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Kommentare zu:
Papst will Lebenspartnerschaften "evaluieren"


#51 TheDadProfil
  • 06.03.2014, 22:44hHannover
  • Antwort auf #50 von sperling
  • Ich finde die trefflich, weil Religion und Wissenschaften in einem Wort in Verbindung mit einem Studium immer etwas von "Geschmäckle" hat..

    Für mich impliziert ein Studium immer das Erlernen von Handwerkszeug, und bei Religion entsteht da bei mir der Gedanke an das Erlernen von Funktionalitäten mit denen Mann die Leute hinter´s Licht führt..
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#52 KatholgayAnonym
#53 LorenProfil
  • 07.03.2014, 00:18hGreifswald
  • Antwort auf #49 von userer
  • Georg Diez, dessen Kommentare ich überwiegend zu schätzen weiß, analysiert messerscharf:

    "In künstlicher Befruchtung gezeugte Kinder sind 'zweifelhafte Geschöpfe', und Lesben muss man daran hindern, Kinder zu bekommen? Büchner-Preisträgerin Lewitscharoff lieferte in Dresden die Blaupause für einen neuen Klerikalfaschismus.
    (...) Willkommen in der demokratiefeindlichen Muppetshow unserer Tage, die immer mehr bevölkert wird von reaktionären Knallchargen: Was sagt eigentlich Matthias Matussek dazu, fragt man sich da gleich, der sicher auch das 'biblische Onanieverbot' für 'weise' hält, besonders wenn es dazu dient, zu verhindern, dass zwei lesbische Frauen, Gott behüte, gemeinsam ein Kind bekommen (...) Es war eine weitere Etappe einer gefährlichen Diskursverschiebung.

    Sie birgt die klassischen Bestandteile für einen Kulturpessimismus, der aggressiv zu werden droht: Antiaufklärerisches, antimodernes, antiindividualistisches Denken, das sich hinter Gläubigkeit und dem sogenannten gesunden Menschenverstand versteckt."

    www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-ueber-die-lewi
    tscharoff-rede-zu-befruchtung-und-onanie-a-957342.html


    Wer nicht von einer Konservativen Revolution sprechen will, kann sich zumindest mit einer aufkommenden Konservativen Reaktion auseinandersetzen, die aus der sog. "Mitte der Gesellschaft" eskalierend die gesellschaftliche Debatte bestimmen will. Lesben und Schwule sollten m.E. so achtsam wie wehrhaft sein oder werden. Nicht nur in Deutschland können solche Diskurse für sie mit sprichwörtlich tödlichen Konsequenzen durchexerziert werden, wenn das gesellschaftliche Klima erst kippt.

    P.S. Matussek twitterte übrigens zu Lewitscharoffs Tirade: "großartige Meditation über Geburt und Tod und den Machbarkeitswahn stupider Gegenwartsidioten"
    sowie
    "Der Text spricht doch sehr klug und kraftvoll für sich selber"
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#54 und auchAnonym
  • 07.03.2014, 10:00h
  • Antwort auf #53 von Loren
  • "Sie birgt die klassischen Bestandteile für einen Kulturpessimismus, der aggressiv zu werden droht"

    "Bei Nietzsche und bei den Gestalten Dostojewskijs entsteht dabei einerseits die Moral des "Alles ist erlaubt", andererseits die Forderung, daß in einer Welt ohne Gott oder in einer von Gott verlassenen Welt der Mensch zum Gott werden könne und müsse. Der "religiöse Atheismus" bildet also beide Seiten des modernen Nietzscheismus aus: sowohl ein Annullieren aller alten sozial moralischen Gebote, die aber jetzt nicht mehr durch neue ersetzt, sondern von der souveränen Individualität selbstherrlich gesetzt werden, wie ein Auffassen der objektiven Wirklichkeit, besonders der gesellschaftlich-geschichtlichen Welt, als Nihil. Beide Seiten werden für die spätere Entwicklung folgenschwer, beide in Weiterführung der Nietzscheschen Fragestellung: sie führen zum "heroischen Pessimismus", zum "heroischen Realismus" der präfaschistischen und faschistischen Weltanschauung. "

