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Einzelkommentar zu:
Wieso nicht mit dem Sex warten?


#159 ZeitfensterAnonym
  • 19.03.2014, 09:00h
  • Antwort auf #157 von sperling
  • Ich finde, dass wir ganz schön aufpassen müssen mit der Pathologisierung von sozial unerwünschtem Verhalten. Das wird mir zu inflationär und nach meinem Eindruck immer dann eingesetzt, wenn moralische Appelle nicht mehr fruchten. Immer dann, wenn man mit der bürgerlichen Moral die Leute nicht mehr erreicht, dann wird ihr Verhalten plötzlich krankhaft.
    Wer nicht in einer monogamen Beziehung lebt, wird dann schnell als sexsüchtig abgestempelt. Wer zu oft online ist, wird internetsüchtig. Wer sein Smartphone Tag und Nacht eingeschaltet hat, wird smartphonesüchtig. Wer stets bei Facebook aktiv ist, wird facebooksüchtig. In früheren Zeiten sprach man auch gerne von der Fernsehsucht, wenn jemand zu viel vor der Glotze saß. Darüber spricht heute keiner mehr. Die neuen Medien bergen scheinbar das größere Gefahrenpotenzial, da kann man das TV vernachlässigen. Ich kann mich aber an ellenlange Debatten erinnern, wie das Fernsehen uns alle negativ beeinflussen wird: Vereinsamung zu Hause vor der Glotze, keine sozialen Kontakte mehr, Realität und Fiktion nicht mehr unterscheiden können, Verrohung und Verwahrlosung usw. Im Prinzip waren das die gleichen Befürchtungen wie jetzt beim Thema Internet.

    Beim Sex bin ich immer sehr überrascht, wie schnell man bei der Pathologisierung ist, anstatt anzuerkennen, dass Menschen unterschiedlich ticken und die vermeintliche Sexsucht vielleicht einfach der Ausdruck einer vitalen Sexualität ist.
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