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  • 06. Februar 2014 20 2 Min.

Georg Schorberger hat das "Projekt: schwul und katholisch" über viele Jahre begleitet

Der Theologe Gregor Schorberger hat eine Doktorarbeit zum Frankfurter "Projekt: schwul und katholisch" (PSK) vorgelegt.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es in Frankfurt am Main das "Projekt: schwul und katholisch" (PSK), die erste deutsche schwul-lesbische katholische Gemeinschaft, die in der katholischen Pfarrei Maria Hilf im Gallus beheimatet ist. Der Theologe Gregor Schorberger (66), langjähriger Krankenhausseelsorger an der Frankfurter Universitätsklinik, hat das Projekt über viele Jahre begleitet und dazu im vergangenen Jahr eine Doktorarbeit an der Technischen Universität Dortmund (Fakultät Humanwissenschaften und Theologie) vorgelegt.

Schorberger, der 2002 bereits am Fachbereich Medizin der Goethe-Universität promoviert wurde, analysiert in seiner zweiten Dissertation das katholische Selbstverständnis und die basiskirchliche Orientierung des Projekts, das 1991 seine Arbeit aufgenommen hat und zweimal vom damaligen Limburger Bischof Franz Kamphaus visitiert wurde.

Auf der Grundlage von 23 Interviews mit Mitgliedern der Gruppe und Gästen wie dem Kirchenrechtler Thomas Schüller (Münster), dem Sozialethiker und Jesuiten Friedhelm Hengsbach oder dem Sexualwissenschaftler Martin Dannecker weist Schorberger nach, dass es für homo­sexuelle Gläubige von großer Bedeutung ist, in der katholischen Kirche einen "anerkannten Ort" zu haben.

Tiefe Verletzungen durch die sexualfeindliche Kirche

"Das Projekt hat viele Menschen wieder zur Kirche geholt, die sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgeschlossen und diskriminiert fühlten", betonte Schorberger bei der Vorstellung seines Buches "schwul + katholisch – Eine christliche Gottesdienstgemeinschaft" im vergangenen Dezember in Frankfurt. Es habe ihnen Mut gemacht, ihren Glauben zu leben und ohne Angst eine eigene Spiritualität zu entwickeln.

Schwule und Lesben fühlten sich in diesem Kreis ernstgenommen und könnten lernen, sich mit ihrer Biografie zu versöhnen. Denn auch heute noch brauche es Zivilcourage, sich offen als gläubiger, homosexueller Mensch zu zeigen. Tiefe Verletzungen, die ihnen auch durch eine oftmals sexualfeindliche Kirche entstanden seien, könnten so geheilt werden: "Sie spüren in dem Projekt, dass sie von Gott angenommen sind, so wie sie sind, mit allen Schwächen und Stärken."

Das Projekt verändere aber auch die Kirche, glaubt Schorberger. Es trage nicht nur dazu bei Vorurteile abzulegen, sondern helfe auch der Kirche, in ihrer Seelsorge für alle Menschen glaubwürdiger zu werden. So habe das Frankfurter Beispiel auch dazu geführt, dass sich nach und nach zehn weitere schwul-lesbische Gottesdienstgemeinschaften im deutschsprachigen Raum etabliert haben.

Das "Projekt: schwul und katholisch" lädt an jedem ersten Sonntag im Monat um 18.30 Uhr zum Gottesdienst in der Kirche Maria Hilf, Rebstöcker Str. 70 in Frankfurt an Main ein. (cw/pm)

Infos zum Buch

Gregor Schorberger: Schwul + katholisch. Eine christliche Gottesdienstgemeinschaft. Dissertation. 368 Seiten. Verlag epubli GmbH. Berlin 2013. 55,09 €. ISBN 978-3-8442-4999-6. 55,09 €

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#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.02.2014, 09:11h
  • Ja, sowas gibt es, auch wenn man es kaum glauben mag!
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#2 SmileyEhemaliges Profil
  • 06.02.2014, 10:53h
  • Man kann alles übertreiben, auch den Masochismus.
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#3 sperlingAnonym
  • 06.02.2014, 11:17h
  • >"...die sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgeschlossen und diskriminiert fühlten"

    ach so, die massive homophobie der rkk war also immer nur ein "gefühl"...? na, wenn die einsichtigen gefühlsgestörten das jetzt in einer eigenen selbsthilfegruppe bearbeiten können, dann ist ja endlich alles gut.
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