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Ausstellung in Düsseldorf
Das Traumbild der Schule ohne Homophobie
- 08. April 2014 3 Min.

Ministerin Löhrmann (3.v.l.) und Partner des Projekts "Schule ohne Homophobie"
In Düsseldorf eröffnete Schulministerin Sylvia Löhrmann eine Plakatausstellung von Schülern gegen Homophobie. Auch in NRW beginnt derweil ein Kulturkampf.
Fast 30 Plakate gegen Homophobie an der Schule sind ab heute im Rahmen einer Ausstellung im Schulministerium von Nordrhein-Westfalen zu sehen. Sylvia Löhrmann, grüne Ministerin und Vize-Ministerpräsidentin, eröffnete am Dienstag die Ausstellung im Rahmen der Hirschfeld-Tage 2014.
Die Plakate waren von Schülern des Richard-Riemerschmid-Berufskollegs in Köln im Rahmen des Projekts "Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie" erstellt worden. Bisher beteiligen sich sieben Schulen und Berufskollegs an dem Projekt, das auf seiner Webseite viele Ideen bietet, das Thema sexuelle Vielfalt im Unterricht und im Rahmen von Projekten aufzugreifen.
Schulleiter Bernd Schäfer war sichtlich stolz über den Einsatz seiner Schüler; die Schülervertretung hatte von sich aus den Wunsch geäußert, dem Projekt beizutreten. Frank G. Pohl, Projektleiter von "Schule der Vielfalt", wünschte sich, dass noch mehr Schulen mitmachen würden.
Noch immer würden homo- und transsexuelle Schüler Opfer von Unverständnis, Mobbing und Übergriffen, monierte Schulministerin Löhrmann in ihrer Rede. Daher sei Aufklärung über Homosexualität "Werte- und Urteilsbildung im besten Sinne" und sei so auch vom Grundgesetz gefordert, auch wenn manche, etwa in Baden-Württemberg, das anders sähen. Es brauche eine "Kultur der Anerkennung", so Löhrmann, denn "nur dulden heißt beleidigen". Diese Aufklärung sei wichtig für eine "tolerante, zukunftsfähige Gesellschaft".
Neue und alte Kämpfe gegen Aufklärung

Eines der von Schülern erstellten Plakate
Auch in NRW hatte es in den letzten Monaten zwei teils homophob motivierte Demos gegen Sexualaufklärung gegeben, an diesem Dienstag endet zudem eine Online-Petition bei openpetition.de, die die komlette Streichung der Sexualerziehung aus dem NRW-Schulgesetz zum Ziel hat. Es gebe Strömungen der Regierungsparteien, die "die Abschaffung des Inzest- und des Pädophilie-Paragraphen fordern", heißt es etwa darin. Fast 6.000 Menschen haben unterschrieben – nicht die erwünschten 50.000, aber auch nicht gerade wenige. Die meisten Unterzeichner kamen wieder über "Politically Incorrect"
"Die Sexualerziehung dient der Förderung der Akzeptanz unter allen Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und Identität und den damit verbundenen Beziehungen und Lebensweisen", heißt es in jenem Paragrafen 33 seit der Schaffung des Schulgesetzes im Jahr 2005 durch Rot-Grün. Schüler sollen "für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Partnerin oder dem Partner sensibilisiert und auf ihre gleichberechtigte Rolle in Ehe, Familie und anderen Partnerschaften vorbereitet werden".
Der Paragraf war auch von der folgenden schwarz-gelben Landesregierung nicht mehr geändert worden, allerdings hatte Schwarz-Gelb ein umfangreiches Aufklärungsprojekt der rot-grünen Vorgängerregierung gestoppt und gedruckte Broschüren einer Unterrichtshilfe nicht mehr verteilt (queer.de berichtete). Das Handbuch "Mit Vielfalt umgehen: Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung" kam erst nach dem erneuten Regierungswechsel 2010 zum Einsatz (queer.de berichtete). Ein Sprecher des damals CDU-geführten Schulministeriums hatte zu dem Stopp der Broschüre der "Bild" gesagt: "Wir dürfen unseren Kindern nicht das Gefühl geben, dass schwul oder lesbisch zu sein bald Pflicht wird."
Worte, die wie von vorgestern anmuten, und doch auch aktuelle Kämpfe wiedergeben. Es war wohl auch kein Zufall, dass als einziges Kamerateam bei der Ausstellungseröffnung eines vom russischen Staatsfernsehen vor Ort war – das könnte die Aussagen noch umfangreich verdrehen.
Aber immerhin findet nun in diesem Ministerium mit seiner früheren Ablehnung eine Ausstellung mit Forderungen von Schülern statt, die vor allem die Angestellten täglich zu sehen bekommen. Und auch bei der FDP scheint ein Umdenken zu beginnen: Die Landtagsfraktion lädt am Abend, ebenfalls im Rahmen der Hirschfeld-Tage, Experten zu einer Diskussion in den Landtag über Homosexualität in der Schule. (nb)















Es wird überall in Deutschland einen Kulturkampf geben, weil die Schwulen die Bogen überspannt haben!
Die Mehrheit der Deutschen ist für die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen, aber sie wollen nicht, dass ihre Kinder schon im Grundschulalter mit Details konfrontiert werden.
Es reicht eben, wenn ein Jugendlicher mit 14 oder 16 Jahren weiß, dass es z.B. inter- oder transsexuelle Menschen gibt. Mit 8 Jahren muss dies ein Kind noch nicht wissen.
Wenn Schwule und Lesben tatsächlich von der Gesellschaft nicht nur als Clowns toleriert, sondern als Mitmenschen akzeptiert werden wollen, sollten sie etwas bürgerlicher auftreten.