Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=21316
Home > Kommentare

Kommentare zu:
"Darkroom-Mörder" begeht Selbstmord


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 RobbyEhemaliges Profil
  • 02.04.2014, 19:35h
  • Durch seinen Selbstmord hat er sich nun der gerechten Strafe für seine grausamen Taten entzogen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 02.04.2014, 19:36h
  • Keinen Knast für Keinen. Bin da extrem. Der Staat dürfte meiner Meinung ausschließlich psychosoziale Hilfe anbieten dürfen, gerade auch für Mörder. Der Rest ist purer Barbarismus.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AleXAnonym
#5 Thom_ass1973
  • 02.04.2014, 19:57h
  • Es gibt ein Recht auf Leben, KEINE PFLICHT !!!

    Mehr ist hier nicht hinzuzufügen!

    Ich hoffe nur das es dem auffindenden Pflegepersonal gut geht !!!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 JadugharProfil
  • 02.04.2014, 20:08hHamburg
  • Als erwachsener Mensch muß man sich im Klaren sein, daß man Anderen nicht ungefragt lebensgefährliche Drogen in die Getränke kippt.

    Er hatte wirklich aus niederen Motiven gehandelt, wenn er Raubmord begeht. Somit ist er für sein Schicksal selbst verantwortlich, sofern nicht eine schwere Psychose vorliegt.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 daVinci6667
  • 02.04.2014, 20:35h
  • Antwort auf #3 von reiserobby

  • Was glaubst du wie die Welt aussehen würde wenn ALLES erlaubt, heisst NICHTS mit Strafe und Gefängnis belegt würde?

    80-90 % würden sich anständig benehmen. Davon bin ich überzeugt.
    Die restlichen 10-20 % würden uns alle terrorisieren.

    Irgendwann würden die Menschen zur Selbsthilfe sprich Selbstjustiz greifen, was alles viel schlimmer machen würde als es jetzt ist.

    Wir alle brauchen den Rechtsstaat. Gerade auch Verbrecher. Ansonsten werden die wie im Mittelalter gelyncht. Womöglich trifft es dann Unschuldige. Das wäre das aller grausamse!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #3 springen »
#8 sperlingAnonym
  • 02.04.2014, 22:33h
  • ich finde es immer noch problematisch, die formulierung vom "darkroom-mörder" zu übernehmen, wenn auch in anführungszeichen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 NickAnonym
  • 02.04.2014, 23:40h
  • Antwort auf #3 von reiserobby

  • "Keinen Knast für Keinen"

    Und wie soll man z.B. mit Leuten wie Breivik umgehen?
    Der schreibt aus dem Knast raus noch weiter Verschwörungstheorien und ruft zum Kampf auf.
    Wäre er auf freiem Fuß hätte er bereits die nächste Insel terrorisiert oder wäre von irgendwelchen Leuten zuvor gelyncht worden.
    Gefängnisstrafen muss es für manche Taten geben, erst recht für Mord. Das ist nicht um sonst unverjährbar.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #3 springen »
#10 MikeschAnonym
#11 The PurgeAnonym
#12 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.04.2014, 07:52h
  • Antwort auf #9 von Nick
  • Nick fragt: "Und wie soll man z.B. mit Leuten wie Breivik umgehen? Der schreibt aus dem Knast raus noch weiter Verschwörungstheorie n und ruft zum Kampf auf."

