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- 17. April 2014 2 Min.

Obwohl 15 Jahre Haft auf Homosexualität steht, bezeichnet Regierungssprecher Redwan Hussein gleichgeschlechtliche Liebe als wenig schwerwiegendes "Verbrechen"
Die äthiopische Regierung schreckt doch davor zurück, die Gesetze gegen Homosexualität zu verschärfen. Eine homofeindliche Demonstration wurde deshalb verboten.
Leichte Deeskalation in Äthiopien: Die autoritäre Regierung hat angekündigt, nicht aggressiver gegen Schwule und Lesben vorzugehen. Auch eine von einer christlichen Organisation und einer Jugendgruppe der Regierungspartei geplante Demonstration gegen Schwule und Lesben wurde abgesagt. Die Protestaktion sollte am 26. April in der Hauptstadt Addis Abbeba stattfinden und wäre die erste Kundgebung gegen Homosexuelle im Land gewesen (queer.de berichtete).
Damit tritt der ostafrikanische Binnenstaat nicht in die Fußstapfen von Uganda und Nigeria – in diesen Ländern wurde mit Unterstützung der Öffentlichkeit die Jagd auf sexuelle Minderheiten verschärft.
"Das ist kein schwerwiegendes Verbrechen", begründete Regierungssprecher Redwan Hussein die neue Position gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Derzeit steht in Äthiopien auf Homosexualität 15 Jahre Haft. Redwan weiter: "Homosexualität ist nicht so weit verbreitet, wie bestimmte Leute behauptet haben. Sie ist ja schon ein Verbrechen und es gibt schon eine Strafe dafür. Die Regierung glaubt, dass die augenblicklichen Gesetze genug sind."
Kirchen fördern Homophobie
In den letzten zwei Monaten gab es in den staatlich gelenkten Medien immer wieder Berichte darüber, dass sich die Zahl der homosexuellen "Zwischenfälle" erheblich erhöht habe. Auch Gruppen innerhalb der christlichen Kirchen haben sich zuletzt vermehrt gegen Homosexualität positioniert. Dabei erhielten sie insbesondere finanzielle Unterstützung von evangelikalen Gruppen aus den USA.
Die Homophobie unter Christen wird von allen großen Kirchen gefördert: So forderten etwa 2008 der katholische Erzbischof, der anglikanische Bischof und ein Dutzend weitere Geistliche die Regierung auf, das Homo-Verbot in der äthiopischen Verfassung zu verankern. Sie warfen Homosexuellen vor, für eine Zunahme der sexuellen Übergriffe auf Kinder verantwortlich zu sein. Laut einer Umfrage des Pew Global Attitudes Project aus dem Jahr 2007 glauben 97 Prozent der Äthiopier, dass Homosexualität von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden dürfe.
Äthiopien gehört mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von ca. 500 US-Dollar zu den ärmsten Ländern Afrikas. Der Außenhandel besteht im Wesentlichen aus dem Export von Kaffee. (dk)












