Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=21457
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Praunheims Schwulen-Schocker auf DVD


#1 bradleyAnonym
#2 So WhatAnonym
  • 26.04.2014, 10:43h
  • ""Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie noch spießiger zu werden, um ihr Schuldgefühl abzutragen mit einem Übermaß an bürgerlichen Tugenden."

    In den Leserforen von queer.de immer noch regelmäßig feststellbar. Wird sich wohl nie ändern...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 David77Anonym
  • 26.04.2014, 10:46h
  • "Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie noch spießiger zu werden, um ihr Schuldgefühl abzutragen mit einem Übermaß an bürgerlichen Tugenden.Sie sind politisch passiv und verhalten sich konservativ als Dank dafür, dass sie nicht totgeschlagen werden."

    Wieso fallen mir da spontan ein paar bekannte User ein, ganz besonders ein Bestimmter?!



    "Vielleicht geht es ja auch anderen wie mir: Ich hatte schon öfter Schwarzweiß-Fotos aus dem Film gesehen und berühmte Zitate daraus gelesen, aber den eigentlichen Farbfilm kannte ich nicht."

    Das wundert mich jetzt aber... der lief doch schon ab und an im Fernsehen, und ich bin mir ziemlich sicher, den vor mehr als 10 Jahren schon auf DVD gesehen zu haben... vielleicht war es auch noch VHS.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 RobbyEhemaliges Profil
  • 26.04.2014, 11:04h

  • Klasse, dass dieser tolle und vor allem auch sehr wichtige und immer noch sehr aktuelle Film endlich auf DVD erscheint! Ich habe ihn ca. 1993 in München während einer schwul/lesbischen Filmwoche im Kino gesehen und war total begeistert. Danke, Rosa, für den Mut, Deine Ideen zu diesem Film so konsequent umzusetzen!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 xyzxyzAnonym
#7 So WhatAnonym
  • 26.04.2014, 12:14h
  • Antwort auf #6 von xyzxyz

  • Einfach mal die Augen aufmachen. Ich empfehle die Diskussionen über schwule Saunen oder die Teilnahme von Thomas Hitzlsperger am Charity Dinner, Stichwort "CSD Teilnehmer sind nicht 'normal' "
    Yep, diese schwachsinnigen Aussagen sind auch 2014 noch nicht ausgestorben.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #6 springen »
#8 Ulli_2mecsProfil
  • 26.04.2014, 12:21hHamburg
  • Schön, dass der Film auf DVD / BluRay erscheint - und bemerkenswert, dass er immer noch Aufregung verursachen kann.

    Schon bei seinem Erscheinen gab es auch von Seiten mancher Homosexuellen Proteste und Ängste, sie würden "zurückgeworfen im Bemühen um Anerkennung"

    siehe z.B.
    IHWO und Praunheim -Film wir werden in unserem Bemühen um Anerkennung zurückgeworfen

    www.2mecs.de/wp/2013/03/praunheim-film-homosexuelle-ihwo/
  • Antworten » | Direktlink »
#9 RobbyEhemaliges Profil
#10 David77Anonym
#11 sidekickAnonym
#12 ZeitfensterAnonym
  • 26.04.2014, 13:01h
  • Man kann ja über den Film streiten. Einige Schwule werden noch heute Schaum vor dem Mund haben, aber man kommt nicht umhin anzuerkennen, dass mit dem Werk die Schwulenbewegung in der Bundesrepublik initiiert wurde. Nach der Ausstrahlung hatten schwule Männer endlich den Mut, sich nicht länger zu verstecken. Sie organisierten sich, gründeten Aktionsgruppen und nahmen den Kampf für ihre Rechte und für ihre Freiheit auf. Dazu gehört auch das Treffen der Studentengruppen im April 1972 im westfälischen Münster, das mit einer Demonstration am 29. April in der Salzstraße einen Höhepunkt fand. Das war die erste Homosexuellen-Demonstration in der Bundesrepublik Deutschland. Heute würde man das wahrscheinlich CSD nennen. ;-)

    Für mich ist die DVD ein zeitgeschichtliches Dokument, deshalb werde ich sie auch kaufen. Es schadet auch nicht, wenn man sich gelegentlich daran erinnert, dass der Ursprung unserer Erfolge im Kampf um mehr Rechte nicht mit heirats- und adoptionswilligen Schwulen begann, die alle nur "normal" sein wollten, sondern durch Protest und Provokation. Oder wie es im Film so schön heißt:
    "Wir schwulen Säue wollen endlich wie Menschen behandelt werden!"
  • Antworten » | Direktlink »
#13 seb1983
  • 26.04.2014, 13:16h
  • Wenn man das sieht meint man tatsächlich die schwule Welt ist seit 50 Jahren stehen geblieben.

    Allerdings nicht nur die Spießer.
    Der oberflächliche Lifestyle, Klamotten, Kunst, Affektiertheit, die Karrikatur des "männlichen" als Lederbären, das Resteficken in der Travestie Bar etc. in einem Doppelleben...
    Man merkt das Budget war gering, aber Praunheim hat den Finger in fast jede schwule Wunde gelegt.

    Auch wenn es wohl ein Übersetzungsfehler war so passt es doch gut: Raus aus den Toiletten sind die meisten Schwulen immer noch nicht gekommen.
  • Antworten » | Direktlink »
#14 sperlingAnonym
  • 26.04.2014, 13:24h
  • ich habe den film vor einiger zeit auch wieder mal ausgegraben und kann nur zustimmen. da ist so vieles so aktuell, dass man sich immer wieder fragt, ob denn in den letzten vierzig jahren überhaupt nichts passiert sei.

    die kontroverse zwischen assimilatorischem und radikalem flügel zieht sich natürlich bis heute ungebrochen durch, allerdings mit einer entscheidenden verschiebung: die biedermeier_innen, die damals schlicht unsichtbar und politisch völlig inexistent waren, dominieren heute weitgehend die diskussionen und die politische strategie. ein zurückpendeln ins andere extrem ist m.e. nicht mehr zu erwarten und wird, wenn überhaupt, eher im bündnis progressiver lgbtiq* mit anderen progressiven gruppen als mit bürgerlichen homos geschehen.

    ein echtes schmankerl ist die diskussion im bonus-part. wenn man sich mal davon erholt hat, dass da inklusive moderator alle qualmen, als gäbe es kein morgen, dann kann man neben der spannenden inhaltlichen diskussion auch feststellen: damals hat man sich zeit genommen, um ein argument wirklich auszuführen, und die kontrahent_innen sind doch tatsächlich auf die argumente der anderen eingegangen, statt nur die eigenen parolen abzusondern. okay, nicht immer, aber jedenfalls erheblich öfter als heute.

    so ein fernsehen leisten wir uns heute nicht mehr.

    oder bin ich jetzt schon ein alter sack, der früher alles besser fand und sehe das ganz falsch?
  • Antworten » | Direktlink »
#15 sanscapote
  • 26.04.2014, 14:12h
  • Zitat queer: "Bei der um zwölf Monate verschleppten bundesweiten Ausstrahlung am 15. Januar 1973 im ARD-Nachtprogramm (minus BR) erzielte der Film überdurchschnittliche Einschaltquoten."

    Seinerzeit war es in einem anderen Bundesland nicht moeglich bei wdr den Film anzusehen. Der BR weigerte sich, den Film auszustrahlen, ebenso das ZDF. Ich erinnere mich noch gut, dass der im spaeten Nachrprogramm bei ARD die Strassen von Schwulen leerfegte bzw. in die Kneipen hineinzog, die per TV den Film anboten.

    Der Film wurde ausfuehrlich in der "Du & Ich" besprochen, welche damals noch unter dem Ladentisch verkauft wurde.

    Telefon- und Mundprogagande machten ein uebriges, um die Ausstrahlung bekannt zu machen.
  • Antworten » | Direktlink »
#16 WolfgangProfil
  • 26.04.2014, 14:23hBielefeld
  • Jetzt weiß ich auch, woran mich das neue Photo von Herrn Ilg erinnern sollte...sieht aus, als wäre er Rosas Film entstiegen und predigt noch immer die Anpassung ans Spießertum...
    Timm Johannes hat ja kein Phot...muß auch nicht sein...
  • Antworten » | Direktlink »
#17 -hw-Anonym
  • 26.04.2014, 14:40h
  • Antwort auf #15 von sanscapote
  • Mit Freunden konnte ich am Ende der 70er die Vorführung in einem städtischen Jugendzentrum durchsetzen. Und zwar mit Kommunisten-Angst.

    Wir baten zwei Wochen zuvor die örtliche SDAJ geräuschvoll das Naturfreundehaus für den geplanten Vorführungsabend anzumieten und ebenso geräuschvoll einen der wenigen tauglichen Projektoren im Ort. Und natürlich überall zu verkünden, dass im Falle von Verboten, Absagen oder "techn. Schwierigkeiten" im nahegelegenen Naturfreundehaus statt fände. Selbstverständlich unter Androhung üppiger Anprangerung von Zensur und allem Bösen.

    Das funktionierte so gut, dass die Verwaltung eigens einen "Schwulenvertreter" aus Frankfurt organisierte, der dann wenigstens in den Verlauf der anschließenden Diskussion systemstabilisierend eingreifen sollte. War ein süßes Kerlchen. Sah aus wie Cat Stevens damals so aussah, nur ca. halb so lang (Körpergröße).

    Es war nach der Aufführung dann noch ein stimmungsvoller Abend mit Sieges- und Freudentaumel. Und grölendem Gelächter über die Winkelzüge der Verwaltung. Viel Gras und Bier waren auch dabei.

