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Vergangene Woche organisierte "Schützt unsere Kinder" eine erneute Demo in Stuttgart gegen den Bildungsplan, an der insbesondere fundamentalistische Christen und Anhänger von Rechtspopulisten teilnahmen.

Die Initiative "Schützt unsere Kinder" stellt ihren eigenen Bildungsplan vor. Das Motto lautet: Sexuelle Vielfalt totschweigen.

Die Gegner des Bildungsplans in Baden-Württemberg haben auf ihrer Website ihre Ideen für das Thema Homosexualität an Schulen verbreitet. Gleich neben dem Artikel "Pädophile für sexuelle Vielfalt" fassen sie ihr Konzept in gut drei Dutzend Worten zusammen. Hier ihre Forderungen:

Der Begriff "Akzeptanz sexueller Vielfalt" wird überall durch "Toleranz von Schwulen und Lesben" ersetzt.

Die Thematik wird erstmals in der 8. Klasse und nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der Eltern (Veto-Recht) behandelt.

Die Thematik wird nur im Religions-/Ethik- und Biologieunterricht behandelt.

Insbesondere das Veto-Recht für Eltern wäre ein Riesenrückschritt – und dürfte wohl kaum Aussicht auf Erfolg haben. Außerhalb der angesprochenen Fächer dürften Lehrer demnach zudem gar nichts mehr zum Thema sagen, selbst wenn es einen aktuellen Anlass geben sollte – das Coming-out eines Promis – oder Schülers – etwa. Dass ausgerechnet Religionslehrer über Homosexualität aufklären sollen, erscheint auch weiterer Witz.

Letztlich soll Homosexualität erneut auf Fragen der Sexualmoral und des Sexualaktes reduziert werden, eine typische Strategie von Homo-Hassern. Ein Beispiel lieferte das "christliche Informationsforum Medrum" am Freitag. Dort hieß es im einem von einem evangelischen Theologen verfassten Artikel, der sich gegen den Bildungsplan wendet:

Im homosexuellen Akt verbindet sich das Sperma eines Mannes mit den Ingredienzen eines Enddarms. Daraus entsteht kein Leben, vielmehr drohen Hepatitis, Syphilis, Aids, Ekzeme, vor denen man sich zu schützen versucht.

Wenn sich der gemeine Hetero nicht mehr vor Homos ekelt, ist nach der Logik des Autors alles aus:

Und schlimm ist es, wenn Schamgefühl und Ekelgrenzen ausfallen; wir werden dann schamlos und hemmungslos.

Natürlich finden wir in dem Artikel auch das ultimative Argument in Deutschland, den Nazi-Vergleich: Schon die Nationalsozialisten wollten demnach Gewissen und Schamgefühl ausschalten und Menschen so zu Mördern machen – heute sorgten Homos mit derselben Taktik dafür, dass jemand "zum Verführer und Zerstörer von Kindern" werde. (dk)

Bild: Guido Klein

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#1 sperlingAnonym
  • 07.03.2014, 18:15h
  • irgendwie habe ich das gefühl, dass die zeit eines versuchs der inhaltlichen auseinandersetzung vorbei ist. was soll man denn mit jemandem diskutieren, der nicht mehr nachdenken kann, weil sein ganzer denkhorizont von einem hieronimus-bosch-artigen gemälde mit dem titel "infiziertes sperma im enddarm" ausgefüllt wird?

    fakten schaffen, bildungsplan umsetzen und fertig. wir haben wirklich genug echte probleme.
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#2 FinnAnonym
  • 07.03.2014, 18:31h
  • Wer weiterhin Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt, wer behauptet, im Unterricht sollten Pornos gezeigt werden, etc. hat kein Recht, irgendwelche Forderungen zu stellen...
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 07.03.2014, 18:41h
  • Antwort auf #1 von sperling
  • Dieser Herr Lachenmann, schwäbischer landeskirchlicher [!] Kirchenrat im Ruhestand ist Jahrgang1927. In diesem Alter sollte man lieber mit den letzten Dingen als mit dem Enddarm seiner Mitmenschen beschäftigen und NS-Opfergruppen mit Nazivergleichen herabsetzen.

    Verkommenheit und pseudo-fromme Kulturlosigkeit, wohin man blickt.

    Kein Wunder, dass sich diese herrenmenschlichen Herrschaften lieber mit dem Verdauungstrakt als etwa mit dem 'Tod in Venedig' oder der antiken Mythologie beschäftigen. Von Mitmenschlichkeit und Liebe ganz zu schweigen.
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