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- 14. Februar 2014 2 Min.

Wer am Valentinstag nach "Schwule sind" sucht, wird immer noch mit beleidigenden Äußerungen konfroniert
Die LGBT-Aktivisten fordern den Internet-Giganten auf, bei der Suchfunktion auf die Auto-Vervollständigung zu verzichten – und treffen auf offene Ohren.
Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat den Internetdienst Google Ende Januar in einem Schreiben aufgefordert, bei der Autovervollständigungsfunktion der Suche homosexuellenfeindliche Begriffe auszublenden. Diese werden automatisch angezeigt, wenn ein Begriff gesucht wird. Google sicherte als Reaktion sofort zu, sich um das Problem zu kümmern.
"Wir sind von unseren Mitgliedern darauf hingewiesen worden, dass in der Google-Suche homophobe Auto-Vervollständigungen angezeigt werden", so LSVD-Sprecher Manfred Bruns über den Dialog mit dem Konzern am Freitag. "So werden beispielsweise bei der Suche nach 'Schwule sind' automatisch u.a. die Ergänzungen 'krank', 'psychisch krank', 'ekelhaft', 'widerlich' usw. angeboten".
Google hat nach LSVD-Angaben auf das Schreiben sofort reagiert und erklärt, dass man sich ohne Einschränkung für den Schutz von Minderheiten einsetze. Entsprechend den Nutzungsrichtlinien würden Vervollständigungen unterbunden, wenn es sich dabei um "Hassreden" handelt. Der Konzern bitte deshalb darum, kritische Auto-Vervollständigungen über einen Support-Link mitzuteilen. Über das Formular eingehende Auto-Vervollständigungen werden von den Rechtsexperten von Google geprüft und dann gegebenenfalls gesperrt. Der LSVD fordert User auf, sich zu beschweren, wenn ihnen homophobe Aussagen bei der Suche auffallen.
Der US-Konzern Google gilt als äußerst homofreundlich: So setzte er sich in den USA dafür ein, die Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen (queer.de berichtete). Außerdem engagiert sich die Firma regelmäßig bei CSDs.
In der Vergangenheit haben die Auto-Vervollständigungen wiederholt für Verwirrung gesorgt. So wurde dadurch etwa populären Sängern oder Profifußballern Homosexualität nahe gelegt. 2011 wurde auch bekannt, dass bei Kate Middletons jüngerem Bruder James bei der Auto-Vervollständigung stets der Begriff "gay" nachgeliefert wird (queer.de berichtete). Die Suche führte wiederholt zu Irritationen: So gab es 2006 das äußerst beliebte Suchwort "Ashley Cole gay", nachdem ein britisches Boulevardblatt die sexuelle Orientierung des bekennenden heterosexuellen Fußballprofis anzweifelte. Der Sportler verklagte damals die Zeitung und gewann (queer.de berichtete). (dk)
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