https://queer.de/?21264
- 24. März 2014 2 Min.

Das Plakat war auch in der TV-Übertragung zu sehen
Beim nächsten Spiel in der Champions League gegen Manchester United muss ein Fanblock leer bleiben. Der deutsche Meister muss zudem eine Geldstrafe zahlen.
Beim Champions-League-Spiel von Bayern München gegen Manchester United am 9. April in der Allianz-Arena muss ein ganzer Fanblock leer bleiben. Diese Strafe verhängte die UEFA am Montag gegen den Verein aufgrund eines homophoben Banners bei einem früheren Spiel.
Beim der Partie des deutschen Meisters gegen Arsenal am 11. März hatten München-Fans aus Südtirol einen Banner in die Höhe gehalten mit der Aufschrift "Gay Gunners" (queer.de berichtete). Gunners ist der Spitzname des englischen Vereins. Darunter war die Zeichnung eines Spielers zu sehen, auf dessen Hintern ein Geschütz gerichtet ist – es handelt sich offenbar um den deutschen Nationalspieler Mesut Özil, der bei Arsenal unter Vertrag steht.
Die Disziplinarabteilung der UEFA sah das Plakat nun als diskriminierend an und bestimmte, dass der Fanblock 124, in dem das Plakat auftauchte, beim nächsten Champions-League-Heimspiel geschlossen bleiben muss. Wegen eines weiteren Plakates, das sich politisch mit dem Kosovo auseinandersetzte und von der UEFA als illegal angesehen wurde, muss der Verein 10.000 Euro zahlen. Im Wiederholungsfall drohem dem Club höhere Geldstrafen oder gar ein Geisterspiel.
Der schwul-lesbische Fanclub "Queerpass Bayern" hatte "mit großem Entsetzen" auf das Transparent reagiert. Der Vorfall zeige, dass "es weiterer Anstrengungen bedarf, um auch das letzte diskriminierende Gedankengut aus dem Stadion und aus den Köpfen der Menschen zu verbannen", schrieb er damals auf Facebook. Man betrachte den Vorfall zwar als "Einzelfall einiger weniger Unverbesserlicher", der aber nicht zu akzeptieren sei. "Wir entschuldigen uns im Namen der Gesamtheit der Bayernfans dafür", so Queerpass. (nb)
Update Reaktion von Queerpass
"Wir finden das Urteil in seiner Höhe völlig unangemessen und viel zu hoch", schreibt der schwul-lesbische Fanclub von Bayern München auf seiner Facebook-Seite. "Da es sich um ein Erstvergehen handelte, wäre eine andere Sanktion möglich gewesen. Sicher, soll hier eine Signalwirkung erreicht werden, aber es steht in keinem Verhältnis zu Gewaltdelikten oder ähnlichem Fehlverhalten." Nachhaltige Kampagnen wären sinnvoller als Kollektivstrafen, so Queerpass. "Die Geldstrafe sollte als zweckgebundene Spende für LGBT Organisationen eingesetzt werden."














