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Michael Sam outete sich, bevor seine Karriere so richtig beginnt

Michael Sam, einer der besten Verteidiger im Collegefootball, outete sich in zwei Interviews als schwul.

Der amerikanische Collegefootballer Michael Sam hat sich durch ein sorgsam vorbereitetes Interview mit der "New York Times" am Sonntag als schwul geoutet. Der Verteidiger der Universität von Missouri, der am Freitag 24 Jahre alt wurde, könnte bereits im Mai in die höchste Footballliga NFL wechseln.

Bereits im August hatte er sich gegenüber Mitspielern geoutet: "Ich habe in ihre Augen geschaut und sie haben einfach mit dem Kopf geschüttelt – so als wollten sie sagen: Endlich outet er sich." Danach habe er sich erleichtert und befreit gefühlt: "Wenn jemand auf der Straße mich gefragt hätte, 'Hey Mike, ich habe gehört, du wärst schwul. Stimmt das?', ich hätte einfach 'Ja' gesagt."

Das Coming-out – zeitgleich erschien ein Interview mit dem Sportsender ESPN – war gut geplant; so hatte ihn sein PR-Manager zuvor mit vielen offen schwulen Sportlern zu Gesprächen treffen lassen. "Ich möchte allen für ihre Unterstützung und Ermutigung danken", schrieb Sam später am Abend auf Twitter. Zusätzlichen Dank richtete er an seine "unterstützende Familie" und sein Team.

Youtube | Das Interview von Sam mit der New York Times

Erster Profi-Spieler

Mit dem wahrscheinlichen Wechsel in die NFL wäre Sam, der im Dezember sein Studium abschloss, der erste offen schwule Spieler in der Liga. Diese ließ in einer Pressemitteilung verlauten: "Wir bewundern die Ehrlichkeit und Courage von Michael Sam. Michael ist ein Footballspieler. Jeder Spieler mit Begabung und Entschlossenheit kann in der NFL erfolgreich sein." Man warte darauf, ihn willkommen zu heißen und zu unterstützen.

Die weitere Karriere des Sportlers wird mit Spannung verfolgt werden – aus der Liga hatten sich immer wieder Spieler mit homophoben Kommentaren zu Wort gemeldet. Zugleich erhielt er am Sonntag viel Unterstützung: "Wir sind stolz auf Michael", sagte sein Trainer Gary Pinkel. "Michael ist ein großartiges Beispiel dafür, wie wichtig der Respekt für andere ist." (nb)

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#1 FelixAnonym
  • 10.02.2014, 11:53h
  • Toll!

    Herlichen Glückwunsch zum Ende von Selbstverleugnung und Selbsthass.

    Und jeder, der sich outet, verändert die Welt ein Stück zum Positiven. Bei Promis kommt dann auch noch die Vorbildfunktion dazu.
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#2 m123Anonym
  • 10.02.2014, 12:00h
  • Ich denke es ist erst ein kleiner Durchbruch, wenn er tatsächlich in der NFL als offen Schwuler spielt, denn zur Zeit, und das muss man einfach betonen, ist er kein NFL-Profi. Dieses Coming Out ist also nicht zu vergleichen mit einem Coming Out eines bereits aktiven NFL-Spielers. Selbst wenn Michael Sam es in die NFL schafft, so hätte sich noch nie ein NFL-Spieler während (!) seiner aktiven NFL-Profikarriere geoutet.

    Hoffentlich wird ihm die NFL nicht wegen seiner sexuellen Identität (zunächst) verwehrt. Letzteres könnte durchaus passieren, trotz positiver Äußerungen einiger Stimmen aus dem Profi-Football zu seinem Coming Out. Denn noch immer ist American Football sehr machohaft und homophob und die beliebteste, "männlichste" (Mannschafts)sportart in den USA.

    Der Profi-Basketballspieler aus der NBA, der sich als schwul geoutet hat, hat trotz positiven Äußerungen aus der Basketballwelt und den Medien auch (zunächst) KEINEN Vertrag mehr gekriegt.

    Robbie Rogers dagegen hat als Fußballprofi nach seinem Coming Out wieder einen Vertrag gekriegt. Allerdings hat er sich auch erst geoutet, nachdem er seine Karriere zwischenzeitlich beendet hatte.

    Der Basketball scheint homophober zu sein als der Fußball. Wo sich dort jetzt American Football einordnen wird, wird man ja jetzt daran erkennen können, ob Michael Sam den Sprung in die NFL schafft oder nicht. Meine Vermutung ist, dass er es wahrscheinlicher ist, dass er es bis Mai/Juni 2014 zunächst nicht in die NFL schafft als dass er es schafft. Ein Indiz dafür ist, dass American Football sogar noch beliebter ist als Basketball, und dass Basketball deutlich beliebter ist als Fußball in den USA. Je "größer" und beliebter eine Mannschaftssportart in den USA ist, desto mehr wird der "Machomann", der "harte" Mann erwartet. Und genau dahingehend scheinen noch viele falsche Vorurteile gegenüber Schwulen unter NFL-Fans und NFL-Spielern zu kursieren.

    Schön, dass er sich geoutet hat, denn jedes Coming Out ist wichtig. Ich bin aber skeptisch ob er es in diesem Jahr in die NFL schafft.
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#3 LorenEhemaliges Profil