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Einzelkommentar zu:
Praunheims Schwulen-Schocker auf DVD


#73 SmileyEhemaliges Profil
  • 27.04.2014, 23:26h
  • Antwort auf #71 von antos
  • »im Gegensatz zu diesem Film auch in der eignen Form ironisch gebrochen, deswegen kann ich so einem Text selbst heute noch was abgewinnen«

    »ironisch gebrochen«

    Ja, mein Stil ist das auch nicht. Wäre ich Praunheim gewesen hätte ich vielleicht versucht John Cleese und Michael Palin zu verpflichten. Der Abschnitt mit der Klappe als Interpretation vom "ministry of silly walks", die Schlußszene als "communist quiz".

    Aber man kann Menschen nicht mit Ironie wachrütteln. Und besonders unseren Verein zu solidarischem Handeln zu bewegen .. mit Ironie? Hoffnungslos.

    »Wenn man sich mit Biographien von Schwulen und Lesben befasst, die ihr Leben vor 1969 zu organisieren hatten - Sanscapote weist ja auch darauf hin - dann muss einem [ ], dieser filmische Kehraus schon arg anmaßend vorkommen«

    Aber der Film ist ja auch gerade eine Reaktion auf die, welch ein Wort, "Liberalisierung" des §175 von '69. Du, o antos, hast wie ich Deinen ersten Atemzug als Illegaler getan.

    Es gab dieses Fenster der Möglichkeiten, der Druck war weniger geworden, aber Selbstorganisation, die Bemächtigung des Neuen, noch lange nicht erreicht. Die Idee war die Szene nicht einen lauen Pseudofrieden mit dieser neuen Bedingung schließen zu lassen. Für prä69er Biographien würde ich "anmaßend" noch für ein mildes Urteil halten. Für uns heute genauso. Vielleicht ein striktes Kriterium fürs Schwulsein? Wer diesen Film sieht und Praunheim nicht für einen aufgeblasenen Arsch hält, kann unmöglich Schwuler sein?

    Dieser Film steckt tief in seiner Zeit fest und rührt sich nicht. Aber ein Punkt, der mir wichtig ist, die schwule Solidarität, da reicht er aus der Tiefe der Zeit eine Hand heraus in die Gegenwart - einen Fingerzeig: die schwule Solidarität, daran haben wir auch heute noch viel zu tun.

    »Sanscapote sicher Recht: man sollte den Film nicht mit heutigen Maßstäben betrachten. Allein: ich tue das ;)«

    Und zu Maßstäben, wo sich mir gerade die Gelegenheit bietet, wollte ich immer schon einmal sagen ..



    Nein, keine Angst, heute nicht mehr.
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