    (Die SDAJ brachte es im Städtchen allerdings ein Jahr zuvor schon zu Protestaktionen mit ca. 400 Teilnehmern (inkl. kurzzeitiger Rathausbesetzung) gegen die Entlassung von beliebten Mitarbeitern des JUZ.)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #15 springen »
#18 -hw-Anonym
#19 antosProfil
  • 26.04.2014, 15:32hBonn
  • Nach zigfachem Betrachten dieses Films wird mir immer schleierhafter, warum der hier - und überhaupt heute noch - so hochgelobt wird. Hat das vielleicht damit zu tun, dass der sarkastisch-besserwisserische Erzählton einem das gute Gefühl vermittelt, etwas zu 'durchschauen' und auf der 'richtigen Seite' zu stehen?

    Welche aber wäre die richtige Seite? Die Antwort gibts natürlich im Film: die der Echtheit und Natürlichkeit. Damit weiß sich der Film - der in dieser Hinsicht völlig unkritisch, ja, erstaunlich blind daherkommt - eins mit jedem x-beliebigen Homophoben, ob in den 70ern oder heute.

    Praunheims Film stellt die damals wie heute noch gängigen heterosexuellen Zerrbilder von Schwulen 1:1 nach und bestätigt sie - unter dem Deckmantel der 'emanzipatorischen Anklage' mit Aufrüttelwunsch. Da gibt es die Mode-, Tanznachmittags- und Klappenschwuchteln - die sind, so vermittelt es uns dieser Film süffisant, allesamt unecht, unnatürlich, weibisch oder sonstwie falsch männlich [weil hypermaskulin, siehe die im Film mit Leder Verkleideten], ja, degeneriert.

    Gegengruppe zu diesen 'degenerierten Schwuchteln' sind - siehe Bild oben - die natürlichen, natürlich-männlich-haarigen Schwulen, die sich jetzt, also im Film, endlich mal gemeinsam nackt hinhocken, um mit tiefer Stimme supi entspannt über eine bessere Zukunft zu diskutieren.

    Fällt uns da gar nichts auf - an diesem billigen rousseauschen Schema?
  • Antworten » | Direktlink »
#21 LorenProfil
  • 26.04.2014, 16:23hGreifswald
  • Meiner Meinung nach ist es toll, dass queer.de Kevin Clarke (dessen Buch "Glitter and be gay" ich mit Genuss gelesen habe) als Gastautor gewonnen hat. Seine Rezension verführt mich geradezu dazu, diese DVD zu erwerben und mir diesen hochpolitischen und einflussreichen Film und die Fernsehdiskussion zu Gemüte zu führen. Merci bien. Auch die Idee einer Neuverfilmung finde ich interessant, schon um die Aktualität dieses Klassikers zu prüfen.

    Zu # 13:
    Ich weiß Sprachverwendung mit doppeltem Boden sehr zu schätzen, aber in diesem Fall hat der Autor einen tiefen Griff ins Klo getan (um im Bild zu bleiben). Holzschnittartige Wahrnehmung der Realität zeugt bisweilen von dem Brett, mit dem mancher Zeitgenosse vor seinem Kopf umherläuft. Es verdunkelt dann halt die Sicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#22 ZeitfensterAnonym
  • 26.04.2014, 16:45h
  • Antwort auf #19 von antos
  • Schätzchen, es mag zu hoch für Dich sein, aber genau das war der politische Geniestreich der Schwulenbewegung zu Beginn der 1970er Jahre! Und wie wir heute alle wissen, war das ziemlich erfolgreich. Die schwulen Spießer von damals, die alle nur bürgerlich sein wollten, waren gescheitert. Ihre Strategie von der Anpassung führte seinerzeit eben nicht automatisch zu mehr Freiheit. Das war ein ziemlich fataler Irrglaube. Es war die studentische und links geprägte Bewegung, die mit dieser Strategie radikal brach und die Antihomosexualität in der Gesellschaft förmlich provozierte, um sie sichtbar zu machen. Und das wiederum war nicht nur klug, sondern auch sehr erfolgreich. Von da an ging es bergauf!

    Einige Schrankschwestern von damals, die samstags im Darkroom zu finden waren und am Sonntag in der Kirche, um ja bloß den bürgerlichen Schein zu wahren, haben das wohl bis heute nicht überwunden..... ;-)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#23 RobbyEhemaliges Profil
  • 26.04.2014, 17:27h
  • Antwort auf #7 von So What
  • Völlig richtig. Vor allem sollte er die Aussagen eines gewissen 'Mikesch' und eines gewissen 'm123' beachten. Die anmaßenden 'Kommentare' dieser beiden Waldmäuschen sprechen nicht nur Bände, sondern gleich eine ganze Bibliothek mit dicken Wälzern.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #7 springen »
#24 RobbyEhemaliges Profil
#25 RobbyEhemaliges Profil
  • 26.04.2014, 17:34h
  • Antwort auf #16 von Wolfgang
  • Bitte, keine Beleidigungen der Filmdarsteller! Grins... Ich glaube nicht, dass Rosa so einen verkorksten, dauerlügenden Typen in seinem Film hätte mitspielen lassen. - Außerdem hat Rosa von Praunheim verdammt viel gegen Rechte; das hat er auch in seiner Autobiographie ziemlich deutlich geschrieben. - Tja und 'lig' hat ja doch eine sehr große Vorliebe für dieses rechte Spektrum, wenn man so seine "Vorgeschichte" ansieht und vor allem auch die PARTEI unter die Lupe nimmt, die er im Moment vertritt und in den Himmel hebt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#26 RobbyEhemaliges Profil
  • 26.04.2014, 17:47h
  • Antwort auf #19 von antos
  • Das mag DEINE Meinung sein - ich habe eben eine komplett andere von dem Film. Es sind DEINE Anschauungen zu dem Film - aber das heißt nicht, dass sie deshalb "allgemeingültig" sind. - So stellst Du's zwar dar, aber es ist nicht so. - Wie auch bei anderen Filmen, Büchern, CDs oder DVDs: Es wird IMMER mehrere und vor allem komplett VERSCHIEDENE Meinungen zu ein und dem selben Ding geben. - Warum willst Du das nicht einfach so hinnehmen?! Warum versucht Du um JEDEN Preis, DEINE Version, DEINE Ansichten als RICHTIG - und andere Ansichten als FALSCH hinzustellen?!

    Du hast anscheinend IMMER noch nichts kapiert! TOLERANZ gegenüber anderen kann man von jemandem wie DIR nicht erwarten! -
    Gleichzeitig erwartest DU von anderen aber schon Toleranz DEINEN Ansichten gegenüber!
    Du bist echt nur noch zu bedauern!

    Du tönst groß rum mit Deinem "welches aber wäre die richtige Seite?"-Gelaber. Lästerst ab, dass der Film EINE BESTIMMTE Möglichkeit dessen darstellt, nur weil sie Dir nicht gefällt. - Und willst UNS ANDEREN deshalb DEINE Anschauungen, DEINE Wertvorstellungen, DEINE Lebensweise und DEINE Moralvorstellungen aufzwingen und als die "RICHTIGE Seite" - wenn man das so sagen kann - präsentieren. - Sag mal: Geht's noch?!

    DU lebst DEIN Leben - WIR leben UNSER Leben! DU findest irgendeinen Film schlecht - WIR finden ihn gut. Bei einem anderen mag es dann vielleicht umgekehrt sein. - Aber eines werden wir jedenfalls NICHT tolerieren - dass Du schon genauso INTOLERANTE, ANMASSENDE Anwandlungen an den Tag legst wie unser beiden Waldmäuschen!
    Mach DU DEIN Ding - wir machen UNSERES! Und wir werden uns bestimmt nicht von DIR oder einem anderen intoleranten Fatzke in die Suppe spucken lassen.
    Ich hoffe, das war auch für so einen überheblichen Typen wie DICH deutlich genug!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#27 sperlingAnonym
  • 26.04.2014, 18:52h
  • Antwort auf #19 von antos
  • ich finde es interessant, was du als kernbotschaft des films herausliest. und ja, das ist auch teils so im film gesagt worden. echtheit und natürlichkeit - was genau das sein soll und ob das sinnvolle politische kategorien sind, das muss man wirklich in frage stellen.

    was ich als kernbotschaft höre, sind aber nicht diese beiden begriffe. für mich steht im mittelpunkt der appell, dass schwule miteinander in einen offenen, empathischen und solidarischen kontakt treten sollen, statt sich nur mit konsum, aussehen, mode und kunst zu beschäftigen und den kontakt miteinander auf gegenseitige sexuelle dienstleistungen zu reduzieren. es geht m.e. überhaupt nicht um einen anderen "typ" von mann bzw. schwulen, sondern um eine andere art der kommunikation und des miteinanders.

    rousseau hat da m.e. nichts zu suchen, wenn schon, dann eher brecht.

    allerdings (um diesen kühnen vergleich sofort wieder einzuschränken): dass der brandbeschleuniger der 70er-schwulenbewegung ausgerechnet einer der handwerklich schlechtesten filme aller zeiten ist, das ist mir als schwulem schon ein wenig peinlich. dass rosa eine gute filmemacherin sei, kann man echt nicht behaupten. aber sie ist wohl die beste dilettantin.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#28 Torben GAnonym
#29 MikeschAnonym
#30 So WhatAnonym
#31 antosProfil
  • 27.04.2014, 09:39hBonn
  • Antwort auf #26 von Robby
  • "Du hast anscheinend IMMER noch nichts kapiert! TOLERANZ gegenüber anderen kann man von jemandem wie DIR nicht erwarten!" .... "Und willst UNS ANDEREN deshalb DEINE Anschauungen, DEINE Wertvorstellungen, DEINE Lebensweise und DEINE Moralvorstellungen aufzwingen und als die "RICHTIGE Seite" - wenn man das so sagen kann - präsentieren" usw.

