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  • 26. Februar 2014 8 2 Min.

Nach einem Landtagsbeschluss soll die Homo­sexuellenverfolgung "im Namen des Volkes" untersucht werden (Bild: anneke_b / flickr / by-sa 2.0)

Mainz lässt die Verfolgungsgeschichte von Schwulen und Lesben in der jungen Bundesrepublik erforschen, um die Ergebnisse unter anderem in Schulen einzusetzen.

Das Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Menschen in Rheinland-Pfalz ist gestartet. Das teilte das Landesfamilienministerium, das auch die Federführung des Projektes übernimmt, am Mittwoch mit. Damit setzt das Land einen entsprechenden Landtagsbeschluss um. Durchgeführt wird das Projekt vom Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Für das Vorhaben sind im Doppelhaushalt insgesamt 100.000 Euro vorgesehen.

"Der Landtagsbeschluss greift ein dunkles Kapitel der jungen Bundesrepublik auf. Überall in Deutschland, auch in Rheinland-Pfalz wurden homosexuelle Menschen verfolgt, verurteilt, geächtet und von der Gesellschaft ausgegrenzt", erklärt Familienministerin Irene Alt (Grüne) zum Projektstart. "Dieses Thema aufzuarbeiten ist ein wichtiger Schritt, um für homophobe Tendenzen zu sensibilisieren – gerade auch in der jüngeren Generation, die die Zeit der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Menschen nicht persönlich miterlebt hat." Letztlich gehe es darum, Diskriminierung in der Gesellschaft nachhaltig zu bekämpfen und für Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu werben.

"Ein kaum berücksichtigtes Thema"


Familienministerin Irene Alt (Grüne)

IfZ-Direktor Andreas Wirsching erklärte, das Projekt sei wichtig, da in der Zeitgeschichtsforschung die Ausgrenzung von Minderheiten in der jungen Bundesrepublik bislang "ein kaum berücksichtigtes Thema" gewesen sei. Deshalb sei die nach der Nazi-Zeit fortgesetzte Homo­sexuellenverfolgung interessant, um mehr über das gesellschaftliche Großklima der 1950er Jahre zu erfahren. "Die Studie für das Land Rheinland-Pfalz hat für das Institut für Zeitgeschichte somit auch Pilotcharakter für einen größeren Forschungszusammenhang zur Geschichte der Sexualität und dem Wandel von Rollenbildern im Nachkriegsdeutschland", sagte Wirsching.

Der Chef der Hirschfeld-Stiftung dankte dem Land Rheinland-Pfalz für seinen Einsatz: Wir brauchen diese Erkenntnisse auch dringend für die Bildungsarbeit, denn Homo­sexuellenfeindlichkeit muss in jeder Generation durch Aufklärung und Bildung neu entgegengewirkt werden", so Vorstand Jörg Litwinschuh. (dk)

-w-

#1 goddamn liberalAnonym
  • 26.02.2014, 16:49h
  • Wichtige Sache, Dank an die Verantwortlichen!!!

    Und vor allem: Matussek, Steeb, Kelle, Kuby, Kauder, Reiche, Stängle, Lohmann, Vonholdt etc. etc. aufgepasst: Das ist die Auslöschungstradition, in deren Fahrwasser Ihr bis heute frisch, fromm, fröhlich, frei und munter weiterschippert!
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#2 rotkohlAnonym
  • 26.02.2014, 17:19h
  • Wirschings Vorgänger

    "Hinzu kam das Problem Horst Möller. Der seit 1992 amtierende Direktor geriet immer wieder in die öffentliche Kritik, was nicht mit dem branchenüblichen Futterneid zu erklären ist. »Seine größte Stärke« sei es, »in vielen Gremien und mit vielen Vorträgen zu gastieren und zu glänzen, am liebsten in Frankreich«, urteilte 2009 die FAZ.

    In besondere Nöte brachte Möller das IfZ 2000 mit seiner Laudatio auf den nach rechts außen gedrifteten Historikerkollegen Ernst Nolte anlässlich der Verleihung des Adenauer-Preises."

    www.zeit.de/2011/19/IFZ-Muenchen
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