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Homo-Verfolgung

Vatikan kritisiert Uganda

  • 05. März 2014 12 2 Min.

Peter Turkson, der in der Vergangenheit schon mal gegen Homo­sexuelle ausgeteilt hatte, schlägt weichere Töne an (Bild: EPP Group / flickr / by-nd 2.0)

Ein Kurienkardinal hat die Verfolgung von Schwulen und Lesben in Uganda verurteilt, aber gleichzeitig angemahnt, die Entwicklungshilfe an das afrikanische Land nicht wegen der homophoben Politik zu kürzen.

Der ghanaische Kardinal Peter Turkson, der Präsident des Päpstlicher Rates für Gerechtigkeit und Frieden, hat am Dienstag mit scharfen Worten die Verfolgung von Homosexuellen in Uganda kritisiert. Vor Journalisten sagte der 65-Jährige nach Medienberichten: "Homosexuelle sind keine Kriminellen". Turkson hatte die Aussage am Rande einer kirchlichen Menschenrechtskonferenz gemacht.

Der ugandische Präsident Yoweri Museveni hatte erst vor gut einer Woche eine Gesetzesverschärfung unterzeichnet, nach der Schwulen und Lesben lebenslange Haft droht und selbst heterosexuelle Unterstützer mehrere Jahre ins Gefängnis wandern könnten (queer.de berichtete).

Turkson erklärte weiter, der Vatikan rufe die internationale Gemeinschaft auf, an der Entwicklungshilfe für Uganda festzuhalten. Wegen der Gesetzesverschärfung hatten mehrere Staaten wie Norwegen und die Niederlande ihre Hilfsleistungen eingefroren. Auch die Weltbank sperrte einen 66-Millionen-Euro-Kredit an Uganda wegen der Verfolgung Homosexueller (queer.de berichtete).

Der Kardinal, der vergangenes Jahr als möglicher Nachfolger von Papst Benedikt XVI. gehandelt worden war, galt bislang nicht als Anhänger der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben: So verglich er Anfang 2013 in einem CNN-Interview Kindesmissbrauch und Homosexualität (queer.de berichtete). Er behauptete, dass es diese Phänomene auf dem Kontinent kaum gebe, da "afrikanische traditionelle Systeme" die Bevölkerung schützten. In der Vergangenheit hatte Turkson Verständnis für die Verfolgung von Homosexuellen geäußert und die Drohung von Sanktionen gegen homophobe Staaten als "Übertreibung" bezeichnet.

Die katholische Kirche hat sich bislang unterschiedlich zur Verfolgung von Homosexuellen geäußert: In Indien hatte die katholische Bischofskonferenz etwa die Kriminalisierung von Schwulen und Lesben als "ungerechtfertigte Diskriminierung" verurteilt (queer.de berichtete). Dagegen begrüßte die Bischofskonferenz in Nigeria eine Gesetzesverschärfung gegen Homosexuelle als "richtigen Schritt in die richtige Richtung" (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 PilgerAnonym
  • 05.03.2014, 17:37h
  • Übrigens: der Heilige Vater wird Uganda im Oktober während seiner zweiten Auslandsreise besuchen.
  • Direktlink »
#3 dermarcus
  • 05.03.2014, 17:55hGuldental
  • ich frage mich wo die Gayszene hier ist, wieso hier jeder seinen Mund hält anstatt Druck auf die deutschen Bischöfe und der Bischofskonferenz aufzubauen. Sie reden sich hier gern heraus das sie nicht Zuständig sind. Sind sie aber doch und wenn sie die Nigerianische Bischofskonferenz schon nicht direkt kritisieren wollen so sollten sie dem Papst klarmachen das er hier ein Machtwort sprechen soll. Der geht nur hin und äußert sich das Gays nicht diskriminiert werden sollten von Seiten der Kirche, aber lässt die Nigerianer Bischofskonferenz ungeschoren....
    Ich habe auf den verschiedenen Seiten der Bistümer meine Meinung gegeigt und auch die deutsche Bischofskonfgerenz angeschrieben. Das sollten andere auch tun. Siehe hier:
    Pinnwand von
    www.facebook.com/bistummainz?fref=ts


    meine Mail an die Bischofskonferenz:
    mich interessiert was die deutsche Bischofskonferenz gegen dieses bigotte Verhalten ihrer Kollegen in Nigeria unternimmt und was sie dazu sagt?! siehe hier:
    www.queer.de/detail.php?article_id=20973
    und hier:
    www.igfm.de/news-presse/aktuelle-meldungen/detailansicht/?tx
    _ttnews[tt_news]=2837&cHash=19e134f20acd9c2d889c1d6da539
    8e9c


    mit freundlichen Grüßen
    Marcus Emrich

    die arrogante Antwort des Bistums:
    Sehr geehrter Herr Emrich,
    die Deutsche Bischofskonferenz nimmt zu Bischofskonferenzen anderer Länder grundsätzlich keine Stellungnahme.

    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Kopp
    Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Direktlink »