    Wem bitte will ich denn grad irgendwelche Moralvorstellungen aufzwingen und welche wären das? Robby, bist Du dir sicher, dass Du gerade den richtigen anschnauzt? Und mit deiner auf mich fast schon parodistisch wirkenden Feind/Freund- bzw. DIE/WIR- bzw. WIR/IHR-Einteilung wie mit einem Bannfluch belegst?

    Was mir an dem Film heute auffällt, ist - neben der positiven Wirkung, die er, damals [bemerkst Du es, Robby: heute vs. damals?] zur passenden Zeit, offensichtlich gehabt hat, weil er wohl etliche Leute nach 1969 in ihrer Überzeugung gestärkt hat, in irgendeiner Form politisch aktiv werden zu wollen - genau diese Truppenbildung: DIE [verblendeten, nur von Äußerlichkeiten getriebenen, 'unnatürlich verkleideten' und narzisstischen Bürgerschwuchteln in ihren schummrigen Subs, die durch ihr Verhalten natürlich selbst an ihrer Unterdrückung schuld sind...] und WIR [die das alles blicken, darüber mal befreit von Verblendung und störender, bös-materieller Kleidung bei einer guten coolen Flasche Coca Cola (s. Filmstill) diskutieren und anschließend zu befreienden Taten schreiten]. WIR kommen hier natürlich gut rüber, für DIE gibt's zum Schaden noch den Spott.

    Ich jedenfalls verstehe heute besser, warum es damals erregte Diskussionen gab und vielen Schwulen dieser Film unsolidarisch vorkam, bevor er - wie offensichtlich bei einigen hier - zum unkritisierbaren Heiligtum geworden ist. Der Film hat für mich aus heutiger Sicht zwei Stoßrichtungen, die - vorsichtshalber schreibe ich es noch einmal hin: meiner Meinung nach - seltsam auseinander driften: die eine, gute, ist die Aufforderung zur Analyse und zur Aktion; die andere, nicht so gute und mit seltsamen Einsprengseln schwuler Schwulenverachtung gespickte [vielleicht spielt hier Praunheims Angepisstsein zu dieser Zeit eine Rolle, von dem er selbst in seinen Texten berichtet hat] ist die klare Schuldzuweisung an die im Film vorgeführten Verblendeten. Ein kalter, ungerechter Blick.

    "Aber eines werden wir jedenfalls NICHT tolerieren - dass Du schon genauso INTOLERANTE, ANMASSENDE Anwandlungen an den Tag legst wie unser beiden Waldmäuschen!"

    Richte deiner Exekutionsgruppe bitte aus, sie möge noch einmal nachlesen, vielen Dank.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#32 antosProfil
  • 27.04.2014, 09:45hBonn
  • Antwort auf #27 von sperling
  • "ich finde es interessant, was du als kernbotschaft des films herausliest."

    Nein, nicht als Kernbotschaft lese ich das, ganz blöd bin ich ja nicht, aber als Mit-Botschaft, als Mit-Gift bei einem Erbe, mit dem wir uns heute, wenn wir nicht mehr an Kunstheiligtümer glauben, auch auseinandersetzen sollten.

    Auch ich sehe den Appell an eine schwule Solidarität, umso mehr irritiert mich der un-solidarische Beiklang.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #27 springen »
#33 RobbyEhemaliges Profil
  • 27.04.2014, 10:28h
  • Antwort auf #31 von antos

  • Ja, ich bleibe nach wie vor bei meinem Statement zu Deinem LETZTEN KOMMENTAR. Dieser war intolerant und anmaßend - und das weißt auch DU. Und alle anderen können es ja ebenfalls schwarz auf weiß nachlesen. Trotzdem ist es ja schon mal ein erster Schritt in Richtung 'Toleranz', dass Du in Deinem JETZIGEN Kommentar zumindest in der Lage bist, auch mal HINZUSCHREIBEN, dass es sich bei Deinen Argumenten - oder auch den Unterstellungen in Bezug auf MICH in Deinem aktuellen Kommentar - um DEINE ANSICHTEN handelt. Na also, geht doch! Warum nicht gleich so?! Anscheinend brauchst Du immer mal wieder jemanden, der Dich in Deiner Überheblichkeit und Deiner Intoleranz stoppt und klar und deutlich sagt 'Bis hierher und keinen Schritt weiter!' -Anders willst Du es offenbar nicht verstehen. - Aber immerhin: einen ersten Schritt zu Toleranz gegenüber anderen hast Du ja schon geschafft.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #31 springen »
#34 sanscapote
  • 27.04.2014, 10:29h
  • Der Film kann m.E. ganz und gar nicht aus der Perspektive der heutigen Schwulen betrachtet werden...ich meine derjenigen die Anfang der 1970er Jahre noch gar nicht oder gerade erst geboren waren. Er kann nur aus der Perspektive derjenigen betrachet werden, die damals schon mindestens 15 Jahr gelebt hatten. Denn neben dem Filmgeschehen muss die gesamte soziale und (uebrigens nicht vorhandene) schwule Szene, die Studentenschaft, die APO, die Demonstrationen in der BRD (und Frankreich) einbezogen werden. Damals war 1969 gerade vorueber und ein erwachsenes schwules Leben mit Freund-Partner begann sich zoegernd-aufbruchartig in den aufwachsenden schwulen Kneipen zu zeigen. In diese konnte man allerdings nur hinein, wenn ein bereits bekannter Kneipenbesucher dich mitnahm oder wenn dies nicht der Fall war, du den Ausweis der Volljaehrigkeit vorzeigen konntest. Es spielte sich noch eine gehoerige Lustbefriedigung bzw. Verabredung in den bekannten Klappen einer Stadt ab. Man kannte die Orte, wo man f***en konnte und nutzte sie. Auch waren studentische Veranstaltungen beliebt, da dort ein offenes Klima herrscht. Uebrigens viel offener als es heute der Fall ist.

    Damals war der Film sensationell. Das zeigt sich z.B. daran, dass der BR und das ZDF sich weigerten, den Film zu zeigen und die ARD sich nur getraute, ihn in ihrem spaeten Nachtprogramm zu zeigen.

    Das Messen mit heutigen Massstaeben geht voll daneben.
  • Antworten » | Direktlink »
#35 antosProfil
  • 27.04.2014, 10:47hBonn
  • Antwort auf #33 von Robby
  • "Anscheinend brauchst Du immer mal wieder jemanden, der Dich in Deiner Überheblichkeit und Deiner Intoleranz stoppt und klar und deutlich sagt 'Bis hierher und keinen Schritt weiter!'"

    Einfach nur noch mal zitiert - um deiner Selbstdarstellung willen. Warum ist mir dieser Zug bei dir nie so stark aufgefallen? [Vielleicht, erwäge ich selbstkritisch, weil er bisher stets nur über andere gefahren ist?]
  • Antworten » | Direktlink » | zu #33 springen »
#37 MikeschAnonym
#38 RobbyEhemaliges Profil
#39 antosProfil
  • 27.04.2014, 11:42hBonn
  • Antwort auf #36 von -hw-
  • Eben:

    "Warum nicht plastische Formen in Bewegung? Nicht einfach übersetzte oder rotierende Bewegung, sondern verschiedene Bewegungen von unterschiedlicher Art, Geschwindigkeit und Reichweite untereinander kombiniert, ergeben ein Ganzes." [Calder]

    Und man [extra für Robby] DARF sich dieses gleichsam in der Luft tanzende Ensemble von allen Seiten, aus allen möglichen Perspektiven anschauen und seine Bewegungen in der Zeit verfolgen. Man DARF [Robby, aufgemerkt] es mit einem Hauch kurz selbst in Bewegung versetzen. Übrigens sind Mobiles - damit das ganze hier auch einen Aktualitätsbezug hat - seit kurzem in der World Wide Dekoszene wieder schwer en vogue.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #36 springen »
#40 RobbyEhemaliges Profil
#41 RobbyEhemaliges Profil
  • 27.04.2014, 11:57h
  • Antwort auf #35 von antos

  • Im Gegensatz zu DIR habe ich Überheblichkeit und Intoleranz auch nicht nötig. Danke. So etwas überlasse ich schon DIR. Und wenn Du meinen ersten Antwortkommentar an Dich GELESEN hättest, dann wüsstest Du auch, dass ich die Ansichten anderer akzeptiere. Nur LESEN - das musst Du schon selbst. Andere User können's ja auch...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #35 springen »
#42 RobbyEhemaliges Profil
  • 27.04.2014, 12:24h
  • Antwort auf #34 von sanscapote

  • Ich sehe das anders. Klar hat sich seitdem viel verändert. Aber manches ist trotzdem auch genauso geblieben wie damals. Du brauchst Dir ja nur die penetrant anmassenden Forderungen gewisser 'angepasster' User in ihren Kommentaren anzusehen, wenn sie mal wieder allen anderen Schwulen ihre eigene verklemmte, überangepasste Biederkeit und Prüderie als das 'einzig wahre und richtige' aufzuzwingen versuchen. Genau dieses Verhalten mancher Schwuler gab es damals ja auch schon. - Darin, dass jüngere Schwule - die z.B. erst in den 80ern oder 90ern geboren wurden - das nicht mehr ganz nachvollziehen können, was der Film damals bedeutet hat, stimme ich mit Dir überein. Allerdings kommt es da meiner Meinung aber auch darauf an, ob jemand viel mit 'älteren' Schwulen zusammen ist - oder nicht. Wenn ja, dann kann auch dieser jüngere Schwule das ganze verstehen lernen, auch wenn er es nicht mehr selbst 'miterlebt' hat.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #34 springen »
#43 DekoAnonym
#44 IdeologeAnonym
#46 MikeschEhemaliges Profil
#47 einem versuchAnonym
#48 Franky BerlinAnonym
  • 27.04.2014, 13:28h
  • @ anntons, sperling... hahaha ihr kleinen unbedeutenden Neid-Tunten. Seit nur am Bashen. Habr iht auch mal was Konstruktives vorzutragen oder selber vorzweisen. Oder nur dumme Sprüche in allen threads der selbe Scheiss mit Euch...
  • Antworten » | Direktlink »
#49 GerhardAnonym
  • 27.04.2014, 13:46h
  • Antwort auf #2 von So What
  • "Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie noch spießiger zu werden, um ihr Schuldgefühl abzutragen..."

