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Einzelkommentar zu:
Praunheims Schwulen-Schocker auf DVD


#71 antosProfil
  • 27.04.2014, 21:51hBonn
  • Antwort auf #63 von Smiley
  • ".. äh .. Tennisbälle."

    Offensichtlich riesige, lieber Smiley [auf die Dauer natürlich nicht ganz praktisch], dein Kommentar ist jedenfalls ganz großes Tennis, schon dafür lohnt sich diese Textwurst hier!

    "Ich würde sagen daß man dem Film anmerkt daß da keinerlei Wohlwollen im Spiel war. Wut und Bluthochdruck."

    Ja, das ist auch mein Eindruck und letztlich ist es wohl dieser Eifer, den ich einerseits sehr gut zu verstehen meine, der mich gleichzeitig aber auch abstößt.

    "Der heute befremdliche schulmeisterliche Tonfall ist wohl auch dem Zeitgeist geschuldet. Duktus und Stil kann man in den Endsechzigern überall finden."

    Sicher, auf ähnliche Weise ging z. B. Jelinek in ihrem Roman 'Die Liebhaberinnen' (1975) mit den rundum verblendeten, in Groschenroman- und Illustriertenträumen mehr vegetierenden als lebenden jungen Frauen vom Land ins Gericht - und auch das hat damals für harte Diskussionen innerhalb der Frauenbewegung gesorgt, ebenfalls mit Vorwurf der mangelnden Solidarität, den ich hier in einem vorigen Kommentar ausprobiert habe. Auch dies eine der zeittypischen Sittenschelten mit Weckfunktion, nur im Gegensatz zu diesem Film auch in der eignen Form ironisch gebrochen, deswegen kann ich so einem Text selbst heute noch was abgewinnen. Was mir bei dem Praunheimfilm wirklich schwer und zunehmend schwerer fällt. Vielleicht würde der Film bei geänderter Tonspur, einem anderen Sprechduktus anders wirken?

    Aber abgesehen von formalen Fragen: Wenn man sich mit Biographien von Schwulen und Lesben befasst, die ihr Leben vor 1969 zu organisieren hatten - Sanscapote weist ja auch darauf hin - dann muss einem [so meine Meinung, ROBBY*], dieser filmische Kehraus schon arg anmaßend vorkommen. Aber, auch hier hat Sanscapote sicher Recht: man sollte den Film nicht mit heutigen Maßstäben betrachten. Allein: ich tue das ;)

    * Robby, es wird dich vielleicht überraschen: Kommentare, so wie hier, sind immer nur Meinungsäußerungen. Was denn sonst?
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