    Hier gibt es nur eine Lösung: die Todesstrafe! In den USA wäre er durch die Giftspritze hingerichtet worden!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#13 RobbyEhemaliges Profil
#14 RobbyEhemaliges Profil
  • 03.04.2014, 09:48h
  • Antwort auf #8 von sperling

  • Wieso? Den dritten Mord hat er ja im Darkroom begangen. Also stimmt die Bezeichnung doch. Und wenn er nicht geschnappt worden wäre, hätte er weitergemordet. Wer sagt Dir, dass es nicht wieder im Darkroom passiert wäre? Der Mörder hatte es auf Schwule abgesehen. Ich denke, dass ihm z.B. ein weiterer Mord in einem Darkroom leichter 'unbemerkt' gelungen wäre als in einem 'beleuchteten' Club. Und die Leute, die übers Internet Dates ausmachen, werden ja auch inzwischen wahrscheinlich sehr vorsichtig sein.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#15 sperlingAnonym
  • 03.04.2014, 10:58h
  • Antwort auf #14 von Robby
  • >"Den dritten Mord hat er ja im Darkroom begangen."

    ja. einen von dreien. einer - das sind, wenn ich noch richtig rechnen kann, nicht mal zwei. wieso wird ausgerechnet dieser eine mord zum namensgeber?

    >"Wer sagt Dir, dass es nicht wieder im Darkroom passiert wäre?"

    das ist reine spekulation.

    mir geht es darum, dass hier ein teil der subkultur, der zweifellos nicht ohne gefahren ist - aber sind das eine heterodisko oder eine ubahnhaltestelle? - in effekthaschender weise skandalisiert wird. wegen eines einzigen falles, der für die mordreihe nicht einmal typisch ist.

    ich finde das nicht so schlimm, dass ich mich deswegen ernsthaft aurfegen würde, aber ich finde es zumindest unnötig und vermeidbar. man muss in einem queeren medium nicht unbedingt denjenigen futter hinwerfen, die die schwule sexkultur am liebsten sowieso verbieten und abschaffen würden.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #14 springen »
#16 RobbyEhemaliges Profil
  • 03.04.2014, 11:13h
  • Antwort auf #5 von Thom_ass1973

  • An sich hast Du Recht. Trotzdem gibt es einen Punkt im Leben, an dem da plötzlich eine 'Pflich' zur Lebenserhaltung - und dadurch auch zum Leben - erzwungen wird. Dann nämlich, wenn ein todkranker Mensch, der selbstbestimmt seinem qualvollen Leben und Dahinsiechen ein Ende bereiten möchte, von den Ärzten der Klinik durch Apparate gegen seinen ausdrücklichen Willen am Leben gehalten wird.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#17 RobbyEhemaliges Profil
  • 03.04.2014, 11:43h
  • Antwort auf #3 von reiserobby
  • Da bin ich komplett anderer Meinung. Wenn Mörder nur noch "ausschließlich psychosoziale Hilfe" - wie Du vorschlägst - bekommen würden, dann würde sie das absolut nicht von einem oder weiteren Morden abhalten. - Es nützt doch nichts, wenn Du zu so einem Mehrfachmörder sagst: "Das darfst Du aber nicht tun, das ist böse. Du darfst keinen anderen Menschen umbringen." - Der Typ lacht da doch bloß drüber. - Wie 'da Vinci' schon sehr richtig geschrieben hat: Wenn keiner mehr in den Knast käme und deshalb nichts mehr geahndet würde, dann käme es zur Selbstjustiz. Das kannst Du doch auch nicht wollen, oder?!