    Hier traf und trifft aber auch das Gegenteil zu:

    Da die Schwulen vom Spießer als unmännlich und minderwertig verachtet werden, fügen sie sich aus Schuldgefühl, Resignation und Angst in die vom Hetero-Mann oktroyierte Rolle, und verhalten sich exotisch, unangepasst,schrill und unmännlich...obwohl es sie im Innern ganz normal sind :D
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#50 RobbyEhemaliges Profil
  • 27.04.2014, 13:53h
  • Antwort auf #39 von antos
  • Solange MANN seine Meinung auch in einem Kommentar als 'seine persönliche Meinung' kenntlich macht, ist garnichts dagegen zu sagen. - Ich habe schließlich nur kritisiert, dass Du DEINE Meinung als ALLGEMEINGÜLTIG dargestellt hast. - Nicht mehr - nicht weniger. - Ich bestehe ja auch nicht auf EINER bestimmten Sichtweise, oder?! Es gibt so viele Anschauungsweisen, wie es hier User gibt. Und?! Was soll daran falsch sein?! -
    Es gibt ja auch durchaus einen Haufen User, die fähig sind, in ihren Kommentaren sachlich deutlich zu machen, was IHRE Meinung ist. -
    Und wenn Du MEINE Kommentare ansiehst, dann siehst Du auch, dass ich z. B. schreibe "ich sehe das so...", "meiner Meinung nach" etc. - So was in der Art ist ja auch von DIR nicht zu viel verlangt, oder?! - Genau das, habe ich Dir mehrmals deutlich gemacht. Nicht mehr - nicht weniger. - Wenn Du's dann um jeden Preis immer wieder anders verstehen WILLST - Dein Problem. - Andere User sind durchaus in der Lage Deine Polemik zu reflektieren.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #39 springen »
#51 antosProfil
#52 antosProfil
  • 27.04.2014, 14:40hBonn
  • Antwort auf #44 von Ideologe
  • Ja, Ideologe, erleben wir hier einen zweiten Aufguss? Schon im 19. Jahrhundert haben sich bekanntlich Wissenschaftler dazu aufgeschwungen, soziale Benachteiligung und Armut 'humangenetisch' zu erklären. Die Nazi-Ideologie hat davon - ebenso bekanntlich - gezehrt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #44 springen »
#53 sperlingAnonym
  • 27.04.2014, 14:59h
  • Antwort auf #32 von antos
  • >"Auch ich sehe den Appell an eine schwule Solidarität, umso mehr irritiert mich der un-solidarische Beiklang."

    das finde ich nachvollziehbar. das war ja auch einer der gründe, weshalb in den fernsehanstalten so heftig über die aussrtahlung diskutiert wurde: einige wollten ohnehin nichts über dieses schmuddelthema bringen, andere aber hatten das gefühl, man müsse die schwulen vor den unflätigen angriffen, die sich ja wirklich durch den gesamten film ziehen, in schutz nehmen.

    du siehst da zu recht einen widerspruch. vielleicht haben die macher_innen das wirklich nicht gemerkt. vielleicht haben sie nach trickster-art das falsche getan und das richtige erreicht. darüber kann ich jetzt auch nur spekulieren, weil ich nicht dabei war.

    wenn ich allerdings zusammenreime, was ich von den macher_innen bisher gehört habe und hier einmal die wohlwollendste spekulation äußern darf, dann ging es ihnen darum, auf beschwichtigungen jeglicher art möglichst konsequent zu verzichten: kein einschleimen bei heteros, kein abwiegeln der klischees und vorurteile, nicht einmal rücksicht auf die schwulen selbst. das sollte keine doku werden und keine konsensbotschaft, sondern ein filmischer brandbrief. da hat fairness nicht unbedingt was zu suchen.

    so wie ich das verstehe, wollten sie ohrfeigen in alle richtungen verteilen, damit endlich mal überhaupt irgendwas passiert. der film sollte bewusst allen wehtun, damit sich niemand mehr wegducken kann und so tun, als ginge es ihn nichts an.

    mir ging es jedenfalls beim betrachten immer so: teils fand ich den aggressiven lästerton mitreißend erfrischend, aber diejenigen passagen, die über mich selbst sprachen, fand ich empörend unfair und gemein. im wohlwollendsten sinn war das das (oder jedenfalls ein) ziel: wut auslösen, die dann bewegung auslöst.

    und, ob beabsichtigt oder nicht, das hat funktioniert.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #32 springen »
#54 jochenProfil
  • 27.04.2014, 16:18hmünchen
  • Zwar heisst es immer, dass Einzelne nichts "tun" könnten, oder nicht "verändern" könnten.

    Dass dem nicht so ist, sieht man am Beispiel Rosa von Praunheim.
    Eingebettet in einer beginnenden Bewegung der Emanzipation, des Aufruhr gegen Unterdrückung stiess Rosa mit seinem mutigen und engagierten Film damalige Grenzen ein.

    ...und nochmal fast 20 Jahre später mit dem Outing von deutschen schwulen Sympathieträgern..
  • Antworten » | Direktlink »
#55 sanscapote
  • 27.04.2014, 16:40h
  • Antwort auf #42 von Robby
  • "Genau dieses Verhalten mancher Schwuler gab es damals ja auch schon." Der Vergleich von damals zu heute hinkt. Damals begann man erst zu leben - in der Oeffentlichkeit ohne befuerchten zu muessen, wegen "Unzucht" verfolgt und bestraft zu werden. Das Versteckspiel (was du heute vielleicht als "Verklemmtheit" ansiehst) gehoerte zur Ueberlebensstrategie. Es gab keine Schwulen, sondern die 175er. Die Begriffe Digital, Handy oder Internet waren unbekannt. Eine weitere Ueberlebensstrategie war zu heiraten, wenn auch die Ehen auseinander liefen. Nach 1969 beendeten viele das Versteckspiel. Jedoch war das vorherige Verhalten sehr eingeuebt. Unsere Vaeter waren zu Hitlerszeiten aufgewachsen. Fuer viele war es umoeglich einen schwulen Sohn zu akzeptieren. Es spielten sich Familiendramen ab.

    Durch deinen Onkel, von dem du schon berichtet hast, hast du einiges gehoert. Verstaendnis kannst du haben. Das spreche ich dir nicht ab. Jedoch und das weisst du, dass etwas zu erleben ueber das Hoerensagen hinausgeht.

    Wir, die Vor- und Direkt-68er haben die Koepfe hingehalten. Wir waren jung und wollten erreichen, dass man uns akzeptierte. Als ich mit meinem ersten Freund zusammensein wollte, zog einer von uns aus dem einen Bundesland ins andere. Die zustaendige Behoerde meinte: "Wir wollen die beiden nicht trennen" und so bekamen wir in derselben Stadt bei derselben Behoerde eine Planstelle, die ca. nur wenige Hundert Meter auseinander lag. Was meinst du, in welchem Bundesland das war? Genau dort (grins)

    Vor 1969 war die Lebenssituation fuer uns 175er aussichtslos. Die Polizei und Rechtsprechung waren homophob. Vor diesem Hindergrund sind Stonewall-CSD nur allzu verstaendlich. Es war im Falle dass man von der Polizei aufgegriffen wurde sehr wichtig bei der Familie Rueckhalt zu haben, die buergen konnte, dass man "rechtschaffen" war.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #42 springen »
#57 schwarz weissAnonym
  • 27.04.2014, 17:22h
  • Schwule gucken in bunt:

    "Zum Start des Farbfernsehens 1967 brachte Körting den preiswertesten Farbfernseher auf den Markt, ein Gerät mit 14 Röhren plus Bildröhre mit Zwei-Trafo-Konzept. Diese konnten als Neckermann Weltblick über den seinerzeit bedeutenden Neckermann Versand bereits für ab 1840 DM bezogen werden, was unter dem seinerzeitigen allgemeinen Großhandelspreis der anderen Hersteller von etwa 2000 DM inklusive Umsatzsteuer lag. Allgemein lag der Endverkaufspreis von Farbfernsehern in einer Zeit, als es noch Preisbindung gab, bei rund 2400 DM. Zum Vergleich sei angemerkt, dass ein 1967 als Sparkäfer vermarkteter VW 1200 für 4525 DM angeboten wurde.[...] Einen starken Kaufanreiz für Farbgeräte brachten die Olympischen Sommerspiele 1972 in München sowie die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Westdeutschland. Die Geräte blieben bis Ende der 1970er Jahre teuer 1975 kostete ein Gerät mit 66-cm-Bildschirm um die 2000 DM (das entspricht heute etwa 2.624 Euro)."

