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Bericht über katholische Kirche in Bayern
"Neon"-Autor beichtet seine Homosexualität
- 11. Februar 2014 2 Min.

Im Beichstuhl erfahren Schwule, was für böse Sünder sie sind (Bild: Martin Fisch / flickr / by-sa 2.0)
In der neuesten Ausgabe des Magazins "Neon" beschäftigt sich Autor Philipp Hauner mit dem Thema Homosexualität und katholische Kirche.
Hauner hat für die Recherche nach dem Coming-out von Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger in einer Reihe von katholischen Kirchen gebeichtet, dass er homosexuell ist. Er hat in ganz Bayern Beichtstühle aufgesucht und seine Gespräche protokolliert. "Neon" veröffentlicht unter der Überschrift "Die Offenbarung" in seiner soeben erschienenen März-Ausgabe fünf Beichtstuhl-Protokolle.
Wenn es um Homosexualität geht, sind die Reaktionen immer noch sehr unterschiedlich. Etwa die Hälfte der Priester, vor denen Hauner beichtete, reagierte positiv. Kritisch ist vor allem die Frage, ob es eine Möglichkeit gibt, sexuelle Neigungen mit dem Leben als Christ in Einklang zu bringen. Ein Pfarrer aus einer Kleinstadt im Osten Bayerns sieht dafür keine Chance. Zwar bliebe er als Homosexueller Christ, befände sich aber damit dauerhaft in einer sündhaften Situation.
Der Pfarrer erklärte dem Protokoll zufolge: "Ja. Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal. Natürlich ist auch der Gedanke eine Sünde. Klar. Sicher. Aber etwas dann zu tun, ist noch einmal deutlicher eine Sünde. Also, ich verstehe Sie nicht. Suchen Sie das Gebet. Was sagt mir Gott, was höre ich, wenn ich bei Gott bin im Gebet für den weiteren Weg meines Lebens?".
Die ablehnende Haltung deckt sich mit dem augenblicklich gültigen Katechismus der katholischen Kirche. In dem für Gläubige verbindlichen Werk aus dem Jahr 1992 wird erklärt, dass sich Schwule und Lesben immer versündigten, sofern sie nicht abstinent lebten. Homosexuelle Handlungen sind nach Ansicht der katholischen Kirche "in keinem Fall zu billigen". Immerhin stellt das Handbuch fest, dass Homosexuellen "mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen" sei. (pm/dk)
Links zum Thema:
» Neon














Da ist die queer.de-Redaktion selbst auf die subtil-bösartige Formulierung der Kirche reingefallen.
Erstens ist es doch selbstverständlich, dass man jedem Menschen mit Achtung und Takt begegnen sollte. Entsprechendes für homosexuelle Menschen extra zu betonen degradiert Homosexuelle zu Menschen zweiter Klasse, denn es sagt aus "auch diesen {minderwertigen] Menschen [zweiter Klasse] sollt ihr mit Achtung und Takt begegnen".
Noch perfider ist das bewusst in die Mitte gesetzte Wort "Mitleid". Man soll Homosexuellen "mit Mitleid begegnen". Mitleid kann man nur mit Menschen haben, die an etwas leiden. Die Kirche unterstellt damit subtil, dass Homosexuelle unter ihrer Homosexualität leiden würden und deswegen solle man Mitleid mit ihrem schwer sündhaften, leidenserfüllten Leben haben.
Die Kirche weiß ganz genau wie sie Wörter wie subtile, aber messerscharfe Waffen gegen Minderheiten einsetzen muss. Und sogar die queer.de-Redaktion fällt partiell drauf rein.
An dem Satz, dass Homosexuellen mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen sei, ist NICHTS, aber auch GAR NICHTS GUTES dran. Der Satz ist das pure Böse, vor allem weil er so subtil daherkommt.