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80 Gräber auf 400 Quadratmetern

Berlin erhält Lesben-Friedhof

  • 03. April 2014 37 2 Min.

Am Sonntag findet die Einweihung des ersten Lesben-Friedhofs statt (Bild: Robert Wetzlmayr / flickr / by 2.0)

In Prenzlauer Berg soll künftig die "Gemeinschaft von Lesben über den Tod hinaus gelebt werden können".

Die erste lesbische "Gemeinschaftsbestattungsstätte" wird am Sonntag im evangelischen Georgen-Parochial-Friedhof in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes eröffnet. Auf 400 Quadratmetern ist Platz für 80 Gräber – sowohl für Urnen als auch für Erdbestattungen. Organisiert wird der Lesben-Friedhof von der gemeinnützigen SAPPhO-Frauenwohnstiftung mit Sitz in Wuppertal. Sie setzt sich dafür ein, die "Gemeinschaftskultur frauenliebender Frauen" zu stärken. Nach Angaben der Stiftung sind bereits erste Reservierungen für Gräber eingegangen.

Insgesamt suchten die Aktivistinnen vier Jahre lang nach einem geeigneten Ort, bis sie auf dem Berliner Friedhof ihr Projekt starteten. Das einst verwilderte Gelände wurde bereits für 15.000 Euro neu gestaltet.

"Entstanden ist ein lichter Ort, wo sich Leben und Tod verbinden, eigene Formen von Friedhofskultur entwickelt und Gemeinschaft von Lesben über den Tod hinaus gelebt werden können", heißt es auf der Website der Stiftung, die seit 1997 als gemeinnützig anerkannt ist.

Die evangelische Kirche hat mit dem Friedhof keine Probleme. So erklärte Christiane Bertelsmann, die Sprecherin des Evangelischen Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte, gegenüber der "Welt", der Friedhof sei nicht ausgrenzend gegenüber Nicht-Lesben, sondern mit einem Familiengrab zu vergleichen. Die Kirche betonte, dass allen die Friedhöfe offen stünden, wenn sie sich an die Friedhofsordnung hielten.

Kritik aus der CDU

Während der Lesben- und Schwulenverband und Politikerinnen der Grünen die Einrichtung begrüßten, kommt Kritik von Stefan Evers, dem stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden und Vizechef der Berliner Lesben und Schwulen in der Union (LSU). In der "Bild"-Zeitung erklärte der 34-Jährige: "Das ist nicht meine Vorstellung von Integration und Akzeptanz. Wer sich als Teil der Gesellschaft versteht, sollte sich auch im Tode nicht isolieren."

Die Einweihung des Friedhofs findet am Sonntag um 11 Uhr statt. Die verantwortliche Stiftung ruft zu Spenden statt zum Mitbringen von Blumen auf, um eine Sitzbank zu finanzieren. (dk)

Lesben-Friedhof

Georgen-Parochial-Friedhof, Greifswalder Str. 229 – 234, Berlin-Prenzlauer Berg (Haltestelle "Am Friedrichshain")
Wöchentliche Umfrage

» In Berlin wurde Anfang April ein Lesben-Friedhof eröffnet. Brauchen wir eigene Bestattungsstätten für LGBT?
    Ergebnis der Umfrage vom 07.04.2014 bis 14.04.2014
-w-

#1 m123Anonym
  • 03.04.2014, 16:39h
  • Jeder darf natürlich entscheiden wie er begraben werden möchte, wenn überhaupt (Grabstätten sind ja was sehr Religiöses).

    Aber es ist einfach nicht klug sich symbolisch zu ghettoisieren. Sowas ist dem sinnvollen Ziel ALLE Menschen, unabhängig davon mit welchen Merkmalen sie auf die Welt gekommen sind, in die Gesellschaft zu integrieren.
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#2 GeorggAnonym
  • 03.04.2014, 16:57h
  • "Das ist nicht meine Vorstellung von Integration und Akzeptanz. Wer sich als Teil der Gesellschaft versteht, sollte sich auch im Tode nicht isolieren."

    Richtig! Sonst haben wir bald auch noch einen Friedhof für Transsexuelle, einen für Intersexuelle und noch einen für Asexuelle....

    Langsam dürfte doch jedem klar werden, dass es nicht die bösen Heteros sind, die die armen Schwulen und Lesben diskriminieren, sondern dass sehr viele Schwule und Lesben überhaupt nicht Teil der Gesellschaft sein WOLLEN!
    So etwas sollte man nicht unterstützen!
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#3 seb1983
  • 03.04.2014, 17:04h
  • Und mal wieder die Frage:
    Ist sowas emanzipiert, oder grenzt man sich selbst aus?
    Braucht man auch schwule Friedhöfe?
    Was ist mit schwulen Juden, schwulen Moslems, legt man die auch jeweils extra?

    Morgens zum schwulen Bäcker, danach zum schwulen Arzt, auf die schwule Arbeitsstelle, abends in den schwulen Supermarkt um den abend in der schwulen Bar ausklingen zu lassen?

    Möglich wärs, besonders wenn manch überemanzipierter die unausweichlichen Preisaufschläge in der Szene mit "gay pride" gerne bezahlt.
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