    "Jetzt ist der Film in der Reihe "Kino Kontrovers" auf DVD und Blu-ray erschienen, die ausgerechnet die Bavaria Media veröffentlicht. "
  • Antworten » | Direktlink »
#58 bohrkernAnonym
  • 27.04.2014, 18:14h
  • "Die ARD strahlte den Film ein Jahr später am 15. Januar 1973 im 1. Programm aus, woraufhin sich der Bayerische Rundfunk aus dem gemeinsamen Programm ausklinkte, wie er es auch 1977 bei der Ausstrahlung von Die Konsequenz und 1990 beim ersten schwulen Fernsehkuss in der Lindenstraße praktiziert hat."
  • Antworten » | Direktlink »
#59 RobbyEhemaliges Profil
#61 RobbyEhemaliges Profil
  • 27.04.2014, 18:49h
  • Antwort auf #55 von sanscapote
  • Ich gebe Dir durchaus Recht. Ich habe vieles nicht mehr selbst miterlebt, da ich erst 1976 geboren wurde. Trotzdem habe ich auch selbst etliches erlebt und hatte auch ein paar Lover, die teiweise um 30 Jahre älter waren als ich. Ich denke, ich muß etwas weiter ausholen, um es zu verdeutlichen, warum ich so argumentiere, und wie ich denke und fühle. Einer dieser Lover, Egon, wurde 1967 nach dem § 175 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er hat mir offen und ehrlich erzählt, was damals passiert ist, wie sich seine Frau - ja, er hatte auch "pro forma" geheiratet - von ihm hat scheiden lassen, als das mit seinem Schwulsein rauskam und wie er nach seiner Entlassung mit der ganzen Situation umgegangen ist. Der beste Freund - und 1967 auch Lover - von Egon wollte der Gefängnisstrafe damals entgehen und hat sich der dieser Zwangshormontherapie unterzogen. Ich habe selbst gesehen, was diese "Therapie" bei diesem Menschen angerichtet hat. Es war zum Kotzen. Er hat sich nie wieder davon erholt und ist inzwischen verstorben. -

    Ich stelle gar nicht in Abrede, dass ich vieles wegen meines Geburtsjahres nicht wissen kann und auch nur durch Freunde, Lover und meinen Onkel mitbekommen habe. Aber trotzdem möchte ich Dir sagen - und das tue ich bewußt auch ganz offen - dass auch ich bis zum Jahr 1994 mehrmals wegen dem §175 verurteilt wurde. - Mag sein, dass meine Offenheit manchen "angepassten" Usern nicht gefallen wird, aber darauf kommt es mir nicht an. - Ich möchte einfach, dass Du besser verstehen kannst, warum ich wie argumentiere. Seitdem ich 14 war, bin ich in der Szene unterwegs und wurde dadurch natürlich auch öfter mal auf Klappen und in Cruising-Areas von den Bullen erwischt. - Bleibt ja meistens nicht aus... - Und da meine jeweiligen Sexpartner älter waren als ich, ergab sich dann nach so einer Razzia immer dieses Problem, wer nun WEN geküsst und verführt hat und so weiter. Ich denke, Du weißt, was ich meine und ich muß das hier nicht im Detail ausführen. - Und auch mit dem sogenannten "Kuppelparagraphen" mußte ich mich in diesem Zusammenhang vor Gericht ab und zu mal rumschlagen. Ich bin in der Hinsicht also kein unbeschriebenes Blatt mehr, wenn man das mal so salopp bezeichnen kann. Und ich stehe auch offen dazu. -
    Ich bin froh, dass 1994 dieser § 175 völlig abgeschafft wurde und für mich ist dies auch nicht selbstverständlich, denn ich weiß, dass der "Dicke" nie vor hatte, ihn abzuschaffen, sondern das nur in Zusammenhang mit der "Vereinigung" passiert ist. - Und ich denke, sobald die homophobe Regierung die Möglichkeit hat, diesen Paragraphen wieder einzuführen, wird sie es auch tun. Da habe ich keine Illusion. - Die Homophobie der bayerischen Polizei hat seit Anfang der 90er eigentlich auch eher zu- als abgenommen. Ich weiß nicht, wie das in anderen Bundesländern so ist. Aber ich denke mal, wahrscheinlich ähnlich.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #55 springen »
#62 sanscapote
#63 SmileyEhemaliges Profil
  • 27.04.2014, 19:27h
  • Antwort auf #53 von sperling
  • »teils fand ich den aggressiven lästerton mitreißend erfrischend, aber diejenigen passagen, die über mich selbst sprachen, fand ich empörend unfair und gemein«

    Genau. Und der Moment wo Du Praunheim gerne einen auf's Maul hauen möchtest, das ist der Moment um den's geht. Dann weißt Du wie die anderen bei deren Abkanzelung Du diesen besserwisserischen patronisierenden nasalen Tonfall der Deine Nerven sägt noch erfrischend fandest sich fühlen. Du darfst Dir auch sicher sein daß viele andere bei der unfairen selbstgerechten Verächtlichmachung Deiner eigenen Abteilung sich denken, Mensch, mitreißend erfrischend eigentlich, dieser aggressive Lästerton. Dazu gehöre zum Beispiel ich, Du lächerliche Schwuchtel.

    Der Film stellt Schwule so dar wie Norbert Geis sie träumt, elende blöde lächerliche Stereotypen. Abziehbilder. Bindungsunfähige unzuverlässige egozentrische, egomanische Versager. Schwul ist Deformation. Genauso ihre selbstgeschaffene Lebensumwelt. Da steht er der albern aufgebrezelte schwule Narziß, im Pissoir schielt er auf des Nachbarn Schwanz, die Hundekacke vom cruisen im Stadtpark noch am Schuh und heute abend muß der alternde Wichser wieder Taschenbillard spielen. Allein. Keine Institution schwulen Lebens bleibt ungeschoren.

    Der Grund warum ein Wecker einen schäbigen nervigen Rappelton absondert ist der: sein Zweck ist Wachmachen, nicht Gefallen.

    Der heute befremdliche schulmeisterliche Tonfall ist wohl auch dem Zeitgeist geschuldet. Duktus und Stil kann man in den Endsechzigern überall finden. Sie wußten die geschichtliche Wahrheit auf ihrer Seite, sie hatten es ja schließlich irgendwo gelesen oder erzählt bekommen daß das jemand mal irgendwo gelesen habe, und belehrten nun die begeisterte Welt darüber wie man was richtig zu tun habe. Welterlösung. Das färbte damals die Sprache.

    Andererseits war dieser Film ja auch als herablassende Belehrung gemeint.

    Ja, natürlich ist das ein unsolidarischer Film. Das ist ja das Ziel. Er soll den Schwulen ins Gesicht schlagen. Ohrfeige. Und dann als Schlußbotschaft einen Weg aufzeigen: wenn Du zeigen willst daß Du nicht so bist wie Du hier dargestellt wirst, dann beweg' Dich. Oder wenn Du so bist, aber nicht länger zusammengefaltet leben möchtest, dann beweg' Dich. Lernt gefälligst endlich solidarisch sein, ihr asozialen unsolidarischen Scheißschwuchteln.

    Übrigens, was die stilistischen Mittel angeht, ich würde sage daß Praunheim aus der Not eines lächerlich kleinen Budgets eine Tugend, einen in der Form den Inhalt betonenden Film gemacht hat. Stumm übrigens, nachgesprochen, nicht synchronisiert. Hätte er die Chance gehabt schwarzweiß zu drehen, er hätte es nicht getan, weil es farbig viel klebriger wirkt.

    »im wohlwollendsten sinn war das das (oder jedenfalls ein) ziel: wut auslösen, die dann bewegung auslöst«

    Ich würde sagen daß man dem Film anmerkt daß da keinerlei Wohlwollen im Spiel war. Wut und Bluthochdruck. Nachgelagert, wenn sich denn was bewegt, vielleicht etwas Erleichterung?

    Rousseau? Der edle Schwule der seine Natur in schlichter einfältiger Unschuld lebt? Bricht das nicht schon angesichts der in der Schlußszene ganz besonders asynchronen Nachvertonung? Dieser juckreizende fleißheftchenmäßige Schülerton? Selbst dies, die Bekanntgabe des Rezepts für den Zaubertrank noch halb beleidigend.

    "Es ist Scheiße vorzugeben daß wir richtige Männer sind, denn wir sind es meistens nicht"

    Genau. Und in der Büxe habe ich eine Banane und zwei Pingpong .. äh .. Tennisbälle.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #53 springen »
#64 2014Anonym
  • 27.04.2014, 19:48h
  • "Schwulen-Schocker" gibt es nicht mehr oder sind jedenfalls kaum noch wahrnehmbar.

    Dabei wären sie in Zeiten der immer aggressiveren Reproduktion der herrschenden Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnisse gerade über die zentrale stützende Säule der (noch nie so allgegenwärtigen) Heteronormativität/-sexismen so dringend nötig wie nie zuvor.

    Keine sexuelle Befreiung ohne soziale Revolution!

