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Debatte in der britischen Szene
Schwule Saunen verbieten?
- 05. März 2014 2 Min.

Der schwule Aktivist James Wharton hofft, dass es bald keine schwulen Saunen mehr gibt
In Großbritannien sorgt die Forderung eines Homo-Aktivisten nach Schließung aller schwulen Saunen für Aufregung.
Der Ex-Soldat James Wharton fordert ein Ende von schwulen Badehäusern, da diese mehr Homophobie erzeugten und Fortschritte bei der Gleichstellung bedrohten. "Sex-Saunen müssen der Vergangenheit angehören. Es ist an der Zeit, sie dichtzumachen", erklärte der LGBT-Aktivist in einer Kolumne für das schwule Lifestyle-Magazin "Winq".
Wharton argumentierte, dass schwules Leben nur als "neue Normalität" akzeptiert werde, wenn derartige Einrichtungen für anonymen Sex verschwinden würden. Diese seien nur dazu da, sich von der Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen, und würden Homo-Hassern einen Grund zum Angriff liefern: "Für mich als schwulen Mann ist es widerlich, dass es innerhalb unserer Community eine Reihe von Orten gibt, die nur dazu sind, dass sich schwule Männer im Geheimen zum Sex oder Gruppen-Sex treffen".
Er erhebe die Forderung, weil er prüde sei – schwule Saunen als Anbahnungsorte für sexuelle Kontakte hätten lediglich mehr negative als positive Konsequenzen. Dabei verwies er auf einen Fall in Manchester, in der ein Schwuler nach Drogenkonsum in einer Sauna verstorben ist.
Kritik aus der Szene
Die Forderung Whartons führte in der Szene zu viel Ablehnung. So erklärte Matthew Hudson von der schwulen Aids-Gruppe GMFA, dass man schwule und heterosexuelle Männer in Zeiten des Internets ohnehin nicht zur Monogamie zwingen könne: "Wenn jemand sagt, dass er keine Schwulen mag, weil wir viel Sex mit vielen Partnern haben, dann sucht er nur nach einer Ausrede für seine Vorurteile. Die meisten homophoben Personen werden auch Schwule in monogamen Beziehungen nicht mögen".
Der LGBT-Aktivist Peter Tatchell warnte davor, dass die Community Schwule ächtet, die nicht dem Verhaltenskodex der Mehrheitsgesellschaft entsprechen. Es wäre falsch, wenn die Community "moralisch über einvernehmliche sexuelle Beziehungen urteilt", so Tatchell. "Viele schwulen und bisexuellen Männer nutzen die Saunen, ohne Drogen zu nehmen oder ungeschützten Sex zu haben".
Auch auf Twitter gab es viel Protest gegen die Äußerungen Whartons. Dabei wurde insbesondere darauf hingewiesen, dass heterosexuelle Männer genauso gerne fremdgingen wie Schwule und jeder das Recht habe, seine bevorzugte Sexualität ohne den moralischen Zeigefinger von Teilen der Community zu leben.
In Großbritannien war Wharton vor allem durch seine Autobiografie "Out in the Army – My Life as a Gay Soldier" bekannt geworden. Darin berichtet der frühere britische Soldat unter anderem, dass Prinz Harry ihn während seiner Dienstzeit vor homophoben Übergriffen geschützt habe (queer.de berichtete). Wharton erhielt vergangenes Jahr eine Auszeichnung der Stadt London, weil er sich gegen das Mobbing von Homosexuellen an Schulen eingesetzt hatte. (dk)















Für Heteros gibt es schliesslich Swinger Clubs und Freudenhäuser.... . Und die Freudenhäuser firmiere auch hin und wieder als "Sauna," nur dass die Dame extra kostet... .