    Und denk mal noch ein Stück weiter. Wenn es zur Selbstjustiz käme - wie lange meinst Du, würde es dauern, bis Homo-Hasser auf die Idee kämen, uns zu Tausenden umzubringen? - Sie bräuchten doch dann bloß noch behaupten, wir hätten irgend eine "Straftat" begangen - und sie müssten es nicht mal mehr beweisen...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #3 springen »
#18 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 03.04.2014, 11:45h
  • Antwort auf #7 von daVinci6667
  • >Keinen Knast für Keinen. Bin da extrem. Der Staat dürfte meiner Meinung ausschließlich psychosoziale Hilfe anbieten dürfen, gerade auch für Mörder. Der Rest ist purer Barbarismus.<
    Wer sagt, dass ich für eine Welt bin, in der alles erlaubt sei? Im Gegenteil: Ich bin für das totale Verbot der Todesstrafe - weltweit, und gegen Knäste oder nennen wir es Gefängnisse, die auf der barbarischen Tradition beruhen, Menschen zu Aussätzigen zu erklären, um sie weg zu sperren.
    Manchmal wünschte ich mir sogar, Unzucht würde wieder bestraft, dürfte aber nur für Schwule gelten, die auf Liberalität pfeifen und den Rechtsstaat in ihrer reaktionären Denke darauf beschränkt wissen möchten, mit "harten Strafen" zu glänzen, und sich in ihren Argumenten in primitiven Vergeltungsfantasien ergehen...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #7 springen »
#19 RobbyEhemaliges Profil
  • 03.04.2014, 11:52h
  • Antwort auf #15 von sperling
  • Da gebe ich Dir Recht. Allerdings denke ich auch, dass die Presse - egal ob nun Mainstream oder queer - einen Mörder immer versucht, irgendwie mit dem Tatort oder einem bestimmten Vorgehen bei den Mordern - z. B. Erwürgen - in Verbindung zu bringen, und ihm deshalb so einen Namen gibt.

    Ich kann mich noch erinnern, als hier in Regensburg vor Jahren mal ein berüchtiger Frauenmörder - David - aus dem BZK entkommen ist. Da haben die Zeitungen geschrieben, der "Würger von Regenburg" wäre auf der Flucht. - Eben weil er die Frauen immer erwürgt hatte.

    Aber wie Du richtig schreibst, man muß homophoben Typen nicht unbedingt "Futter hinwerfen". Das stimmt. Es gibt auch so schon genügend Versuche, Szene-Orte schließen zu lassen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #15 springen »
#20 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 03.04.2014, 11:53h
  • Antwort auf #17 von Robby
  • Unsinn. Die Todesstrafe in USA verhindert keine Morde. Und wer tötet schon gerne Menschen? Wer gerne mordet, ist krank. Und eine Gesellschaft, die Menschen zuhauf in Gefängnissen ihrer Würde beraubt, sie in den Suizid laufen lässt, bei Missbrauch und Gewalt in Knästen wegschaut, ist nicht minder pervers. Zivilisation geht anders.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #17 springen »
#21 RobbyEhemaliges Profil
  • 03.04.2014, 12:06h
  • Antwort auf #20 von reiserobby
  • "Wer gerne mordet, ist krank." - Da stimme ich Dir zu.
    Trotzdem habe ich eben eine andere Anschauung als Du, was die "Bestrafung" von Mördern - und anderen Verbrechern - betrifft. Ich halte grundsätzlich nichts von der Theorie, dass man einen Verbrecher durch eine "Therapie" etc. von seinen Verbrechen oder seinem Verlangen, diese zu begehen "heilen" kann. - Aber, wie gesagt, das ist meine Meinung dazu. - Du hast eine andere - O.K.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #20 springen »
#22 sperlingAnonym
  • 03.04.2014, 13:50h
  • Antwort auf #12 von FoXXXyness
  • der staat soll menschen umbringen, um zu demonstrieren, dass es falsch ist, menschen umzubringen? mir erschließt sich diese logik nicht und wird es auch nie tun.

    die kriminalitätsforschung bestätigt die ablehnung der todesstrafe. sie wirkt nicht abschreckender als eine freiheitsstrafe. sie ist nicht nur inhuman, sondern nicht einmal in ihrer eigenen verqueren logik zweckmäßig.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #12 springen »
#23 daVinci6667
  • 03.04.2014, 15:09h
  • Antwort auf #18 von reiserobby

  • Du bist genauso extrem wie Foxxyness, nur andersrum. Der eine will die barbarische Todesstrafe einführen, der andere ist so unendlich naiv und will zwar Dinge verbieten aber dann nicht bestrafen. Wie soll das gehen?

    Sicherlich muss im Strafvollzug noch vieles verbessert werden, gerade auch für schwule Insassen. Da bin ich dabei.

