Lebensstil, ihre Werte und Geschlechterrollen zu informieren". Homosexuelle würden so versuchen, Kinder in den homosexuellen "Lebensstil zu rekrutieren", indem sie ihre "Psyche brechen".
Bei Leihmutterschaften trägt eine Frau für eine andere Familie ein Kind aus. Dabei wird der Frau entweder ein Embryo eingepflanzt oder das Sperma. Die rechtliche Situation ist dabei aber unübersichtlich: In Deutschland, Österreich oder Frankreich sind Leihmutterschaften verboten – allerdings nicht nur für schwule Männer, sondern generell. Erlaubt sind sie dagegen in Großbritannien, den Niederlanden, Indien oder Teilen der USA. Viele schwule Männer nutzen die Möglichkeit, um eine Familie zu gründen, allerdings sind insbesondere in Europa und Nordamerika die Kosten weit höher. In Russland beliefen sie sich auf gut 40.000 Euro für ein Kind (queer.de berichtete). (dk)














