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- 17. März 2014 2 Min.

Einsatz für LGBT-Rechte: Am wichtigsten sei in ihrer Religion die Liebe gegenüber allen Menschen, erklärten diese beiden buddhistischen Nonnen in Taipeh (Bild: Martin Aldrovandi)
Erneut sind in Taiwan Tausende gegen Homo-Rechte auf die Straße gegangen. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit LGBT-Aktivisten. Auf die Seite der Schwulen und Lesben stellten sich auch zwei buddhistische Nonnen.
Von Martin Aldrovandi
Ausgerechnet zu Aretha Franklins "Think" tanzen die Gegner der Homo-Ehe mitten in Taipeh. Riesige Monitore, emotionale Ansprachen und viel Gesang erinnern an amerikanische Gottesdienste. Vor der Chiang-Kai-Shek-Gedenkhalle in Taiwans Hauptstadt protestieren sie am vergangenen Wochenende gegen die Öffnung der Ehe. Sie halten Schilder hoch mit den chinesischen Zeichen für "Ein Mann und eine Frau" oder "Die Ehe wertschätzen".
Auf der anderen Seite des Platzes geben LGBT-Aktivisten Interviews, eine Stunde zuvor haben sich bereits rund zwei Dutzend Paare vor dem Parlament für die Öffnung der Ehe geküsst. Mit dem Kiss-In forderten sie die Abgeordneten auf, endlich den Gesetzesentwurf zu verabschieden, der bereits vor einem halben Jahr eingereicht worden war.
Buddhismus nicht gegen Homo-Ehe

"Gib mir mein Recht auf die Ehe": LGBT-Aktivisten auf dem Freiheitsplatz in Taipeh (Bild: Martin Aldrovandi)
Auf die Seite der Aktivisten stellen sich am Nachmittag auch eine lesbische Pfarrerin und zwei buddhistische Nonnen. Nein, sie seien kein Paar, sagen die beiden auf die Fragen einer Journalistin, und heiraten könnten sie natürlich auch nicht. Die Ehe sollte aber grundsätzlich allen Menschen offen stehen, die sich binden wollten, findet Meisterin Jiu Jing.
Der Buddhismus äußere sich nicht explizit für oder gegen die Homo-Ehe, so die beiden Frauen. Am wichtigsten sei in ihrer Religion jedoch die Liebe gegenüber allen Menschen: Wenn jemand das Glück in der Ehe suche, dann würden sie diese Wahl selbstverständlich respektieren.
Weltweit für Schlagzeilen sorgte 2012 bereits eine buddhistische Meisterin, als diese öffentlichkeitswirksam ein lesbisches Paar in einer religiösen Zeremonie traute. Rund 300 Buddhisten wohnten der Hochzeit in einem Kloster im taiwanischen Taoyuan bei.
Befürworter und Gegner von LGBT-Rechten stoßen aufeinander

Kampf der Schilder: Regenbogen-Kreuz gegen "Ein Mann und eine Frau" (Bild: Martin Aldrovandi)
Die beiden Lager treffen schließlich aufeinander: Die Homo-Gegner blockieren mit ihren "Ein Mann und eine Frau"-Schildern den Eingang, während Schwule und Lesben versuchen, mit einer Regenbogenfahne auf den Platz zu gelangen. Nach einem Gerangel dürfen die LGBT-Aktivisten schließlich ganz hinten im Publikum stehen. Beide Seiten halten ihre Schilder hoch und rufen sich Slogans zu.
Die Demonstration der beiden Lager ist der letzte Höhepunkt im vermehrt öffentlich geführten Kulturkampf in Taiwan. Im vergangenen Jahren sorgten bereits mehrere Zehntausend Gegner der Homo-Ehe für Schlagzeilen (queer.de berichtete). Im Parlament ist ein Gesetzesentwurf zur Öffnung der Ehe hängig, die Homo-Ehe beschäftigt zudem erneut das oberste Verwaltungsgericht der Hauptstadt, nachdem ein bekannter Aids- und Gay-Aktivist Klage eingereicht hatte (queer.de berichtete).















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