    Keine soziale Revolution ohne sexuelle Befreiung!
  • Antworten » | Direktlink »
#65 embeddedAnonym
  • 27.04.2014, 20:05h
  • Trotz heftigster Kritik aus den Reihen der Kirchen, der Politik, der Bürgerlichen - es hagelte viele Anzeigen wegen Verbreitung pornographischer Schriften, die Kirchen sahen die abendländischen Werte gefährdet - ließ Kolle sich nicht beirren und kämpfte weiter für ein Lebensgefühl, das man bis dahin gefälligst zu unterdrücken hatte: die Lust an der Liebe.

    In Dein Kind - das unbekannte Wesen führt OSWALT KOLLE Aufklärungsgespräche mit seinen beiden Söhnen, mit seiner Tochter spricht er über Verhütungsmethoden und redet ebenso mit seinen Kindern ganz offen über Selbstbefriedigung und Homosexualität.

    Aber KOLLE musste sich gegen heftige Widerstände wehren: die FSK wollte den Film auf den Index setzen, ein Staatsanwalt versuchte ihn mit allen Mitteln hinter Gitter zu bringen, und die studentische Linke hatte für ihn nur Spott und Verachtung übrig.

    www.oswaltkolle.de/40-jahre-oswalt-kollefilme.php
  • Antworten » | Direktlink »
#66 TheDadProfil
  • 27.04.2014, 20:10hHannover
  • Antwort auf #53 von sperling
  • ""einige wollten ohnehin nichts über dieses schmuddelthema bringen, andere aber hatten das gefühl, man müsse die schwulen vor den unflätigen angriffen, die sich ja wirklich durch den gesamten film ziehen, in schutz nehmen.""..

    Bist Du dir da sicher mit der "Inschutznahme" ?

    Die Vehemenz mit der sich der BR gegen die Ausstrahlung stellte, ergab sich meiner Meinung nach aus einem ganz anderem Faktum heraus, nämlich dem, des durch den Titel feststehenden "Bildungsauftrages"..

    Kaum 3 Jahre zuvor konnte Mann diese Perversen noch in´s Gefängnis stecken, und nicht nur in HH gab es dieses Unding der Zwei-Wege-Spiegel und der Provokateuere auf den Klappen, die teils bezahlte Spitzel, teils tatsächlich auch Polizisten waren, und nun sollte das Bildungsfernsehen der Bevölkerung erklären, das sie selbst Schuld an der Lebenswirklichkeit der Schwulen sein sollen..

    Diese Ungeheuerlichkeit paßte weder in die Gedankenwelt der BR-Oberen, noch in die anderer Fernsehanstalten..
    Leider kann ich mich nicht erinnern wer zum Zeitpunkt der versuchten Erstausstrahlung, die dann mit der Verbannung in den WDR endete, den ARD-Vorsitz führte..
    Mann möchte behaupten das es ein WDR-Intendant war, oder vielleicht sogar einer vom damaligem SFB..

    Ich hatte das große Glück mit einer Mutter gesegnet zu sein, die ihren Kindern Bildung nicht vorenthielt, und so konnten wir, meine beiden älteren Geschwister und ich, den Film sehen, auch Dank der Tatsache das wir in einer Arbeitersiedlung in Bremen wohnten, die von der gewerkschaftseigenen Gewoba errichtet, und diese Wohnungen mit einer Gemeinschaftsantenne ausgestattet waren, die den Empfang von WDR und DDR-Fernsehen gestattete..

    Der Montag als Ausstrahlungstermin wurde gewählt um das Publikum gering zu halten..

    Einen Tag zuvor gab es einen Aufstand in Derry, den die britische Armee niederschlug..

    www.youtube.com/watch?v=LQZLPV6xcHI
  • Antworten » | Direktlink » | zu #53 springen »
#67 SmileyEhemaliges Profil
#69 netzhautAnonym
  • 27.04.2014, 21:11h
  • Die öffentlich-rechtlichen Sender hatten im Wohnzimmer das Deutungsmonopol mittels bewegter Bilder.
  • Antworten » | Direktlink »
#70 klimareportAnonym
#71 antosProfil
  • 27.04.2014, 21:51hBonn
  • Antwort auf #63 von Smiley
  • ".. äh .. Tennisbälle."

    Offensichtlich riesige, lieber Smiley [auf die Dauer natürlich nicht ganz praktisch], dein Kommentar ist jedenfalls ganz großes Tennis, schon dafür lohnt sich diese Textwurst hier!

    "Ich würde sagen daß man dem Film anmerkt daß da keinerlei Wohlwollen im Spiel war. Wut und Bluthochdruck."

    Ja, das ist auch mein Eindruck und letztlich ist es wohl dieser Eifer, den ich einerseits sehr gut zu verstehen meine, der mich gleichzeitig aber auch abstößt.

    "Der heute befremdliche schulmeisterliche Tonfall ist wohl auch dem Zeitgeist geschuldet. Duktus und Stil kann man in den Endsechzigern überall finden."

    Sicher, auf ähnliche Weise ging z. B. Jelinek in ihrem Roman 'Die Liebhaberinnen' (1975) mit den rundum verblendeten, in Groschenroman- und Illustriertenträumen mehr vegetierenden als lebenden jungen Frauen vom Land ins Gericht - und auch das hat damals für harte Diskussionen innerhalb der Frauenbewegung gesorgt, ebenfalls mit Vorwurf der mangelnden Solidarität, den ich hier in einem vorigen Kommentar ausprobiert habe. Auch dies eine der zeittypischen Sittenschelten mit Weckfunktion, nur im Gegensatz zu diesem Film auch in der eignen Form ironisch gebrochen, deswegen kann ich so einem Text selbst heute noch was abgewinnen. Was mir bei dem Praunheimfilm wirklich schwer und zunehmend schwerer fällt. Vielleicht würde der Film bei geänderter Tonspur, einem anderen Sprechduktus anders wirken?

    Aber abgesehen von formalen Fragen: Wenn man sich mit Biographien von Schwulen und Lesben befasst, die ihr Leben vor 1969 zu organisieren hatten - Sanscapote weist ja auch darauf hin - dann muss einem [so meine Meinung, ROBBY*], dieser filmische Kehraus schon arg anmaßend vorkommen. Aber, auch hier hat Sanscapote sicher Recht: man sollte den Film nicht mit heutigen Maßstäben betrachten. Allein: ich tue das ;)

    * Robby, es wird dich vielleicht überraschen: Kommentare, so wie hier, sind immer nur Meinungsäußerungen. Was denn sonst?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #63 springen »
#72 NachfrageAnonym
  • 27.04.2014, 22:05h
  • Antwort auf #61 von Robby
  • Robby, darf ich mal nachfragen - nur um das zu kapieren?

    1994, als der § 175 fiel, warst Du gerade 18 Jahre alt.

    Und was es hat es mit dem Kuppelparagrafen auf sich? Der fiel -zumindest in der Form, die ihm diese Bezeichnung eingebracht hat- bereits 1969.

    Wie bist Du nach § 175 bzw. durch den Kuppelparagrafen bestraft worden?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #61 springen »
#73 SmileyEhemaliges Profil
  • 27.04.2014, 23:26h
  • Antwort auf #71 von antos
  • »im Gegensatz zu diesem Film auch in der eignen Form ironisch gebrochen, deswegen kann ich so einem Text selbst heute noch was abgewinnen«

    »ironisch gebrochen«

    Ja, mein Stil ist das auch nicht. Wäre ich Praunheim gewesen hätte ich vielleicht versucht John Cleese und Michael Palin zu verpflichten. Der Abschnitt mit der Klappe als Interpretation vom "ministry of silly walks", die Schlußszene als "communist quiz".

    Aber man kann Menschen nicht mit Ironie wachrütteln. Und besonders unseren Verein zu solidarischem Handeln zu bewegen .. mit Ironie? Hoffnungslos.

    »Wenn man sich mit Biographien von Schwulen und Lesben befasst, die ihr Leben vor 1969 zu organisieren hatten - Sanscapote weist ja auch darauf hin - dann muss einem [ ], dieser filmische Kehraus schon arg anmaßend vorkommen«

    Aber der Film ist ja auch gerade eine Reaktion auf die, welch ein Wort, "Liberalisierung" des §175 von '69. Du, o antos, hast wie ich Deinen ersten Atemzug als Illegaler getan.

    Es gab dieses Fenster der Möglichkeiten, der Druck war weniger geworden, aber Selbstorganisation, die Bemächtigung des Neuen, noch lange nicht erreicht. Die Idee war die Szene nicht einen lauen Pseudofrieden mit dieser neuen Bedingung schließen zu lassen. Für prä69er Biographien würde ich "anmaßend" noch für ein mildes Urteil halten. Für uns heute genauso. Vielleicht ein striktes Kriterium fürs Schwulsein? Wer diesen Film sieht und Praunheim nicht für einen aufgeblasenen Arsch hält, kann unmöglich Schwuler sein?

    Dieser Film steckt tief in seiner Zeit fest und rührt sich nicht. Aber ein Punkt, der mir wichtig ist, die schwule Solidarität, da reicht er aus der Tiefe der Zeit eine Hand heraus in die Gegenwart - einen Fingerzeig: die schwule Solidarität, daran haben wir auch heute noch viel zu tun.

    »Sanscapote sicher Recht: man sollte den Film nicht mit heutigen Maßstäben betrachten. Allein: ich tue das ;)«

    Und zu Maßstäben, wo sich mir gerade die Gelegenheit bietet, wollte ich immer schon einmal sagen ..



    Nein, keine Angst, heute nicht mehr.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #71 springen »
#75 sperlingAnonym
  • 27.04.2014, 23:40h
  • Antwort auf #63 von Smiley
  • den letzten satz verstehe ich nicht. also... äh... rein inhaltlich schon, aber nicht, worum es dir geht.

