https://queer.de/?21421
Mr. Mojo, Teil 11
Adrenalinkick: Sex in der Öffentlichkeit
- 21. April 2014 3 Min.

Rummachen auf der Parkbank kommt häufiger vor als viele denken - und zwar nicht nur im Skulpturenpark Jeju Love Land auf der Insel Jeju in Südkorea
Dank Smartphone und Internet gibt es Zugang zu einem prall gefüllten Archiv selbstgefilmter Lustmomente an ungewöhnlichen Orten – bestimmt auch in deiner Nachbarschaft.
Cruising in den Büschen von Autobahnrastplätzen und Parks? Das haben wir doch heute nicht mehr nötig! Könnte derjenige glauben, der nicht realisiert, was um ihn herum tagtäglich unbemerkt und in nächster Nähe geschieht. Sex auf städtischen Plätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Kaufhäusern. Häufiger geschieht es nachts, seltener am helllichten Tag, außerhalb der heimischen vier Wände, losgelöst von Betten und Schlafzimmern.
Wie Mr. Mojo zu dieser abwegig klingenden Behauptung kommt? Nun, dank Smartphone und Internet gibt es Zugang zu einem prall gefüllten Archiv selbstgefilmter Lustmomente an ungewöhnlichen Orten. Die sexuelle Mutprobe, angereichert durch einen gehörigen Adrenalinkick und gesteigerter Erregung durch die drohende Entdeckung, sie wird in digitaler Form ein zweites Mal publik.
Grandioser Sex auf der Hubschrauber-Landeplattform

Mr. Mojo selbst wurde mal auf einer Kaufhaustoilette erwischtt
Mr. Mojos peinlicher Moment in Sachen Sex an öffentlichen Orten war vor Jahren ein Quickie in Oberhausen, nach einer zufälligen Begegnung eingefädelt am Hauptbahnhof, durchgeführt in der Toilette eines nahegelegenen Kaufhauses. Blöd nur, dass unser Treiben irgendwem auffiel, der das Personal verständigte. Mit hochroten Köpfen und gesenktem Blick liefen wir durch ein Spalier böse blickender Menschen. Der grandiose Moment in dieser Sparte dagegen war der Sex auf der Hubschrauber-Landeplattform eines 60-stöckigen Hochhauses im Morgengrauen mit Blick auf die Skyline von Bangkok.
Beim beliebten Dienst Tumblr, aber auch bei Pornoclip-Portalen wie xtube, tummeln sich die Public-Sex-Onanisten, die dort ihre wackeligen Filme hochladen und auf weite Verbreitung hoffen. Da es heute kaum noch unbewachte Toilettenanlagen gibt, sind es weniger die "Klappen", die zu sehen sind, und seltener ist es Sex zu zweit. Meistens bekommt man Solonummern präsentiert, die maximal noch von einem Kumpel als Kameramann festgehalten werden. Besonders beliebt: die hinteren Reihen von Bussen und Schulklassenräumen, leere bis schwach besetzte S- und U-Bahnabteile, Umkleidekabinen von H&M, überdachte Bushaltestellen, ICE-Toiletten, Parkhäuser.
Kinoreife Inszenierungen von Hardcore-Exhibitionisten
Dank neuer Smartphones sind die Aufnahmen inzwischen in HD-Qualität verfügbar, die Hardcore-Exhibitionisten professionalisieren ihre Auftritte durch kinoreife Inszenierungen. Im Web kursiert als Paradebeispiel das Video eines Mannes, der sich mitten in die Vorhalle eines Bürogebäudes in irgendeiner amerikanischen Großstadt stellt und vor sich die Kamera postiert. Im Hintergrund rauscht der Autoverkehr, es laufen Passanten vorbei, während der junge Kerl mit sichernden Blicken nach hinten sein Ejakulat nach vorn schießt.
Im Alltag bekommt kaum einer diesen kleinen Sex-Kosmos mit, belästigt wird dadurch also niemand. Ärgerlich mag es wohl mitunter für das Reinigungspersonal sein. Seit dem Sichten dieser Filme wirkt die Stadt für Mr. Mojo aber sehr viel erotischer als sonst. Denn irgendwo, ganz in meiner Nähe, gibt es gerade einen Moment der Lust. Und das ist ganz in Mr. Mojos Sinne…
"Mojo", so hieß ursprünglich eine Sammlung magischer Zauberrituale. Heute ist es englischer Slang, der für Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Sex Appeal steht.















Sex im Freien ist meiner Ansicht nach solange ok, solange man das nicht absichtlich vor Menschen macht, die damit nicht rechnen bzw. die eigentlich wegen was anderem vor Ort sind.