    Doch wer etwas so schreckliches wie beispielsweise Mord begangen hat gehört eingesperrt. Gerade weil er doch bitte andere noch am Leben lassen soll. Du hättest wohl selber auch was dagegen wenn sich ein irrer Massenmörder gerade dich als nächstes Opfer aussuchen würde. Oder irre ich mich?

    Da hilft nicht nur ein Mai, Mai, das darfst du aber nicht, weil das Hals umdrehen dem Reiserobby ganz doll weh macht.

    Nö, so einer gehört weggesperrt bis wir eine bessere Lösung im Umgang mit Gewaltverbrechern gefunden haben.

    Das hat für mich nichts mit Rache zu tun sondern mit Verantwortung gegenüber potenziellen Opfern.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#24 daVinci6667
  • 03.04.2014, 15:21h
  • Antwort auf #18 von reiserobby

  • Übrigens noch was dazu:

    "Manchmal wünschte ich mir sogar, Unzucht würde wieder bestraft, dürfte aber nur für Schwule gelten, die auf Liberalität pfeifen..."

    Ich habe manchmal ähnliche Phantasien. Zum Beispiel das auf den Gebrauch von Kondomen 20 Jahre Knast steht, oder auf Ehebruch oder schwulen Sex.

    Selbstverständlich würde das nur für Katholen und andere Sektenmitglieder gelten. Dann würden endlich alle austreten.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#25 daVinci6667
  • 03.04.2014, 15:35h
  • Antwort auf #16 von Robby

  • "Dann nämlich, wenn ein todkranker Mensch, der selbstbestimmt seinem qualvollen Leben und Dahinsiechen ein Ende bereiten möchte, von den Ärzten der Klinik durch Apparate gegen seinen ausdrücklichen Willen am Leben gehalten wird."

    Das ist extrem grausam. Wir stimmen wieder mal voll überein. Deshalb sollte es Sterbehilferegelungen wie in der Schweiz oder Belgien überall geben. Jeder Mensch soll frei bestimmen dürfen wann er sterben will.

    Gleichzeitig müssen wir aufpassen das z. B. alte Menschen oder Kranke nicht unter Druck geraten, jetzt endlich abzutreten weil sie Angst und Sorge haben, ihren Pflegenden und Angehörigen zu sehr zur Last zu fallen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#26 TheDadProfil
  • 03.04.2014, 19:02hHannover
  • Antwort auf #12 von FoXXXyness
  • ""Hier gibt es nur eine Lösung:""..

    Sich genuso zu verhalten wie die Täter, macht einen bzw die gesellschaft nicht besser als den Täter, und ist definitiv keine Lösung !

    Alleine die Tatsache das Mann vor 70 Jahren noch Menschen wegen ihres Schwul-Seins in KZ´s ermordet hat, müßte eigentlich dazu führen das jeder Schwule sich gegen die Todesstrafe ausspricht..

    Aber bei einigen Leuten funtioniert das kollektive Gedächtnis scheinbar nicht so richtig..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #12 springen »
#27 TheDadProfil
#28 gehts nochAnonym
#29 MikeschAnonym
  • 03.04.2014, 23:06h
  • Antwort auf #22 von sperling
  • Ich gebe dir zumindest teilweise recht.

    Geht es denn in erster Linie um Abschreckung oder Zweckmäßigkeit?
    Ist sie tatsächlich inhuman?
    Dient sie nicht vor allem der Gerechtigkeit?