    >"...natürlich: ICH lächerliche..."

    ich dachte schon, der lästergeist des films sei übergesprungen und in dich gefahren. aber obacht: quod licet rosa, non licet viola. *hust*
  • Antworten » | Direktlink » | zu #63 springen »
#76 sperlingAnonym
  • 27.04.2014, 23:51h
  • Antwort auf #66 von TheDad
  • >"Bist Du dir da sicher mit der "Inschutznahme"?"

    ziemlich sicher, ja. einer der verantwortlichen des wdr sagt es, der moderator der diskussion sagt es (wenn ich mich richtig erinnere), und praunheim selbst sagt es. im tv waren damals vermutlich nicht nur reaktionäre angestellt, das zeigt auch die diskussion. und angesichts des films selbst erscheint mir dieses argument sogar recht plausibel.

    ich sage ja nicht, dass das die EINZIGE ursache der ablehnung war, vor allem nicht beim BR.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #66 springen »
#78 LorenProfil
#79 Darth VaderAnonym
#80 SmileyEhemaliges Profil
  • 28.04.2014, 09:09h
  • Antwort auf #75 von sperling
  • & @Loren:

    Das kommt davon wenn der Eiferer sich zu sehr der inneren Schönheit des Eiferns hingibt und das Produkt seines wilden Hirngalopps erst nach dem "Absenden>>" noch einmal gegenliest. Ich habe scheint's ein Händchen dafür niedliche kleine gefiederte Freunde im Vorbeigehen abzuwatschen.

    Vielleicht ein unterbewußtes Zeichen mangelnder Solidarität und Empathie?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #75 springen »
#81 sperlingAnonym
  • 28.04.2014, 13:40h
  • Antwort auf #78 von Loren
  • echt, den kanntest du noch nicht? das überrascht mich. ich kann aber nachvollziehen, dass praunheims filme nicht bei jeder_m das bedürfnis auslösen, sich alle anderen auch anzugucken. mach dich auf was gefasst. und nicht auf den armen cd-spieler einhauen: die dialoge haben mit den lippenbewegungen höchstens rein zufällig mal was zu tun, und einige minuten sind ganz ohne ton. also... nicht nur ohne text, sondern wirklich ohne ton. das muss so.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #78 springen »
#82 sperlingAnonym
#83 SmileyEhemaliges Profil
#84 LorenProfil
  • 28.04.2014, 13:58hGreifswald
  • Antwort auf #81 von sperling
  • Komischerweise ist Film eine der Kunstformen, die mich nicht so interessiert. Daher reichen mir relativ konventionelle Erzählformen (Dramaturgie etc.) in diesem Bereich meistens. Ich habe in den 80ern mehrere Filme von von Praunheim im Kino gesehen, die mich nicht gerade vom Hocker gehauen haben (während mich z.B. "Longtime Companion" begeisterte). Was du in # 27 schreibst ("beste dilletantin"), trifft es ganz gut.

    Ich bin auf alles gefasst, da ich ein paar Ausschnitte kenne. "das muss so"
  • Antworten » | Direktlink » | zu #81 springen »
#85 LorenProfil
#86 FaktencheckAnonym
  • 28.04.2014, 14:40h
  • Mal eine Frage an die Runde: Stimmt es eigentlich, dass bis in die Achtziger hinein Lesben sich selber als "schwule Frauen" bezeichnet haben? Kann jemand was dazu sagen? Vielleicht eine_r der Veteran_innen?
  • Antworten » | Direktlink »
#87 RobbyEhemaliges Profil
  • 28.04.2014, 18:32h
  • Antwort auf #72 von Nachfrage
  • Es ist richtig, dass der "Kuppelparagraph" (Ich glaube es war der § 802b, bin mir aber nicht mehr ganz sicher, da es schon eine Weile her ist) 1969 von der URSPRÜNGLICHEN Form in einer neuere, nicht mehr ganz so drastische Form abgeändert wurde. - Komplett gefallen ist er erst 1994 (soweit ich mich noch erinnern kann in Zusammenhang mit dem Wegfall des § 175.
    Zu Deiner Frage: Ein Lover meines Onkels hat 1992 mit diesem Schluß gemacht und mit mir (damals 16 Jahre alt) was angefangen. Kurz danach sind wir beide - mein Lover und ich - in einer Cruising Area bei einem Dreier mit einem anderen Mann von den Bullen gestört und festgenommen worden. - Danach folgte die übliche Prozedur: Mitnahme aufs Revier, Anzeige etc. - Bei der Gerichtsverhandlung versuchte dann der Staatsanwalt meinen Onkel mit in die Sache reinzuziehen, da er - der Staatsanwalt - behauptete, mein Onkel hätte meinen Lover und mich "verkuppelt" - da die beiden ja bis kurz zuvor ein Paar gewesen waren. Es war eine ziemlich schwierige Aktion, dem Staatsanwalt diesen "Quatsch" wieder auszureden und ihm begreiflich zu machen, dass mein Onkel mit der Sache nichts zu tun hat. -
    Das zweite Mal war ein gutes halbes Jahr später (im Frühjahr 1993, also mit knapp 17) als ich bei einer Sex-Party eines guten Freundes von mir eingeladen war. Ein homophober Nachbar dieses Freundes hat die Polizei gerufen und denen gesteckt, dass da jemand dabei ist, der noch keine 18 ist - nämlich ich. - Anklage, dieselbe Leier. Aber wir haben's gedeichselt, dass mein Freund da heil rausgekommen ist. -
    Und das dritte Mal schließlich kam ich mit diesem Paragraphen in unangenehme Berührung als ich im Sommer '93 eine Affäre mit einem Stricher hatte und uns die Polizei beim Sex am Weiher erwischt hat. Der Staatsanwalt wollte mir damals unterschieben, dass ich meinen Lover angeblich - weil er als Stricher gearbeitet hat - an irgendwelche Freier verkuppelt hätte. Totaler Quatsch - aber die haben damals krampfhaft versucht, irgendwas gegen meinen Lover zu finden, um ihn in den Knast zu bringen - und mich gleich mit. - Weißt Du, die hatten damals so eine großangelegte Aktion am Laufen, die Stricherszene der Stadt auszubluten. - Man kann dazu stehen wie man will; und ich weiß auch, dass etliche wahrscheinlich nie mit einem Stricher eine Affäre anfangen würden, aber wir haben uns damals total ineinander verknallt. Und für mich war unsere Kiste immer unsere Kiste - und sein Job eben sein Job. - Aber das nur nebenbei. -
    Wie gesagt, selbst bin ich nicht wegen dem "Kuppelparagraphen" verurteilt worden - aber es gab trotzdem ziemliche Trouble deswegen.

    Ich bin froh, dass der ganze Kram rum ist und die Paragraphen gefallen sind. Klar, ab und zu gibt's mal Stress, wenn die Polizei eine Klappe stürmt oder eine Razzia in einer Cruising Area macht, aber mehr als eine Geldstrafe ist ja dann zum Glück nicht mit. Und damit kann ich leben. Grins...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #72 springen »
#88 TheDadProfil
  • 28.04.2014, 20:00hHannover
  • Antwort auf #86 von Faktencheck
  • Wieso bis in die 80´er ?
    Das ging in etlichen altehrwürdigen Szenelokalen bis weit in die 90´er so..
    Jeder hatte seinen weiblichen Spitznamen, und Mann sprach sich des öfteren mit "Du Gute" an, und ähnlichen Anreden..
    In einigen Bars ist das sogar Heute noch so, wenn Mann sich entsprechend lange kennt..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #86 springen »
#89 MikeschEhemaliges Profil
#90 FaktencheckAnonym
#91 RobbyEhemaliges Profil
#92 lesbischschwulAnonym
#93 MikeschEhemaliges Profil
#94 RobbyEhemaliges Profil
  • 29.04.2014, 19:19h
  • Antwort auf #93 von Mikesch
  • 1. wenn Dir meine Kommentare zu DIREKT sind - dann lies sie halt nicht. - Zwingt Dich schließlich keiner.
    2. war der betreffende Kommentar kein Kommentar an DICH sondern ein Antwort-Posting an der User "Nachfrage". Ich habe lediglich seine Fragen beantwortet. Nicht mehr - nicht weniger. Dazu ist nun mal auch eine gewisse Direktheit nötig, da es sich über diese speziellen Paragraphen handelt. - DU wirst sicher NICHT damit in Berührung gekommen sein. Ist schon klar...
    3. dass Du Deine Klischees und Vorurteile pflegst, ist nicht neu. - Das wissen alle hier im Forum.
    4. wer mich was direktes - oder auch privates oder persönliches, wie Du's auch immer nennen willst - fragt, der bekommt von mir auch eine ehrliche Antwort. Ganz einfach.
    5. andere User diskutieren auch untereinander zu zweit oder zu dritt zu einem bestimmten Thema. Teilweise ebenfalls "direkt" oder "detailreich". Nur seltsam, dass es Dich da komischerweise nie zu stören scheint...
    und schließlich 6.: ich lege auf Deine "Moral-Predigten" keinen Wert und sie haben auch nicht den von Dir beabsichtigten Effekt. - Also kannst Du sie die in Zukunft auch schenken. - Dann brauchst Du auch nicht so viel tippen... Grins...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #93 springen »
#95 NachfrageAnonym
#96 MikeschEhemaliges Profil
  • 29.04.2014, 23:03h
  • Antwort auf #94 von Robby
  • 1. Bedarf keines Kommentars.

    2."...eine gewisse Direktheit."
    So kann man das auch ausdrücken.

