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Auseinandersetzung um Bildungsplan
CSD Stuttgart distanziert sich von "Pädophilenszene"
- 05. März 2014 2 Min.

Vergangenes Wochenende demonstrierten Homo-Hasser in Stuttgart – und setzten auf Plakaten Schwule und Lesben mit Pädos gleich (Bild: gk)
Homo-Gegner setzen Homosexualität immer wieder mit Kindesmissbrauch gleich, insbesondere beim Streit um den Bildungsplan in Baden-Württemberg. Jetzt haben die CSD-Veranstalter, die am Wochenende auch die "Kundgebung für Vielfalt" organisiert hatten, darauf reagiert.
In einer Pressemitteilung haben sich die Veranstalter des CSDs in Stuttgart am Mittwoch vom Pädophilen-Internetportal "Krumme 13" distanziert, das zur Teilnahme an der vom CSD mitorganisierten "Kundgebung für Vielfalt" aufgerufen hatte. Zu der Demonstration für den Bildungsplan waren am vergangenen Samstag hunderte Menschen erschienen (queer.de berichtete). Viele der christlich-fundamentalistischen und rechtspopulistischen Homo-Gegner, die am gleichen Tag ebenfalls auf die Straße gegangen waren, hatten bei ihrer Demonstration den sexuellen Missbrauch von Kindern mit einvernehmlichen gleichgeschlechtlichen Beziehungen gleichgesetzt.
Die CSD-Veranstalter erklärten, sie hätten erst kürzlich Kenntnis erhalten über den Aufruf des Portals, das von einem wegen Kinderporno-Vertriebs vorbestraften Mannes betrieben wird: "Die IG CSD Stuttgart e.V. distanziert sich mit Nachdruck und in aller Deutlichkeit von dem dortigen Aufruf. Gleichzeitig verwahrt sich die IG CSD gegen die damit verbundene Vereinnahmung durch völlig sachfremde Interessen", heißt es in der Pressemitteilung. "Wir betonen ausdrücklich: die Sichtweise und die Belange von pädophilen Menschen gehören nicht in diesen Kontext. Sexueller Missbrauch an Kindern ist nicht tolerierbar und wird von der LSBTTIQ-Community uneingeschränkt verurteilt", heißt es darin. Die "Pädophilenszene" sei "nicht Teil der LSBTTIQ-Community".
CSD-Veranstalter: Bildungsplan schützt vor sexuellem Missbrauch
Ferner erklärten die Veranstalter, dass der von der grün-roten Landesregierung geplante Bildungsplan "Kindern und Jugendlichen in ihrer selbstbewussten Entwicklung hin zu aufgeklärten Menschen helfen wird". Dies stärke die Persönlichkeit der Schüler und sei ein "wichtiger Schritt beim Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch".
Die Website der "Krumme 13" will nicht nur eine Gruppe für Pädophile sein, sondern wirbt offen für Kindesmissbrauch ("einvernehmliche Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen").
Mehrere homofeindliche Portale haben bereits die Unterstützung der Pädo-Seite dazu genutzt, um Homosexuelle mit Straftätern, die Kinder missbrauchen, gleichzusetzen. So fragt die katholische Seite kath.net in einer Überschrift: "Gehört auch Pädophilie zur 'sexuellen Vielfalt'?". Die "Freie Welt" wirft den Veranstaltern vor, dass sie die Unterstützung von Pädophilen nicht ausschließen könne.
Vorsichtige Schätzungen gehen von 50.000 bis 200.000 pädophilen Männern in Deutschland aus. Hilfsangebote wie "Kein Täter werden" wollen den Betroffenen dabei helfen, sich nicht strafbar zu machen.
Der grün-rote Entwurf zum Bildungsplan 2015 sieht vor, dass in Schulen künftig die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" behandelt werden soll. Dabei sollen Themen wie Homo-, Bi- und Transsexualität im Unterricht intensiver und fächerübergreifend im Unterricht vorkommen. (dk)