    Ich habe mir schon oft folgende Frage gestellt: Mit welchem Recht kann jemand, der das Leben eines, mehrerer, hunderter oder gar zigtausender Menschen ausgelöscht hat, Menschlichkeit erwarten?
    Irgendwann, vielleicht wenn mal eine schmutzige Bombe hochgeht, wird diese Diskussion mit aller Wucht einsetzen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #22 springen »
#30 LiddlProfil
  • 03.04.2014, 23:58hBraunschweig
  • @davinci

    Patientenverfügung und Betreuungsantrag habe ich jetzt schon beim Notar hinterlegt. Typische Frage von Unbeteiligten: wieso denn schon jetzt mit 36?
    Antwort: weil meine homophobe Erbschleicher- Sippschaft ihre teuflischen Finger von mir lassen soll, wenn es mir mal schlecht geht!
    Und wenn ich mich verpartnere kann man beim Notar eh wieder alles ändern, zugunsten des hoffentlich liebenden und nicht-erbschleichenden Partners, der dann die Verantwortung für mich trägt.
  • Antworten » | Direktlink »
#31 sperlingAnonym
  • 04.04.2014, 00:15h
  • Antwort auf #29 von Mikesch
  • >"Geht es denn in erster Linie um Abschreckung oder Zweckmäßigkeit?"

    mir ist nicht ganz klar, was du jenseits der abschreckung mit "zweckmäßigkeit" meinst. ich weiß nicht, ob es "gerechtigkeit" herstellt, wenn man gewalt mit gewalt beantwortet.

    >"Mit welchem Recht kann jemand, der das Leben eines, mehrerer, hunderter oder gar zigtausender Menschen ausgelöscht hat, Menschlichkeit erwarten?"

    diese frage finde ich emotional sehr nachvollziehbar. ich halte es aber für eine sehr gute idee, die regeln unserer gesellschaft eben NICHT (nur) von emotionen, schon gar nicht in extremsituationen, bestimmen zu lassen, sondern es ganz rational als einen zentralen grundsatz zu vereinbaren, dass der staat grundsätzlich JEDEN menschen so human wie möglich behandelt und dass das recht auf eine humane behandlung auch ganz grundsätzlich niemandem entzogen werden kann.

    es gibt m.e. schon allzuviele andere fälle, in denen wir von einem humanen staat nicht mehr uneingeschränkt reden können. wir müssen wirklich nicht auch noch damit anfangen, menschen umzubringen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #29 springen »
#32 MikeschAnonym
  • 04.04.2014, 11:49h
  • Antwort auf #31 von sperling
  • Das mit der "Zweckmäßigkeit" hattest doch du im 2. Abs. der Nr. 22 geschrieben.

    Man kann sich gar nicht ausmalen, was da los wäre, wenn es wirklich mal zu einem Ereignis mit zigtausenden Toten käme, wogegen Norwegen harmlos wäre.
    Ich denke, aufgrund des öffentlichen Drucks würde so manches, was du unter den beiden letzten Absätzen geschrieben hast, über den Haufen geworfen.

    Eines muss man sich immer vor Augen halten:
    Die Mörder haben ihre Strafe irgendwann verbüßt, die Ermordeten sind jedoch ewig tot.
    Insoweit kann man das auch kaum mit anderen schweren Delikten vergleichen.

    Und das muss ich jetzt auch noch sagen:
    Wenn man nicht direkt betroffen ist, ist es Theorie. Stell' dir mal vor, deinem geliebten Partner, falls du einen hast, würde aus Geldgier, Schwulenhass oder sonstigen niedrigen Beweggründen das Leben genommen. Da wird der Hass wohl grenzenlos sein, und auf eine humane Behandlung des Mörders würdest du spucken.

    Ich weiß, es ist ein heikles Thema.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #31 springen »
#33 sperlingAnonym
  • 04.04.2014, 12:32h
  • Antwort auf #32 von Mikesch
  • ich hatte in #22 "zweckmäßig" synonym mit "abschreckend" gemeint. andere zwecke einer bestrafung leuchten mir nämlich nicht recht ein.

    >"Die Mörder haben ihre Strafe irgendwann verbüßt, die Ermordeten sind jedoch ewig tot."

    das ist unbestreitbar richtig, daraus folgt aber nicht automatisch irgendein schluss, was die beste gesellschaftliche regelung zum umgang mit kriminalität ist. von "auge um auge, zahn um zahn" haben wir uns ja aus guten gründen verabschiedet.

    meine frage, ob "gerechtigkeit" in einer verdoppelung des schadens bestehen kann, ist damit nicht beantwortet.