    "...du wirst nicht damit in Berührung gekommen sein."
    Da dürftest du recht haben. Du scheinst ja die Polizei- und Justizbehörden auf Trab zu halten. Mit entsprechenden Kosten für den Steuerzahler.

    3. "Klischees und Vorurteile"
    Die alte Leier.

    4.Kann man so stehen lassen. Allerdings ist eine gewisse Zurückhaltung in einem öffentlichen Forum durchaus angebracht.

    5.Du bist hier so ziemlich der Einzige, der solche pikanten Details ausplaudert.

    6. Das kann ich mir denken. Da ist eh nichts mehr zu machen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #94 springen »
#97 sanscapote
  • 30.04.2014, 07:45h
  • Antwort auf #71 von antos
  • Lieber antos, ich habe in deinem Profil gesehen, dass du 45 Jahre als Alter angibst. Also warst du bei der Erstausstrahlung des Films etwa im Vorschulalter. Daraus folgt du hast die Zeit vor 1969 nicht erlebt.

    Fuer damalige Augen und Koepfe war der Titel "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern ....." war revolutionierend. Ich gebe dir recht, indem du sagst, dass die hiesigen Beitraege Meinungsauesserungen seien. Mehr noch, jede-r kann nur das schreiben, was in seinem-ihrem Wesen verankert ist.

    Der Titel ist fuer meine Begriffe auch noch heute so, dass es einen reisst, wenn er-sie ihn liest. Der Inhalt - wie ich schrieb - kann nur aus der damaligen Situation beschrieben werden (auch wenn uns dies einige Schreiberlinge in diesem Forum immer wieder unter die Nase halten moechten), weil auch der Name R.v.P. revolutionierend war: Ein Mann, der sich Rosa nennt. Und zwar Rosa, nicht etwa Marianne. Verstehen wir? Rosa weist auf den rosa Winkel. So laesst R.v.P., der Filmtitel ante tutti mehrfache Interpretationen zu, denen der Leser ausgesetzt war, ohne den Film gesehen zu haben.

    Seit 1969 sind die Gesetze z.G. von uns Schwulen (in der BRD) "freundlicher" geworden, wenn es auch noch nicht geschafft ist, dass keiner mehr so wenig von uns redet wie von den Heterosexuellen, wenn auch die gesetzliche Verbindung zweier Menschen gleichen Geschlechts ueberhaupt nicht mit der gesetzlichen Verbindung zweier Menschen verschiedenen Geschlechts verglichen werden kann. Dies wird durch die beiden Begriffe Ehe und Lebenspartnerschaft deutlich.

    Es ist zwar vieles passiert, was wir vor 1969jaehrigen uns nie haetten traeumen lassen, aber es ist im 3. Jahrtausend eines Staates unwuerdig. Es ist unwuerdig, dass wir im 3. Jahrtausend noch immer fuer unsere Rechte kaempfen muessen und dass wir die politischen Parteien darnach abklopfen muessen, wie schwulenfreundlich sie sind.

    Insofern hat zumindest der Titel des Films auch heute noch seine Berechtigung, denn nicht wir sind pervers, sondern die homophobe Religion, die homophobe Politik und Parteien und die homophoben Medien sind es, die Mehrheiten des obrigkeitshoerigen deutschen Volkes homophob beeinflussen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #71 springen »
#98 stromboliProfil
  • 30.04.2014, 08:59hberlin
  • Antwort auf #86 von Faktencheck
  • ja stimmt so.

    SCHWUL war die entmedizinierung der "homosexualität", die befreiung von der sprache und "wissenschaftlichen verwurstung in der heteronormativen herrschaftssprache...
    so ein thesenpapier der rotzschwul 1971-72

    Zudem war ein teil der heterofrauenbewegung durchaus nicht offen für die "gleichgeschlechtliche lösungs" des mann-frau konfliktes...
    die ursprünglichen gleichgeschlechtlichen frauen sich also nicht mehr in der nun auf den großen kompromis ausgerichteten FB wohl fühlten.. teils auch ihren einfluß auf frauenpolitische inhalte verloren.

    Sich daraufhin von der FB spaltend wurde ein zusammen gehn mit der ebenfalls sich von der frauenbewegung lösenden schwulenbewegung probiert.
    Deren grundsatz zu dem zeitpunkt war: erst die eigene unterdrückung im gesamtgesellschaftlichen analysieren, das heißt, die durch den mann hetero wie aber auch die durch die hetenfrau.
    Zentraler kern: der angriff auf "ehe" als urzelle patriarchalischer macht...
    Hieraus aber auch die trennung vieler lesben von der schwulen sicht auf emanzipation sich ableitete...

    Der auf seine eigenen eier fixierte schwule hatte da keine wirklichen berührungspunkte mehr mit der lesbischen fraktion der frauenbewegung.. bis eben die vereinsgründungen ( insbesondere die in folge der "wiedervereinigung" statt findenden..) zum zusammenschluß schwacher einzelner interessen unter ein "gemeinsames dach" zwangen, so ein "gemeinsames bild der interessenseinheit " sich konstruieren ließ.

    soweit zu den "schwulen frauen".

    Anders als GAY ist SCHWUL ein männliches adjektiv, welches sich aus einem schimpfwort herausbildete...
    SCHWUL war stolz; war die banane, die heute farbige , als "affen" titulierte rassistisch angepöpelte sportler aufheben und essen, und so ihre eigene verachtung für den rassistischen mop in der arena ein selbstbestimmtes - ironisches zeigend!

    Den aus erbärmlichen niederungen gespeisten gefühlsausscheidungen der sich als "normale mehrheit fühlenden , ein selbstverständnis entgegen zu setzen, dass sich einen scheiß um deren gefühlswelt kümmert, war anspruch und vormals erfolgreiches ziel.
    Davon wollten die gleichgeschlechtlichen frauen ebenfalls was abhaben.

    Die dann später folgende wahl in lesbisch , ableitend von dem unverdächtig "klassischen lesbos", ist die rückkehr zur "hetero - medizinwissenschaftlichen" sprachregelung.

    Einer sprachregelung, die wie auch bei uns schwulen die reakzeptanz des begriffes "homosexualität " als "wissenschaftliche normzuweisung in den nun sich "normalisierenden sprachverkehr der mehrheitsgesellschaft mit der minderheit festigt.
    Man so nicht nur der selbstbewussten ironie im wort schwul die spitze genommen hat, sondern die vormals agressive bedeutung im hetero sprachgebrauch wieder salonfähig gemacht hat...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #86 springen »
#99 RobbyEhemaliges Profil
#100 ausdiemausAnonym
  • 30.04.2014, 14:37h
  • Antwort auf #99 von Robby
  • Das ist doch alles großer Bullshit. Der hat sich damals Rosa genannt, weil er gerne mit Luxemburg assoziiert werden wollte. Das Getante von der Romankitschschreiberin kann er seinem Friseur erzählen, der glaubt´s ihm vielleicht.
    Guckst du einmal "Rote Liebe", dann fällst du auf son Quatsch nicht mehr rein. Ihm ist das vermutlich im Alter etwas peinlich, denn sein wir ehrlich, zwischen Rosa Luxemburg und Holger Mischwitzky liegen schon einige Jahrzehnte.
    Überhaupt mir geht diese Verölgötzung unglaublich auf den Zeiger, denn soviel wie er gesellschaftlich mit angestoßen hat, soviel hat er teilweise auch mit dem Arsch wieder umgerissen. Wenns um unterhaltsame Provokation geht, ziehe ich jeden John Waters Film vor. Seine Johnny Depp Besetzung in Cry Baby war subversiver als sämtliche Bettwürste und Schulmeisterdanneckerfilmchen in der Jubiläumsedition. Von Praunheim ist ein Dilletant und das macht seine Arbeiten sympathisch. Aber ohne seine einzigartigen Darstellerinnen wie Lotti Huber, Ischgola Androgyn oder Tante Luzie wäre das alles nicht groß der Rede wert. Ich mag zum Beispiel dieses teilweise obszöne Bloßstellen von anderen Menschen durch ihn überhaupt nicht. Fiel mir bei einem seiner letzten Filme auf. Das ist noch nichtmal Absicht, sondern bloß dominierende Egozentrik, so isser eben nunmal.
    Er hat halt einen Riecher für spannende Themen und wie man eine leckere Filmwurst draus machen kann.
    Und wenn sich hier die Rentnerfraktion teilweise aufführt, als wäre das alles das schwule Evangelium schlechthin, ach gottchen. Das geht den Jungen mittlerweile sowas von komplett am Arsch vorbei und der Witz ist, das habt ihr (alle über 40+) euch größtenteils auch noch selbst zuzuschreiben. Meinetwegen können dem noch zwanzig weitere Preise hinterhergeschmissen werden, deswegen wird er trotzdem kein Stanley Kubrik, Stephen Fry, Ralf König oder John Waters.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #99 springen »
#101 RobbyEhemaliges Profil
  • 30.04.2014, 18:53h
  • Antwort auf #100 von ausdiemaus
  • Bevor Du weiter so einen Schwachsinn von Dir gibst und weiter so dreist lügst, dass sich die Balken biegen, lies gefälligst mal seine Autobiographie! DIE hast DU nämlich bestimmt NICHT gelesen - sonst wüßtest Du, was Sache ist! MANN, ICH FASSE ES NICHT! NICHTS im Hirn - aber das Maul weit aufreißen! Ist ja ekelhaft!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #100 springen »
#102 FaktencheckAnonym
#103 antosProfil

» zurück zum Artikel