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"Gegen Gender-Ideologie, Pädophilie und Frühsexualisierung"
Demo gegen "Gender-Ideologie" auch in München
- 08. April 2014 2 Min.

Stuttgarter Demonstration der Homo-Gegner Anfang März (Bild: Guido Klein)
Nach Stuttgart und Köln wollen "besorgte Eltern" auch in der bayerischen Landeshauptstadt auf die Straße gehen, um gegen die Aufklärung an Schulen zu kämpfen.
Die Initiative "Besorgte Eltern" hat angekündigt, am 10. Mai in München eine Demonstration "gegen Gender-Ideologie, Pädophilie und Frühsexualisierung unserer Kinder an Kitas und Grundschulen" abzuhalten. Die Protestaktion wird unter dem Motto "Demo für alle" beworben, so ein Flyer (PDF) der Initiative.
Der Begriff ist eine direkte Übersetzung von "Manif pour tous", den Homo-Gegner in Frankreich im vergangenen Jahr nutzten, um gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht zu protestieren. Bei diesen Protestaktionen kam es dabei immer wieder zu Ausschreitungen und Verletzten (queer.de berichtete).
Die Protestaktion in München wird auf der selben Kampagnenwebsite beworben wie die Demonstrationen in Stuttgart gegen den Bildungsplan der baden-württembergischen Landesregierung. Dieser sieht vor, das Thema sexuelle Vielfalt im Unterricht fächerübergreifend zu behandeln, um damit die Homo- und Transsexuellenfeindlichkeit zu bekämpfen. In der Landeshauptstadt Baden-Württembergs versammelten sich im Februar, März und zuletzt am vergangenen Samstag jeweils zwischen 600 und 800 Homo-Gegner. Sie forderten, dass Kinder davor geschützt werden müssten, im Unterricht etwas über nichtheterosexuelle Menschen zu erfahren. Auch in Köln gab es Demonstrationen der Aufklärungsgegner (queer.de berichtete).
Sehnsucht nach der Vergangenheit
Auf der Website fordern die Organisatoren Nicht-Heterosexuelle auf, möglichst unsichtbar zu bleiben: "Wir erwarten, dass Homosexuelle und andere sexuell abweichend Veranlagte als Bürger in der Republik ebenso in erster Linie bürgerlich handeln wie wir es tun." Schwule und Lesben dürften in der Öffentlichkeit nicht als "Propagandist einer Lebensform oder sexuellen Ausrichtung" auftreten.
Homo-Gegner in München protestierten bereits vor wenigen Wochen gegen eine Werbeaktion der Stadt für den Rabatt-Familienpass, weil dort auch Regenbogenfamilien gezeigt werden. Insgesamt 1.500 Menschen haben dazu eine Petition unterschrieben, in der sie die Rücknahme der "Provokation" verlangten. Diese Werbeaktion würde heterosexuelle Familien diskriminieren, hieß es weiter. (dk)