    >"Stell' dir mal vor, deinem geliebten Partner, falls du einen hast, würde aus Geldgier, Schwulenhass oder sonstigen niedrigen Beweggründen das Leben genommen. Da wird der Hass wohl grenzenlos sein, und auf eine humane Behandlung des Mörders würdest du spucken."

    es ist immer schwierig, das eigene verhalten in extremsituationen einzuschätzen. ich glaube aber, dass ich auch als selbst betroffener noch in der lage wäre, zwischen meinen gefühlen und dem zu unterscheiden, was ich als gesellschaftliche regelung für sinnvoll halte. denn, wie bereits gesagt, es geht hier nicht darum, dass der staat vor allem oder sogar ausschließlich den gefühlen der opfer rechnung tragen sollte, sondern darum, dass wir als gesellschaft sinnvolle, also vor allem rationale regelungen festlegen müssen.

    nur, wenn mein kopf vor zorn völlig ausgeschaltet wäre, würde ich das humanitätsgebot unseres staates in frage stellen. ob das passieren könnte, weiß ich nicht. eigentlich glaube ich es nicht. wir sollten unsere gesetze aber auf keinen fall von menschen festlegen lassen, die nicht klar denken können. (das passiert ja leider schon oft genug...)

    du argumentierst hier ausschließlich aus der perspektive der opfer heraus. natürlich müssen wir diese perspektive berücksichtigen, und vielleicht sollten wir wirklich mehr über hilfen für opfer nachdenken als bisher. aber die gefühle der opfer sind trotzdem nicht das einzige, was hier zählt.

    außerdem: ob die bestrafung der täter_innen das einzige ist, womit wir den opfern helfen können, bezweifle ich vehement. du scheinst davon auszugehen, jedes opfer eines verbrechens habe automatisch rachegedanken der_m täter_in gegenüber. das ist sicher in sehr vielen fällen so, vielleicht sogar in den meisten, aber es gibt auch viele dokumentierte fälle, in denen den opfern der gedanke an rache oder "vergeltung" völlig fremd war, obwohl sie schrecklich litten.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #32 springen »
#34 sperlingAnonym
  • 04.04.2014, 12:50h
  • Antwort auf #33 von sperling
  • ein nachtrag: ich weiß gar nicht genau, was unser staat an opferhilfen leistet (vielleicht kann dazu jemand anders etwas sagen). ich könnte mir aber vorstellen, dass z.b. eine kompetente psychologische betreuung für verbrechensopfer hilfreicher ist als die bloße bestrafung des_r täters_in.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #33 springen »
#35 RobbyEhemaliges Profil
  • 04.04.2014, 18:11h
  • Antwort auf #25 von daVinci6667
  • Da hast Du ganz Recht, 'daVinci'. - Hier in Deutschland ist es leider immer noch so, dass derjenige, der einem Todkranken seinen ausdrücklichen Wunsch - die "lebensverlängernden" Apparate abzuschalten - erfüllt, wegen fahrlässiger Tötung angezeigt wird. - Ich habe selbst mehrmals aidskranke Freunde elendig im Krankenhaus zugrunde gehen sehen, ohne die Möglichkeit, hilfen wirklich zu einem würdevollen Sterben verhelfen zu können. - Das wirklich perverse an dieser medizinischen Regelung - das Leben eines Patienten um jeden Preis zu erhalten - ist meiner Meinung nach, dass das das Leiden der Betroffenen teilweise "unendlich" verlängert, obwohl sie OHNE diese Apparate längst hätten sterben können. Gleichzeitig haben die Ärzte und Schwestern gefühllos darüber diskutiert, wie lange es noch dauern wird, bis das Immunsystem und die Organe endgültig kollabieren, damit sie das Bett wieder belegen können. -
    Das hat mich jedesmal total fertig gemacht und ich fragte mich, ob die überhaupt noch begreifen, dass da ein MENSCH vor ihnen im Bett liegt...

