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- 19. Februar 2014 2 Min.

Ethikminister Simon Lokodo hält sein Land für tolerant, weil Homosexuelle nicht sofort getötet werden
Der ugandische Ethikminister Simon Lokodo hat erklärt, sein Land sei tolerant, da es Homosexuelle nicht "abschlachtet". Das berichtet die britische Zeitung "Independent" am Dienstag.
Lokodo verglich dabei Schwule und Lesben mit Drogenabhängigen: "[Homosexuellen] kann man helfen, sich aus dieser unglücklichen Situation zu befreien. Das ist wie bei Drogenabhängigen. Die Abhängigkeit ist keine angeborene Sache, sie ist erworben. Man kann sie aber abschütteln und ein besserer Mensch werden". Wer aber im Rahmen seiner Homosexualität einen "unglaublichen und greulichen Akt" begehe, werde "von der Gesellschaft isoliert" und in eine Zelle eingesperrt.
Außerdem äußerte der Minister Unverständnis, warum Uganda im Ausland oft als intolerant bezeichnet wird: "Wir sind tolerant. Wir können sagen, dass wir sie nicht abschlachten."
Erst vor wenigen Tagen hatte Ugandas Präsident Yoweri Museveni angekündigt, ein Gesetz gegen Homosexualität unterzeichnen zu wollen (queer.de berichtete). Insbesondere Lokodo hatte viele Jahre für die Verschärfung der LGBT-Verfolgung geworben. Mit der Gesetzesnovelle soll Homosexuellen künftig eine lebenslange Haftstrafe drohen. Auch Heterosexuelle können mehrere Jahre ins Gefängnis wandern, wenn sie Homo-Rechte in der Öffentlichkeit unterstützen.
Ethikminister Lokodo, der vor seinem Einstieg in die Politik als katholischer Priester gearbeitet hatte, hat bereits mehrfach gegen Homosexuelle polemisiert. Schwule und Lesben, so behauptete er 2012, seien generell "schlechte Menschen", die "unser aller Leben" ruinierten (queer.de berichtete). (dk)