    www.mxks.de/files/bibliothek/Lukacs.Lebensphilosophie.IV.htm
    l
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#55 vulkansturmAnonym
#56 userer
#57 Ein FazitAnonym
  • 07.03.2014, 10:57h
  • Antwort auf #53 von Loren
  • Die sexuelle Frage - insbesondere Heteronormativität/-sexismus als direktes Produkt der herrschenden Produktions- und Reproduktionsverhältnisse - erweist sich immer mehr als eines der zentralen Themen und Instrumente und als zentrales Bindeglied der sich neu formierenden, reaktionären und faschistischen Internationalen in Zeiten einer historischen Krise des Kapitalismus.

    Die bemerkenswerte Gleichzeitigkeit dieser Entwicklungen sowohl in imperialistischen als auch imperialisierten Ländern kann nicht einfach nur als "Zufall" gewertet werden, sondern ist Ausdruck der objektiven materiellen und historischen Verhältnisse und verweist auf die zentrale Bedeutung der "heterosexuellen Matrix" (Butler) als wesentliche stabilisierende Säule der kapitalistischen (Welt-) Gesellschaft gerade in ihrem aktuellen Stadium. Die heterosexistische Indoktrination, Manipulation und Konditionierung der breiten Masse der Menschen, der Arbeiter*innenklasse, das immer aggressivere Eindringen der zugrundeliegenden kapitalitischen Ausbeutungs-, Leistungs- und Verwertungslogik gerade auch über das Sexuelle und von Kindesbeinen an, trägt entscheidend zur Kontrolle der Klasse, zu ihrer Unterwerfung und Fesselung bei.

    Zugleich verweist die aktuelle Entwicklung damit aber auf eine der zentralen Bruchstellen mit dem System, die es gerade bei Jugendlichen und jüngeren Menschen (siehe Kristallisationspunkt "Bildungsplan") zu aktivieren gilt. Sicherlich nicht in erster Linie durch "Bildungspläne" des bürgerlichen Staates und Illusionen in diese(n), sondern durch eigenständige, unabhängige (und klassenbewusste) Organisation der LGBT-Community und eine drastische Erhöhung der organisierten (!) Sichtbarkeit von Homosexualität in den unterschiedlichsten Formen im massenmedialen und öffentlichen Raum. Ohne dafür um Erlaubnis des bürgerlichen Staates und/oder homophober Erziehungsberechtigter zu betteln.

    Die massive Unterdrückung einer - auch und gerade evolutionär nachweislich weit verbreiteten und tief verankerten - Homosexualität in dieser Gesellschaft in ihrem aktuellen Stadium, mit ihrer geradezu schizophrenen Illusion von sexueller Freiheit, die in Wahrheit nur eine immer aggressivere Repression kaschiert, eröffnet die Gelegenheit zu einem gewaltigen, ja: (r)evolutionären, Impuls gegen das herrschende System, gerade bei jüngeren Menschen, sofern diese ausreichende "Angebote" bekommen, sich in selbstbestimmter Weise der herrschenden Norm zu verweigern. Eine solche Verweigerung eines größeren Teils gerade jüngerer Menschen würde notwendigerweise zu einer breiten und tiefen gesellschaftlichen Konfrontation, zu einer Auseinandersetzung, letztlich mit dem der sexuellen Unterdrückung zugrundeliegenden kapitalistischen Ausbeutungssystem führen.
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#58 klassenkindAnonym
#59 re-produktivAnonym
  • 07.03.2014, 12:32h
  • Antwort auf #57 von Ein Fazit
  • wo kämen wir denn auch hin, wenn die untertanen sich nicht mehr diktieren ließen, wie sie reproduktion einer- und sexualität andererseits zu leben und zu gestalten haben? und das eine vom anderen entkoppeln würden, da es eben objektiv keineswegs notwendigerweise, schon gar nicht in der form, die die heteronormative gesellschaft allen aufzwingt, miteinander verbunden ist. dass diese vorstellung die herrenmenschen ziemlich hysterisch werden lässt, ist leicht nachvollziehbar.
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#60 Pinoc ChioAnonym

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