    Genau aus diesem Grund war ich damals auch sehr gerne bereit, den Wunsch meines AIDS-kranken Lovers zu erfüllen, als er mir gesagt hat, dass er diesen ganzen Krankenhaus-Wahnsinn nicht will und deshalb zu Hause sterben möchte. Ich werde nie diese unglaubliche Erleichterung und die stumme Dankbarkeit in seinen Augen vergessen, als ich ihm gesagt habe, dass ich immer für ihn da sein werde und ihm angeboten habe, mich bis zum Schluss um ihn zu kümmern und ihn zu pflegen. Durch diese einfache Geste sind wir uns noch näher gekommen und ich habe es nie bereut, dass ich mich so entschieden habe. Er war ein sehr wertvoller und einzigartiger Freund für mich, den ich nie vergessen werde. Ich habe ihn damals in seiner Todesstunde in meinen Armen gehalten und es hat sich für uns beide so richtig angefühlt. - Wenn ich heute wieder vor so einer Entscheidung stehen würde, weiß ich, dass ich mich wieder genauso entscheiden würde.

    Ich denke, dass hier in Deutschland noch ein gewaltiger Prozeß des Umdenkens notwendig ist, damit die Entscheidungsträger begreifen, dass jeder selbst entscheiden sollte, wann und wie er sterben möchte.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #25 springen »
#36 TheDadProfil
  • 04.04.2014, 21:53hHannover
  • Antwort auf #32 von Mikesch
  • Die "Zweckmässigkeit" hat sich zuletzt im Vorfeld des 11.September erledigt, denn das Wissen darum, das die Tat entweder mit der Todesstrafe, oder wie im Falle bin Laden´s mit einem entsandtem Killer-Komando´s erledigt würde, war den Tätern und Hintermännern vor der Tat klar, hat sie dennoch nicht abgeschreckt..

    Q.E.D.
    Die Todesstrafe schreckt nicht ab, ist damit sinnlos, und nichts weiter als eine barbarische Form gesellschaftlicher Rache, die nicht einmal zielführend als "Gefühl der Gerechtigkeit" bei den Angehörigen der Opfer ankommt, was diverse Studien dazu belegen..

    Insofern hat sich auch die Diskussion erledigt, wenn sich nicht auch in diesem gesamtgesellschaftlichem Zusammenhang mal wieder überwiegend Konservative weigern würden, die Tatsache anzuerkennen, das selbst ein Täter über Menschenrechte verfügt, die ihm nicht verweigert werden dürfen..

    Dazu gehört das Verbot der Folter..
    Das zumeist jahrelange Warten auf die Hinrichtung in der Isolation in den Todeszellen amerikanischer Gefängnisse ist bereits mehrfach als Folter deklariert worden..

    ""Eines muss man sich immer vor Augen halten:""..

    Genau..
    Menschenrechte sind nicht teilbar !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #32 springen »
#37 MikeschAnonym
  • 04.04.2014, 22:58h
  • Antwort auf #36 von TheDad
  • Ich möchte mich wegen der Brisanz der Angelegenheit nicht weiter äußern, kann nur noch mal auf #29 Abs. 3 Satz 1 sowie #32 Abs. 3 und 4 hinweisen. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Fragen für einen persönlich nie stellen werden.
    Unabhängig davon halte ich es grundsätzlich für falsch, Täter- über Opferschutz zu stellen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #36 springen »
#38 daVinci6667
  • 05.04.2014, 14:19h
  • Antwort auf #35 von Robby

  • "Das wirklich perverse an dieser medizinischen Regelung - das Leben eines Patienten um jeden Preis zu erhalten - ist meiner Meinung nach, dass das das Leiden der Betroffenen teilweise "unendlich" verlängert, obwohl sie OHNE diese Apparate längst hätten sterben können. Gleichzeitig haben die Ärzte und Schwestern gefühllos darüber diskutiert, wie lange es noch dauern wird, bis das Immunsystem und die Organe endgültig kollabieren, damit sie das Bett wieder belegen können."

