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Einzelkommentar zu:
Praunheims Schwulen-Schocker auf DVD


#97 sanscapote
  • 30.04.2014, 07:45h
  • Antwort auf #71 von antos
  • Lieber antos, ich habe in deinem Profil gesehen, dass du 45 Jahre als Alter angibst. Also warst du bei der Erstausstrahlung des Films etwa im Vorschulalter. Daraus folgt du hast die Zeit vor 1969 nicht erlebt.

    Fuer damalige Augen und Koepfe war der Titel "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern ....." war revolutionierend. Ich gebe dir recht, indem du sagst, dass die hiesigen Beitraege Meinungsauesserungen seien. Mehr noch, jede-r kann nur das schreiben, was in seinem-ihrem Wesen verankert ist.

    Der Titel ist fuer meine Begriffe auch noch heute so, dass es einen reisst, wenn er-sie ihn liest. Der Inhalt - wie ich schrieb - kann nur aus der damaligen Situation beschrieben werden (auch wenn uns dies einige Schreiberlinge in diesem Forum immer wieder unter die Nase halten moechten), weil auch der Name R.v.P. revolutionierend war: Ein Mann, der sich Rosa nennt. Und zwar Rosa, nicht etwa Marianne. Verstehen wir? Rosa weist auf den rosa Winkel. So laesst R.v.P., der Filmtitel ante tutti mehrfache Interpretationen zu, denen der Leser ausgesetzt war, ohne den Film gesehen zu haben.

    Seit 1969 sind die Gesetze z.G. von uns Schwulen (in der BRD) "freundlicher" geworden, wenn es auch noch nicht geschafft ist, dass keiner mehr so wenig von uns redet wie von den Heterosexuellen, wenn auch die gesetzliche Verbindung zweier Menschen gleichen Geschlechts ueberhaupt nicht mit der gesetzlichen Verbindung zweier Menschen verschiedenen Geschlechts verglichen werden kann. Dies wird durch die beiden Begriffe Ehe und Lebenspartnerschaft deutlich.

    Es ist zwar vieles passiert, was wir vor 1969jaehrigen uns nie haetten traeumen lassen, aber es ist im 3. Jahrtausend eines Staates unwuerdig. Es ist unwuerdig, dass wir im 3. Jahrtausend noch immer fuer unsere Rechte kaempfen muessen und dass wir die politischen Parteien darnach abklopfen muessen, wie schwulenfreundlich sie sind.

    Insofern hat zumindest der Titel des Films auch heute noch seine Berechtigung, denn nicht wir sind pervers, sondern die homophobe Religion, die homophobe Politik und Parteien und die homophoben Medien sind es, die Mehrheiten des obrigkeitshoerigen deutschen Volkes homophob beeinflussen.
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