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- 07. Dezember 2004 1 Min.
Berlin In Berlin soll Mai 2006 das erste schwul-lesbische Altenheim eröffnet werden. Aus einem ehemaligen Altersheim am Winterfeldplatz soll das Magnus-Hirschfeld-Haus mit 40 Pflegebetten und 76 Ein- und Zweibettzimmern entstehen. Die Appartements sollen zwischen 400 und 800 Euro pro Monat kosten. "Jetzt kommt die Generation von Schwulen und Lesben, die ihre Sexualität nicht mehr verstecken mussten, ins Rentenalter", so Hans-Jürgen Esch, einer der Initiatoren, bei der Vorstellung des Projektes. Esch hatte bereits vor zehn Jahren das "Eschprojekt" in Köln initiiert. Hier wurden auf die schwul-lesbische Klientel zugeschnittene Eigentumswohnungen angeboten. Schon die Präambeln der Kaufverträge forderten "aktive Toleranz und Solidarität" von allen Bewohnern ein. Das Berliner Projekt Village e.V., das sich für ältere Schwule und Lesben einsetzt, kritisierte das geplante Magnus-Hirschfeld-Haus: "Wir betrachten die Unternehmungen von Herrn Esch und seinen Unterstützern mit einiger Sorge", so der Verein in einer schriftlichen Stellungnahme. "Wir haben berechtigte Zweifel, dass wirklich das Wohl alter und pflegebedürftiger Lesben und Schwuler im Mittelpunkt des Interesses steht, sondern stattdessen allein die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Erfolg." Sie warfen Esch als dem Konzeptgeber vor, dass schon sein Projekt in Köln "konzeptionell gescheitert" sei. (dk)
Links zum Thema:
» Magnus-Hirschfeld-Haus
» Village e.V.