    Was du beschreibst ist meiner Meinung nach reinste Folter und Sadismus, nichts anderes. Warum sollte man sonst, wenn keine Hoffnung mehr besteht, das Leiden eines Menschen künstlich verlängern?

    Als meine Schwester mit Krebs im Sterben lag hat sie zum Schluss nur noch starke Schmerzmittel bekommen und durfte so innert weniger Tage sterben. Sie wollte keine sinnlosen Therapien mehr. Wir haben auf ihren Wunsch die Maschinen schliesslich ganz abgestellt. Ganz legal. In Deutschland wäre das womöglich Mord gewesen.

    Die Ärzte meinten sie hätte sonst noch vielleicht 2-3 Monate länger leiden müssen. Wozu? Ich, wir alle in der Familie hätte genau so entschieden wie meine Schwester.

    Das Leben ist schön, wertvoll und das kostbarste überhaupt. Wer das Leben liebt und es selbstbewusst gestaltet, will am Ende des Lebens auch entscheiden wann es genug ist. Das ist unser ureigenstes Recht!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #35 springen »
#39 TheDadProfil
  • 05.04.2014, 21:34hHannover
  • Antwort auf #37 von Mikesch
  • ""Ich möchte mich wegen der Brisanz der Angelegenheit nicht weiter äußern""..

    Wieso kommt mir das jetzt bei Dir so bekannt vor !?

    Niemand hat hier den "Täter-Schutz" erwähnt, und schon gar nicht über den Opfer-Schutz gestellt..

    Allerdings denken Menschen die für die Todesstrafe plädieren, diejenigen die dagegen seien, würden es aus "Täter-Schutz-Gründen" sein..

    Das ist falsch..
    Und noch einmal :
    Menschenrechte sind nicht teilbar !

    Getötete Opfer lassen sich nicht wiederbeleben, auch durch die Hinrichtung des Täters nicht..

    Muß wirklich schwer sein das zu kapieren..

    Und was den Rest betrifft..
    Auch die meisten Täter haben Angehörige, die dann durch den Mord des Staates zu Hinterbliebenen, und damit zu Opfern werden..

    Mann muß aber die Zahl der Opfer einer Straftat nicht auch noch durch pure Dummheit und billige Rache vergrößern..

    Was Deine Fragestellung in den Kommentaren 29 und 32 angeht..

    Die ist ebenso dumm wie die Frage bei der ehemaligen "Gewissensprüfung für Kriegsdienstverweigerer"..

    Ich laufe weder "zufällig" mit einer Waffe durch den Park, darauf wartend das jemand angegriffen wird, noch will ich, das jemand, aus welchen Gründen auch immer, einen Menschen tötet..
    Auch kein Richter und kein Henker !
    Wir haben andere Mittel der Strafe..
    Und denen sind die Möglichkeiten der Therapien, der Sühne durch Täter-Opfer-Ausgleich, durch Schadensersatz, und vor allem durch geänderte Erziehung hinzuzufügen..

    Das so etwas funktiniert kann Mann in anderen Ländern sehen, die eine deutlich geringere Kriminalitätsrate als Deutschland oder gar die USA haben..

    Der Fall Breivik war deshalb so ungewöhnlich, weil Norwegen die geringste Mordrate und die geringste Kriminalitätsrate in ganz Europa hat..

    Woher dieser Mensch seine Motivation für seine Tat genommen hat, ist allerdings auch ziemlich eindeutig..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #37 springen »
#40 MikeschAnonym
#41 RobbyEhemaliges Profil
#42 ujzhtgrAnonym
#43 juhnztAnonym
#44 loikujhzAnonym

» zurück zum Artikel