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Kritik am "Drag Race"
Transfeindlich: RuPaul landet im Giftschrank
- 15. April 2014 2 Min.

Handelt es sich bei diesem Foto um eine "biologische" oder "psychologische" Frau. Trans-Aktivisten beanstandeten dieses Segment von "RuPaul's Drag Race" (Bild: Logo)
Seit Wochen kritisieren Trans-Aktivisten die schwule US-Castingshow "RuPaul's Drag Race" als transphob. Jetzt haben sich die Produzenten der Sendung entschuldigt und eine Folge aus dem Verkehr gezogen.
Die Suche nach "America's Next Drag Superstar" wird überschattet von einem Streit um angebliche Transsexuellenfeindlichkeit in der Sendung: Nachdem mehrere Trans-Aktivisten die Sendung kritisiert hatten, reagierten die Produzenten der inzwischen sechsten Staffel von "RuPaul's Drag Race" am Montag mit einer Entschuldigung an die Trans-Community: "Wir wollten niemandem beleidigen, aber im Nachhinein haben wir bemerkt, dass wir unsensibel gehandelt haben. Das tut uns unheimlich leid", hieß es in einer vom schwul-lesbischen Fernsehsender Logo verbreiteten Pressemitteilung. Als Reaktion kann die vor einem Monat ausgestrahlte vierte Folge der Staffel nun nicht mehr auf entsprechenden Portalen angesehen werden.
Diese Folge stand unter besonderer Kritik, weil die Kandidaten darin mehrere Minuten lang die Mini-Herausforderung "Female or She-male?" spielten. Darin mussten sie auf einem Bildausschnitt erraten, ob die abgebildete Person eine "biologische" oder eine "psychologische" Frau ist. Auf den Bildern wurden Drag-Queen-Kandidaten oder bekannte weibliche Stars gezeigt. Das Spiel fanden Trans-Aktivistinnen nicht lustig: "Drag Race sollte ein bisschen sensibler sein, wenn es um die Wortwahl geht. Man sollte an die Trans-Menschen denken, die jeden Tag dafür kämpfen, respektiert zu werden", sagte etwa das Model Carmen Carrera. Sie nahm selbst 2011 an der Show teil und outete sich danach als transsexuelle Frau.
Es gibt keine "She-Mail" mehr

RuPaul reagiert auf Kritik aus der Trans-Community (Bild: Logo)
Die "Drag Race"-Produzenten kündigten außerdem an, dass aus zukünftigen Sendungen der Satz "You've got She-Mail" herausgeschnitten wird. Mit diesem Wortspiel begrüßte RuPaul seit der ersten Staffel seine Kandidaten am Anfang der Sendung. Trans-Aktivisten kritisierten den Satz, weil das Wort "She-Male" diskriminierend sei, da es nahelege, dass Transgender keine "richtigen" Frauen sein könnten. In der am Montagabend ausgestrahlten neunten Folge ist bereits die Schnittschere angesetzt worden.
RuPaul sucht bereits seit 2009 den nächsten Drag-Superstar unter einer Reihe von schwulen Kandidaten. Die erste Staffel ist mit Untertiteln auch im schwulen deutschen Sender Timm ausgestrahlt worden. Eine deutsche Version ist ebenfalls geplant, allerdings suchen die Produzenten noch einen Fernsehsender (queer.de berichtete). In Großbritannien soll es in Kürze zu einer britischen Version der Sendung kommen, wie der bekannte TV-Moderator Jonathan Ross Anfang April ankündigte. (dk)
Mehr zum Thema:
» queer.de-Interview mit RuPaul zum Sendestart (27.03.09)
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