https://queer.de/?21395
Szene erleichtert
Köln: Darkrooms und schwule Saunen weiterhin erwünscht
- 15. April 2014 2 Min.

Darauf genehmigen sich manche Saunabesucher erstmal ein Sektchen (Bild: dk)
Das befürchtete Verbot der Neuansiedlung von schwulen Szenelokalen oder Saunen ist nach Protesten von Aktivisten verhindert worden.
Der Kölner Stadentwicklungsausschuss hat in seinem am Montag verabschiedeten Bebauungsplan für die nördliche Severinstraße auf eine Beschränkungen für schwule Einrichtungen verzichtet. Ursprünglich sollte die angestrebte Definition "Vergnügungsstätte" auch Kneipen mit Darkrooms oder schwule Badehäuser umfassen. Weiterhin unter das Verbot fallen sollen demnach Spielhallen, Wettbüros, Erotikläden oder Sex-Kinos, aber nicht Bars oder Restaurants. Der neue Entwurf wurde einstimmig bei Enthaltung der CDU verabschiedet.
Szenevertreter zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden: Es sei erfreulich, "dass sich am Ende die Vernunft durchgesetzt hat", erklärte Marco Malavasi vom LSVD Köln. Für Michael Schuhmacher, dem Geschäftsführer der Kölner Aids-Hilfe, geht es um "mehr als 'nur' einen Bebauungsplan für die Severinstraße in der Kölner Innenstadt". Es müsse für schwule Szenelokale oder Saunen möglich sein, "das Freizeitangebot der hier lebenden Community sinnvoll weiterzuentwickeln".
Schutz vor Lärm
Mit dem Bebauungsplan will die Stadt die Bevölkerung vor allem in Wohngebieten schützen, etwa vor Lärmbelästigung. Im vergangenen Jahr hatten Aktivisten Alarm geschlagen, weil unter dieses Verbot auch schwule Einrichtungen fallen sollten. Sie argumentierten daraufhin, dass das Verbot dem Image Kölns als "Hauptstadt der Schwulen" schade.
Bereits im Januar hatten die in Köln mitregierenden Grünen Berichte zurückgewiesen, wonach schwule Saunen und Darkrooms vergnügungssteuerpflichtig werden sollten. Die kommunale Steuer wird derzeit bei Bordellen oder Swinger-Clubs erhoben. Das führte bei den Grünen zu einem deutlichen Bekenntnis zu diesen Einrichtungen: "Uns ist wichtig, dass die lebendige schwule Szene Kölns nicht über das Baurecht Schaden nimmt. Schwule Kneipen und Saunen gehören integral zum Stadtleben Kölns dazu und tragen zum positiven Profil unserer toleranten und vielfältigen Stadt bei", sagte der grüne Ratsherr Andreas Wolter (queer.de berichtete). (dk)















Aber bezeichnend, dass es erst Proteste geben musste. Ich selbst stehe zwar nicht so auf diese Angebote, aber sie zu verbieten wäre ein schwerer Eingriff in persönliche Freiheiten.